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Branchenmeldungen 09.05.2016

„Einmalige Forschungsmöglichkeiten und Innovationsausrichtung“

Georg Isbaner
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„Einmalige Forschungsmöglichkeiten und Innovationsausrichtung“

Dentsply Sirona ist nach der abgeschlossenen Fusion Anfang dieses Jahres der größte Dentalkonzern der Welt. Tatsächlich scheinen sich die beiden Innovationsträger der Branche aus digitaler wie implantatlogischer und implantatprothetischer Sicht ideal zu ergänzen. Georg Isbaner, Implantologie Journal, sprach mit Dr. Karsten Wagner, Geschäftsführer Dentsply Sirona Implants Deutschland, über die Fusion, die mittelfristigen Ziele und welche Produkte und Services vor allem in Deutschland im Fokus des Dentalriesen stehen.

Herr Dr. Wagner, Ihr Unternehmen befindet sich in einer interessanten Phase. Die Fusion mit Sirona wurde offiziell Ende Februar abgeschlossen. Der größte Zusammenschluss zweier Unternehmen in der Dentalbranche dürfte aber noch ein paar Tage dauern, bis diese zwei vormals sehr eigenständigen Marken endgültig zusammengewachsen sind. Arbeiten Sie jetzt bei Dentsply Sirona oder immer noch bei DENTSPLY Implants?
Das neue Unternehmen, das durch die Fusion zwischen DENTSPLY Internatio­nal und Sirona Dental Systems ent­standen ist, heißt Dentsply Sirona – The Dental Solutions Company™. Das Implantatgeschäft der früheren DENTSPLY Implants ist jetzt unter dem neuen Firmennamen „Dentsply Sirona Implants“ zusammengefasst.

Welche Vorteile bieten sich Ihren Kunden durch die Fusion?
Dentsply Sirona ist jetzt der weltweit größte Hersteller für Dentalprodukte und -technologien für Zahnärzte und Zahntechniker. Dies bringt für uns Verantwortung und Verpflichtungen mit sich. Dank unseres größeren und umfangreicheren Produkt- und Lösungsangebots können wir den Bedürfnissen unserer Kunden noch besser gerecht werden. Denn schließlich nimmt ja auch der Bedarf an zahnmedizinischen Leistungen zu und entwickelt sich permanent weiter. Das Engagement von Dentsply Sirona in der Zahnheilkunde geht aber über Produkte und Lösungen hinaus. Gemeinsam verfügen wir zum Beispiel über die umfassendste Plattform zur klinischen Ausbildung in der Branche und freuen uns darauf, zur ­Nutzung unserer führenden Schulungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten ein­laden zu können.

Wir werden auch weiterhin an der Spitze von Innovationen und Produktentwicklungen stehen. Durch den wirksamen Einsatz der Ressourcen von zwei Marktführern werden wir den Fortschritt in der Zahnheilkunde durch bisher unerreichte Investitionen in Forschung und Entwicklung und Innovationen vorantreiben. Dank der Unterstützung führender Händler und eines Direktvertriebs mit einer erstklassigen Vertriebs- und Serviceinfrastruktur werden wir die Bedürfnisse von Zahnmedizinern, Laboren und Spezialisten besser verstehen und erfüllen.

Welche Vision hat das neue Unternehmen?
Unsere Mission ist es, unsere Kunden beim Fortschritt in der Patientenver­sorgung und der Verbesserung der Zahngesundheit weltweit zu unterstützen. Um dieses Ziel zu erreichen, wollen wir weiterhin ergänzende, umfassende End-to-End-Lösungen (Komplettsortiment) und neue Produkte entwickeln, die eine bessere, sicherere und schnellere Zahnheilkunde gewährleisten. Als Dentsply Sirona führen wir einige der etabliertesten und bewährtesten Dentalmarken, die für ihre Qualität und Innovation bekannt sind. Wir arbeiten außerdem mit verstärktem Engagement an der Entwicklung von Produkten, die zu einer verbesserten Patientenerfahrung beitragen, indem wir vermehrt Behandlungen in nur einer Sitzung ermög­lichen, die die Behandlungszeiten weiter reduzieren und für bessere klinische Ergebnisse sorgen. Durch unsere einmaligen Forschungsmöglichkeiten und unsere Innova­tionsausrichtung ist Dentsply Sirona bestens für die Zusammenarbeit mit Zahnärzten und Zahntechnikern aufgestellt, um die Einführung der digitalen Zahnheilkunde, Behandlungen in nur einer Sitzung und ­integrierte Lösungen zu beschleunigen. Interessenten finden auf der neuen Website ­ www.dentsplysirona.de viele wissenswerte Informationen.

Eine der wichtigsten Veranstaltungen in diesem Jahr ist aus Ihrer Sicht der ANKYLOS-Kongress am 17. und 18. Juni in Frankfurt am Main. Was sind die Themen und welche Besonderheiten erwarten die Teilnehmer?
Die Besucher des bereits ausverkauften Jubiläumskongresses erhalten einen kompakten Überblick über die 30-jährige Erfolgsgeschichte des Implantatsystems: Innovationen in der klinischen Anwendung, technologische Stärken und Ergebnisse wissenschaftlicher Studien. Workshops mit Hands-on-Übungen vermitteln anhand von Fallbeispielen wertvolle Praxiserfahrung. Unter der wissenschaft­lichen Leitung von Dr. Paul Weigl ist das Referententableau inter­national und hochkarätig besetzt, u. a.mit Priv.-Doz. Dr. Dietmar Weng, Dr. Mischa Krebs, Dr. Nadine von Krockow (alle aus Deutschland), Prof. Dr. Georgios Romanos (USA), Dr.

