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Branchenmeldungen 28.09.2010

Drei kostspielige KZBV-Vorstände - das ist einer zuviel

Drei kostspielige KZBV-Vorstände - das ist einer zuviel

Zum Jahresbeginn 2011 stehen Wahlen zum Vorstand der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) an. Da gibt es nicht nur ein heftiges Gerangel um die künftige Nr. 1 im Vorstand - Esser bisher Nummer 2, will Fedderwitz aus dem Amt boxen - vor allem aber stellt sich die Frage wozu man 3 Mann in einem Vorstand braucht, ob da nicht einer zuviel herumturnt. Klar gesagt, es spricht alles dafür, einen Job in der KZBV-Vorstandsspitze zu streichen, das spart viel Geld und macht die KZBV sicher auch effizienter. Sicher ist, weniger leistungsfähig als heute kann die KZBV nicht werden. Trotz der Lobeshymnen über viele Druckseiten in der ZM hinweg, jede zweite Woche, sind die Ergebnisse für die Zahnärzteschaft einfach kläglich. Keinesfalls ist daraus ein dritter Vorstandsposten zu rechtfertigen. Sparen kann man damit im KZBV-Haushalt mehr als eine Million Euro, Jahr für Jahr. Rechnet man noch die Personalkosten jener Posten dazu, die nur geschaffen werden, weil jeder Vorstand sich mit besonderen Referaten schmücken muss, werden es zwei Millionen an Spareffekt.

Nur zwei Spitzenposten zu haben, eröffnet vor allem die Chance, klare Zuständigkeitszuordnungen in der KZBV-Führung vornehmen zu können. Einfach gesprochen ist einer für Inneres und der/die andere für Äußeres verantwortlich. Viele Hahnenkämpfe auf KZBV-Vertreterversammlungen blieben den Delegierten erspart, die nur inszeniert werden, um über den Kollegen im Vorstand dominieren zu können. Da brauchen auch keine Politfallen mehr aufgestellt zu werden, jeder kann sich voll auf seine Aufgaben konzentrieren. Die KZV-Bosse in den Ländern freuen sich sicher auch, weil sie sich erhoffen können, wieder mehr in die KZBV-Politik eingebunden zu werden.

Ein Ruhmesblatt waren die Politergebnisse der letzten Monate wahrlich nicht, die dafür sprechen würden eine Kompetenzaufteilung im Ressort Äußeres vorzunehmen. Nichts vorangegangen ist beim Thema Kostenerstattung, die Qualitätssicherungsdebatte läuft zahnärztlichen Interessen völlig zuwider, die Budgetierung wird im vorliegenden GKV-FinG nicht wie von KZV-Bossen versprochen, aufgehoben, sondern sogar verschärft, selbst die Individualprophylaxe wird unterworfen. Die bisher schon klägliche, alljährliche Punktwertsteigerung gebunden an die Grundlohnsummensteigerung wird halbiert. Ebenfalls verschoben wird die BEMA-Ost-West-Punktwertanpassung, die Zahnärzte bleiben die einzig so diskriminierte Gruppe der Leistungserbringer. Krankenkassen können mit Zahnarztgruppen Sonderverträge schließen, und bis heute kassieren die Kassen mehr Sonderbeiträge von den Versicherten als sie an Zahnärzte über die Festzuschuss-Dotierung ausschütten. Hunderte Millionen Euro wurden so den Zahnärzten vorenthalten.

Die Zahnärzte müssen immer mehr Leistungen, wollen sie mit der Praxis betriebswirtschaftlich zurechtkommen, selbst mit den Patienten vereinbaren. So deckt der Anteil der über die KZVen "eingenommen" wird gerade noch die Hälfte der Praxisumsätze ab. Die KZVen spielen für die Zahnarztpraxen eine immer unbedeutendere Rolle. Umso mehr ist gerechtfertigt, dass sich auch die KZBV den Realitäten anpasst, ein Spitzen-Vorstandsposten gestrichen wird. Wie gesagt, es kann nur besser werden,

toi, toi, toi
Ihr J. Pischel

20.09.2010

Foto: © Shutterstock.com

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