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Branchenmeldungen 11.11.2009

Deutscher Zahnärztetag: Von Berlin einfach beiseite gelegt

Deutscher Zahnärztetag: Von Berlin einfach beiseite gelegt

Mit dem neuen Gesundheitsminister hat auf dem Deutschen Zahnärztetag letzte Woche in München keiner gerechnet. Aber dass sich wenigstens der neue parlamentarische Staatssekretär Daniel Bahr oder die CDU-Aufpasserin im Ministerium, A. Widmann-Maunz bei den Zahnärzten in München sehen lassen, das hatte man doch mehr als erwartet. War doch dem FDP-Gesundheitssprecher Bahr vor der Bundestagswahl landauf und landab kein zahnärztlicher Stammtisch zu klein, um nicht vorzutanzen und jedes zahnmedizinische Medium bedeutend genug, um in Interviews die neue heile Welt für Zahnärzte zu verkünden – wählen sie nur gelb/schwarz. Eine neue Approbationsordnung sofort, eine neue GOZ ebenfalls sofort, alles zum Besten der Zahnärzte mit viel Geld obendrauf, höchster Wissenschaftlichkeit, absoluter Therapiefreiheit und Abrechnung nach Praxisnotwendigkeit.

Die Zahnärzte haben brav getan, was die FDP wünschte, der Koalitionsvertrag ist geschlossen, die Posten sind verteilt, die FDP hat die Gesundheitskarte mit Aufpasser gezogen und jede Seite, Union und FDP, sieht sich als Gewinner. Alles wird ganz anders – so die FDP – alles bleibt wie es war, so die Union. Womit sollte man also in München nun antreten, fragten sich sicher die FDP-Oberen im BMG. Weiß man doch längst, dass vieles nicht wie versprochen zu halten ist. Und wozu? Die Zahnärzte hat man doch als Wähler im Sack, Zeit sie mit ihren Anliegen schnell zu vergessen. Am besten nicht blicken lassen, könnte doch ein mutiger Zahnarzt-Funktionär an die versprochene sofortige Vollziehung der Approbationsordnung neu und der HOZ/GOZ neu erinnern. Lieber untertauchen.

Kam Frau Schmidt oder ihr SPD-Staatssekretär einmal nicht zum Zahnärztetag, was für ein Funktionärsgeheul. Jetzt harren die Zahnarztfunktionäre untertänigst, was wird gelb-schwarz nun ausbrüten, böses ahnend. Man beginnt zu realisieren, dass man auch jetzt wieder in die Rolle gedrängt werden wird, das „Schlimmste verhindern zu müssen“.

Hoffen wir weiter das Beste,
toi, toi, toi
Ihr J. Pischel

Foto: © Shutterstock.com

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