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Branchenmeldungen 28.04.2010

Der HOZ-Wahnsinn greift um sich

Der HOZ-Wahnsinn greift um sich

1:1 Umsetzung HOZ als GOZneu – BZÄK-Funktionäre propagieren 80% mehr auf einen Schlag

Im Koalitionsvertrag von Schwarz-gelb zur GOZ heißt es, diese soll der „allgemeinen Kostenentwicklung“ angepasst werden. Ein klassischer Formelkompromiss in alle Richtungen auslegbar. Dazu hat Minister Rösler der BZÄK-Spitze bei ihrem Antrittsbesuch im Ministerium versprochen, die HOZ (Honorarordnung Zahnärzte) als Grundlage einer nun zu erlassenden „GOZ-Neu“-Verordnung zu nutzen. Jubelchöre der BZÄK-Spitzen wurden abgesetzt, jetzt „bekommen wir 80 Prozent mehr Privathonorar“. Der BZÄK-Präsident stößt bei Zahnärzte-Veranstaltungen kräftig mit in dieses Horn, „wir setzen die HOZ mit 60 Prozent Honorarplus durch“.

Was kann herauskommen im Spannungsbogen BMG/PKVen/Beihilfe-Interessen unter den Prämissen HOZ=GOZ, Anpassung an die „allgemeine Kostenentwicklung“ und „mehr Wettbewerb“. Letzteres ist ganz einfach: Die PKVen bekommen die Öffnungsklausel zu Einzelverträgen, damit kann sowieso jede Gebührenordnung völlig relativiert, ja obsolet, werden. Zur „Kostenentwicklung-Anpassung“ heißen die BMG-Signale, keinesfalls mehr als echte 12 Prozent sind in einer HOZ-Übernahme in GOZ-Positionen an Steigerung politisch hinnehm- und durchsetzbar. Dazu will das BMG Fakten auf fundiertem Zahlenmaterial sehen. Die HOZ von 80 Prozent auf 12% plus im GOZ-Volumen herunterzubrechen, daran beißen sich die BZÄK/KZBV/Rechner gerade die Zähne aus, mit furchtbaren Ergebnissen für die Zahnarztpraxen. Bis zu zwei Drittel aller vergleichbaren Abrechnungspositionen fallen weit unter BEMA-Niveau. Da werden die GKV-Kassen munitioniert für eine neue BEMA-Umstrukturierungsrunde auf Abwertungskurs. Die Gebühren in der HOZ für Delegationsleistungen im Assistenzteam müssten grundsätzlich im Punktwert halbiert werden. Insgesamt: eine betriebswirtschaftliche Katastrophe.

Das BMG ist in der Spitze, Minister, Staatssekretär, Abteilungsleiter nun FDP-bestimmt. Die FDP war immer der verlängerte Lobby-Arm der PKVen. Dazu kommt der Ländereinfluss auf die GOZneu aus Beihilfe-Rücksichten heraus. Zu glauben, die HOZ auf GOZ eins zu eins umstellen zu können, ist eine Totgeburt. Die HOZ als Leistungspaket auf 12% GOZ-Honorar-Volumensteigerung runterzubrechen ist eine furchtbare Falle, aber trotzdem

toi, toi, toi

Ihr J. Pischel

27.04.2010

Foto: © Shutterstock.com

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