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Branchenmeldungen 14.12.2012

Dr. Dogan Kaner erhält den "SSOI Research Award 2012"

Dr. Dogan Kaner erhält den "SSOI Research Award 2012"

Dr. Dogan Kaner vom Lehrstuhl für Parodontologie der Universität Witten/Herdecke hat den "SSOI Research Award 2012" der Schweizerischen Gesellschaft für orale Implantologie (SGI) erhalten.

Auf der Berner Gemeinschaftsstagung der Schweizerischen, Deutschen und Österreichischen Gesellschaften für Implantologie wurde sein Beitrag zum Forschungswettbewerb mit dem Titel "Effect of soft tissue expansion on microcirculation and healing after vertical ridge augmentation in dogs" als herausragende Forschungsleistung auf dem Gebiet der oralen Implantologie ausgezeichnet. Co-Autoren der Veröffentlichung sind Han Zhao (Lehrstuhl für Parodontologie, UW/H), Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden (Rotes-Kreuz-Krankenhaus Kassel), Prof. Dr. Wolfgang Arnold (Lehrstuhlinhaber biologische und materialkundliche Grundlagen der Zahnmedizin, UW/H) und Prof. Dr. Anton Friedmann (Lehrstuhlinhaber Parodontologie, UW/H).

Nach einem Zahnverlust entwickeln sich Kieferknochen und Zahnfleisch zurück. Wenn dann nach langjähriger Zahnlosigkeit Implantate eingesetzt werden sollen, muss häufig erst der Kieferknochen wieder aufgebaut werden. Bei fortgeschrittenem Knochenabbau geschieht dies aufwändig mittels Transplantation von Eigenknochenstücken des Patienten. Wenn jedoch sehr viel neuer Knochen benötigt wird, muss die Mundschleimhaut sehr stark gedehnt werden, um über das transplantierte Knochenstück zu passen. Aufgrund der Rückentwicklung des Zahnfleischs leidet dabei allerdings die Durchblutung des operierten Bereichs und es kann aufgrund gestörter Wundheilung zum Fehlschlag des Knochenaufbaus kommen. Um dies zu verhindern, arbeitet die Forschergruppe an der Methode der Weichgewebexpansion. Durch die Implantation von Gewebexpandern wird zuerst das Zahnfleisch vermehrt, um einen Knochenaufbau später einfacher und mit weniger Komplikationen durchführen zu können.

"Bei umfangreichen Knochenaufbauten sind die Qualität und die chirurgische Handhabung der Mundschleimhaut - des Weichgewebes - entscheidende Faktoren für den Erfolg", erläutert Prof. Dr. Anton Friedmann. Bereits im Jahr 2010 hatten Prof. Friedmann und Dr. Kaner die weltweit erste klinische Studie zur Anwendung von Expandern im menschlichen Zahnfleisch vorgelegt. Bei der nun prämierten Studie wurde im Tierversuch eindeutig nachgewiesen, dass aufgrund der durch die Gewebeexpansion verbesserten Weichgewebequalität selbst bei umfangreichen Knochenaufbauten die Durchblutung nicht mehr wesentlich gestört ist und somit tatsächlich weniger Komplikationen auftreten.

"Herr Dr. Kaner war bei der Konzeption des Forschungsprojekts federführend sowie an der Durchführung der Studie maßgeblich beteiligt und hat das Thema im Wettbewerb sehr erfolgreich vorgestellt", lobte Prof. Friedmann. "Ich freue mich sehr, dass diese implantologische Auszeichnung dieses Mal an die Parodontologie geht", sagte der Prämierte. "Lange stand ausschließlich das Hartgewebe, der Kieferknochen, im Mittelpunkt der Forschung. Dabei ist die Qualität des Weichgewebes und dessen schonende Handhabung nicht weniger wichtig für den Erfolg einer Therapie mit Zahnimplantaten".

Den Abstract der ausgezeichneten Publikation "Effect of soft tissue expansion on microcirculation and healing after vertical ridge augmentation in dogs" finden Sie hier.

Weitere Informationen: Dr. Dogan Kaner, dogan.kaner@uni-wh.de, 02302 / 926-656

Quelle: Universität Witten/Herdecke

Foto: © Universität Witten/Herdecke
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