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Branchenmeldungen 19.10.2010

Der "verkaufte" Deutsche Zahnärztetag

Der "verkaufte" Deutsche Zahnärztetag

Der alljährlich im Wechsel der Kammerfürtsten als Ausrichter im eigenen Lande stattfindende Deutsche Zahnärztetag hat sich als Gemeinschaftswerk von DGZMK, Hochschullehrer-Konferenz, KZBV und BZÄK - letztere federführend - bisher keinerlei Ruhmesblätter erdient. Die Teilnahme von Zahnärzten war meist eher bescheiden, das wissenschaftliche Programm dürftig - vielleicht deshalb die klägliche Beteiligung. Das politische Programm hatte selten Höhepunkte und die Vertreterversammlungen der Zwangs-Körperschaften boten das übliche Bla Bla. Funktionäre aller Herkunft, neben Kammern und KZV-en aus den vielfältigen Fachverbänden bildeten mit Reisekosten- und Tagegeldern wohldotiert ausgestattet die Statisterie, füllten weniger die Fortbildungssäle als die Gesellschaftsabende und Verköstigungsecken der Dental-Industrie-Stände. Die Industrie war jedesmal unzufrieden, wusste aber, "wir müssen kommen und bezahlen", sind die Veranstalter doch durch Zwangsmitgliedschaft die angeblichen Vertreter aller deutschen Zahnärzte.

Ab diesem Deutschen Zahnärztetag, am 11.11. eröffnet - für die Narren der Auftakt in die beste Jahreszeit - soll alles anders werden. Kein Wanderzirkus mehr, die nächsten drei Jahre ist man in Frankfurt. Vor allem, man hat ein professionelles Geld-Sammelkonzept unter Berliner Verlagsdominanz der Organisatoren entwickelt, das Premium-Partnern aus der Dentalindustrie eine aufwändige Sponsorship versüßt. Ob es bei den Zahnärzten etwas bringt, steht dennoch in den Sternen. Die "Quintessenz" aus dem Premium-Sponsor-Programm des Zahnärztetages: DGZMK und Hochschullehrer - mitgefangen die BZÄK - haben endgültig Unabhängigkeit und saubere Wissenschaftlichkeit des Deutschen Zahnärztetages verkauft. Premium- und anderen Sponsorpartnern zuliebe opfern wissenschaftliche Gesellschaften und Zwangs-Körperschaften, die die Interessen aller Zahnärzte und nicht der Industrie zu vertreten und zu fördern haben, ihre Immunität und Unabhängigkeit.

Die DGZMK hofft mit "Überschüssen" eine "Stiftung" schaffen zu können und böse Stimmen gibt es bereits, dass in einem solch gigantischen Sponsorkonzept auch schon die eine oder andere Prämie aus dem großen Füllhorn an Sponsorgeldern dahin oder dorthin fließen soll. Einzelne Fachmedien, besonders aus Kammerkreisen, überschlagen sich seit Monaten in Beliebigkeitsbeiträgen zur Feier der Übernahme einer Premium-Sponsorship und den entsprechenden Hinweisen auf die firmenbezogenen Wissenschaftsthemen im Deutschen Zahnärztetags-Programm. Aber lassen Sie sich als Zahnarzt nicht verdrießen, vielleicht finden Sie doch den einen oder anderen "Fachvortrag", der Sie interessiert, die Firmen bestimmen ja den Fortschritt, die Wissenschaft nickt ihn ab,

toi, toi, toi

Ihr J. Pischel


Foto: © Shutterstock.com
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