Branchenmeldungen 20.04.2026
Digital auf der Überholspur: SprintRace 2026 bringt Tempo in die Zahnmedizin
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Das SprintRace 2026 verband fachlichen Input mit einem ungewöhnlichen Rahmen. Zwischen Symposium und Rennstrecke ging es um digitale Workflows, neue Ansätze im Praxisalltag und den Austausch innerhalb einer Community, die sich zunehmend mit der Frage beschäftigt, wie sich Technologie sinnvoll integrieren lässt.
Den Auftakt bildete der Pre-Congress Day in Heidelberg. In kleineren Workshopformaten ging es nach dem Check-in im ATLANTIC Hotel direkt in die Tiefe. Digitale Workflows, Chairside-Strategien und Fragen rund um die Abrechnung von 3D-Druck-Indikationen standen hier im Mittelpunkt. Dr. Michi Weyhrauch zeigte unter dem Titel „Midas in der Praxis: Scan, Design, Druck“, wie sich digitale Prozessketten chairside umsetzen lassen. Sina Gruhn und Sophia Brand widmeten sich der Echtzeit-Dokumentation, KI-gestützter Datenerfassung sowie Fragen der GOZ- und BEB-Abrechnung digitaler Leistungen. Auch die zahntechnische Perspektive blieb nicht aus. ZTM Aldo Hedemann stellte Workflows rund um Schienen, Modelle und weitere Anwendungen vor und ordneten deren Einsatz im Praxis- und Laboralltag ein. Am Abend verlagerte sich das Geschehen an den Hockenheimring ins Porsche Experience Center. Dort klang der erste Symposiumstag bei chilligen Beats in der Abendsonne aus.
Der Kongresstag am Samstag setzte den inhaltlichen Schwerpunkt und zeigte, dass es längst nicht mehr um die Frage geht, ob digitale Zahnmedizin im Alltag angekommen ist, sondern darum, wie sie sinnvoll und effizient eingesetzt und in das Praxisportfolio integriert werden kann. Patrick Thurm, Managing Director und General Manager der SprintRay Europe GmbH, begrüßte die mehr als 200 Teilnehmer am Morgen, getreu dem Porsche-Spirit, um 9:11 Uhr. In seiner Ansprache blickte er auf die Entwicklung des Unternehmens zurück, das sich in den vergangenen fünf Jahren vom Start-up zu einer etablierten Größe entwickelt hat. Mit Blick auf das bevorstehende Jubiläum im Mai beschrieb er SprintRay als ein Unternehmen, das die Phase des Aufbaus hinter sich gelassen hat und heute mit einem Team von rund 80 Mitarbeitern arbeitet.
Dr. Michi Weyhrauch und Dr. Kay Vietor zeigten im Anschluss, wie Chairside-Lösungen heute neu gedacht werden können. Im Mittelpunkt standen durchgängige Prozesse und die Frage, wie sich digitale Abläufe sinnvoll in den Praxisalltag integrieren lassen. Dr. Kay Vietor machte deutlich, wie entscheidend das Zusammenspiel von Hardware und Software ist und wie sich dadurch Abläufe vereinfachen lassen. Anhand vorgestellter Patientenfälle zeigte er, wie der Weg vom Scan bis zur fertigen Versorgung strukturiert umgesetzt werden kann. Ein zentrales Thema war dabei die Delegation innerhalb des Teams. Digitale Prozesse können dazu beitragen, Aufgaben neu zu verteilen und Fehlerquellen zu reduzieren. Gleichzeitig ging es um die Frage, wie schnell sich Lösungen für Patienten im Alltag realisieren lassen und wie sich diese wirtschaftlich in das Leistungsspektrum einer Praxis integrieren lassen.
Weniger um Visionen als um belastbare Daten ging es im Vortrag von Prof. Dr. Bogna Stawarczyk und Dr. Samuel Akhondi. Sie nahmen den Status quo des 3D-Drucks in der Wissenschaft in den Blick und stellten die aktuelle Studienlage vor.
Weitere Beiträge aus der Implantologie machten die Bandbreite klinischer Anwendungen deutlich. Referenten wie Dr. Mike Back, Dr. Markus Spörl und Dr. Stefan Scholz zeigten, wie sich Versorgungsstrategien von der Einzelzahnversorgung bis hin zu komplexen Konzepten digital planen und umsetzen lassen. Dabei wurde deutlich, dass sich auch anspruchsvolle Fälle zunehmend strukturiert und funktionell lösen lassen. Der 3D-Druck wurde in diesem Zusammenhang als ein wesentlicher Entwicklungsschritt beschrieben, der neue Möglichkeiten in der Rekonstruktion eröffnet. Dr. Markus Spörl gab zudem Einblicke in seine eigene Entwicklung und zeichnete den Weg von klassischen analogen Verfahren mit Abdruck und Gipsmodell hin zu einem vollständig digitalen Workflow nach. Dieser Wandel spiegelt eine Entwicklung wider, die viele Praxen derzeit durchlaufen oder noch vor sich haben.
Am Nachmittag verschob sich der Blick stärker in Richtung Zukunft. Dr. Ioana Vasu und Dr. Kristian Winkler widmeten sich den Potenzialen des dentalen 3D-Drucks und diskutierten, welche Entwicklungen in den kommenden Jahren zu erwarten sind. Im anschließenden Coffee-Talk unter dem Titel „One Size Fits None“ diskutierten Dr. Verena Freier und Dr. Daniel Petcu die zunehmende Bedeutung individualisierter Behandlungskonzepte und zeigten auf, warum standardisierte Ansätze in vielen Bereichen an ihre Grenzen stoßen. Den inhaltlichen Abschluss bildete der Vortrag „Die Vision des 3D-Drucks – wie geht es weiter?“ mit Dr. Andreas Kurbad und Patrick Thurm. Im Fokus standen aktuelle Entwicklungen und neue Anwendungen, insbesondere im Bereich der Restaurationen. Vorgestellt wurde unter anderem eine neue Multikapsel-Technologie für den 3D-Druck.
Unter dem SprintRace-Leitmotiv „Präzision trifft Höchstgeschwindigkeit“ wurde deutlich, wie digitale Prozesse Abläufe verändern, neue Möglichkeiten eröffnen und Praxen gleichzeitig vor organisatorische und wirtschaftliche Fragen stellen.