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Branchenmeldungen 27.09.2010

Dr. Wolfgang Eßer - bisher KZBV-Vorstand - neuer Apo-Bank-Vorstand?

Dr. Wolfgang Eßer - bisher KZBV-Vorstand - neuer Apo-Bank-Vorstand?

Alle Anlage-Kunden auf Versorgungswerkbasis von Verlusten freistellen


Seit Jahren ist der allmächtig selbstbewusst auftretende hauptamtliche Vorstand der KZBV, Dr. Wolfgang Eßer auch in der Apo-Bank ein Macher an entscheidender Stelle. Als Vorsitzender des PKR-Ausschusses ist er der Herr über die Kreditvergabe der Bank, entscheidet damit an vorderster Stelle über jenen Geschäftszweig der Bank, mit dem sie ihre ganze Unternehmensbasis begründet und immer gut Geld verdient hat. Nach dem kläglich gescheiterten Ausflug in die große Fonds-Investment-Welt kehrt die Bank reumütig zu den klassischen Zinsdifferenz-Geschäften, wenig für Spareinlagen geben und möglichst viel bei Krediten nehmen, zurück. Also, eine tragende Säule der Bank. Aber vor allem entscheidet dieser "Kredit-Ausschuss" vielfach über die Zukunft einzelner Heilberufler, ob sie ihre Vorhaben finanziert bekommen oder nicht, vor allem, wer von jenen, die mit Zahlungen säumig sind sozusagen "fällig gestellt" wird.

Seit Eßer nun auch im Apo-Bank-Aufsichtsrat residiert, soll er sich dort als großer Sanierer und Aufdecker positionieren. Bei 4,5 Milliarden "toxischem" Apo-Bank-Investment-Portfolio, also klar gesprochen, Fehlanlagen, die heute nichts wert und nach Expertenmeinung auch weitgehend auf Dauer abzuschreiben sind, gibt es auch genug zu tun. Die klassischen Banker, mit der Erfahrung ihrer beruflichen Entwicklung in Finanz- und Investmentgeschäften haben ja ganz offensichtlich völlig versagt. Dies lässt natürlich Begehrlichkeiten wach werden, grundsätzlich über die Apo-Bank-Vorstandsbesetzung, gerade jetzt wo das klassische Kreditvergabegeschäft an Heilberufler wieder im Vordergrund steht, laut nachzudenken, ob nicht ein Heilberufler als Fach-Vorstand in den Apo-Bank-Vorstand einziehen muss. Ja, auf jeden Fall, heißt es von verschiedener Seite im Aufsichtsrat und aus der Vertreterversammlung heraus und, richtig aufgestellt, wird dann auch gleich ein Name genannt: KZBV-Vorstand Dr. Wolfgang Eßer. Der, heißt es, sei sicher bereit, für ein Millionen-Gehalt bei der Apo-Bank die Praxis und die KZBV-Vorstandsmacht aufzugeben und die Hürde Bankenaufsicht - keine direkte Berufserfahrung im Bankgeschäft - sei überwindbar.

Ein wichtiges Thema, dem sich ein Heilberufler als Bank-Vorstandsmitglied sofort bemächtigen müsste, liegt in der Ungleichbehandlung der Privatanleger - Ärzte, Zahnärzte, Apotheker - im Rahmen von Investment-Anlage-Empfehlungen- und -Vermittlungen und der Versorgungswerke. Den Versorgungswerken wurden 2 Milliarden-Investment in heute "toxischen Papieren" aufgeschwatzt, allerdings verbunden mit der Zusage, dass bei Nichteintreten der angepeilten Gewinnaussichten die Apo-Bank die Papiere ins eigene Portfolio zurücknimmt, also die Verluste verantwortet und ausgleicht. Warum werden eigentlich die schlecht beratenen Heilberufler, die in solchen "toxischen Papieren" Geld verloren haben oder verlieren werden nicht gleichwertig von den Verlusten freigestellt? Führt die Koppelung von Versorgungswerk-Vorsitz einzelner gekoppelt mit entsprechend prominenten Apo-Bank-Aufsichtsposten nicht zu einem Interessenskonflikt? Warum sorgen die Aufsichtsräte aus Kammern und KZVen nicht für Gleichbehandlung aller Apo-Genossen, viel Erfolg dabei,

toi, toi, toi

Ihr J. Pischel

27.09.2010

Foto: © Shutterstock.com
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