(Großbritannien), Prof. Dr. Ye Lin (China) und Dr. Marco Degidi (Italien). Die Er­öffnungsrede am Freitag hält Dr. Werner Groll, der bis Ende 2014 Group Vice President von DENTSPLY Implants war. Er hatte mit viel Weitblick das von Georg-Hubertus Nentwig und Walter Moser entwickelte damalige „NM-­System“ unter dem Namen ANKYLOS zu einem weltweit führenden Implantatsystem ausgebaut. Auch Professor Nentwig wird als einer der Entwickler die Erfolgsgeschichte des Implantat­systems auf dem Kongress vorstellen. Das Programm bietet auch einen Überblick über Langzeitstudien, zeigt Behandlungskonzepte für komplexe Fälle auf, diskutiert die Voraussetzungen für Sofort­belastung und vieles mehr. Weitere Infos gibt es auf unserer Website www.dentsplyimplants.de/ankyloskongress

Was hat es mit den ANKYLOS Poster- und Videopreisen auf sich?
Der ANKYLOS-Kongress bietet Wissenschaftlern und Praktikern eine Plattform, Studien und bewährte oder innovative Behandlungsstrategien in einer Posterausstellung auch digital zu präsentieren. Die besten Arbeiten werden mit den ANKYLOS Poster- und Videopreisen ­ausgezeichnet, die mit insgesamt 10.000 Euro dotiert sind. Die Auszeichnungen werden für klinische Studien oder Fallpräsentationen mit ANKYLOS-Implantaten je nach Ausgangssituation in den Kategorien „Einzelzahn“, „Schaltlücke/Freiende“ und „zahnloser Kiefer“ vergeben. Neben konventionellen Postern können erstmals auch Videoclips eingereicht werden. Als Bewertungskriterien gelten Originalität, Innovation, Bedeutung für die Implantologie, Praxisrelevanz sowie Form und Darstellung. Beim Videopreis zählt zusätzlich die Anzahl der Klicks bei YouTube.

Neben 30 Jahren ANKYLOS feiern Sie auch 15 Jahre XiVE. Was ist dazu geplant?
Wir werden im Herbst mit einer Roadshow „XiVE Live – 15 Jahre Implantology unlimited“ in Köln (17.9.), Hannover (15.10.) und Mannheim (22.10) unterwegs sein. Bei den eintägigen Veran­staltungen, die jeweils von Priv.-Doz. Dr. Jörg Neugebauer und Dr. Peter Gehrke geleitet werden, stellen unterschiedliche Referenten die chirurgische Flexibilität und prothetische Vielfalt des Implantatsystems vor. Das Programm und weitere Infos sind im Internet ­verfügbar: www.dentsplyimplants.de/Fortbildung/XiVE-Roadshow-2016

Ein wichtiges Produkt für den deutschen Markt ist zurzeit das Implantatsystem OsseoSpeed Profile EV des ASTRA TECH Implant System. Was ist daran besonders?
Das Besondere an diesem Implantatsystem ist die abgeschrägte Implantatschulter. Es wurde speziell für die Versorgung des schräg atrophierten Kieferkamms entwickelt: Das Implantat passt sich dem natürlichen Verlauf des Knochens an und ermöglicht mit einem 360-Grad-Knochenerhalt rund um das Implantat eine verbesserte Weichgewebsästhetik. Dadurch kann in vielen Fällen eine Augmentation vermieden werden. Interessenten finden unter www.jointheev.de viele spannende Details dazu.

 

 

Kann man bei einem schräg atrophierten Kieferkamm nicht auch ein Standardimplantat verwenden?
Wird bei einem schräg atrophierten Kieferkamm ein Standardimplantat auf Höhe des bukkalen marginalen Knochens platziert, fehlt die biomechanische Unterstützung des lingualen/palatinalen und approximalen Knochens ­koronal zum Implantat. In diesem Fall muss mit einem Remodelling des Knochens, Knochenverlust sowie Rückgang des Weichgewebes gerechnet werden. Wird ein Standardimplantat auf Höhe des lingualen Knochens platziert, ragt es auf der bukkalen Seite über den Knochen hinaus, sodass der Implantathals durch die periimplantäre Mukosa durchscheinen kann. Das OsseoSpeed Profile EV passt sich dagegen dem schräg ­atrophierten Kieferkamm an: Implant follows Bone! So kann die Notwendigkeit einer Knochenaugmentation reduziert und eine hohe periimplantäre Weichgewebsästhetik erzielt werden.

Ist die prothetische Versorgung auf diesen Implantaten mit abgeschrägter Schulter schwieriger oder einfach?
Ganz klar einfacher. Denn durch die neue Innengeometrie des Implantats passen alle indexierten Komponenten in nur einer einzigen Position in das Implantat („One-position-only“-Funktion) und sind der abgeschrägten Implantatschulter und dem Emergenzprofil entsprechend anatomisch geformt. Darüber hinaus verfügt das System über selbstpositionierende Abformpfosten. Diese sind so gestaltet, dass durch einfaches Drehen an der Abformpfostenschraube der Pfosten selbstpositionierend die ­einzig richtige Position im Implantat findet. Diese Merkmale machen die Handhabung des Systems ausgesprochen einfach im Arbeitsalltag.

Wie ist die Studienlage zu dem Implantatsystem und wie sind die Reaktionen der Anwender?
Die ersten Ergebnisse der Studien sind beeindruckend, genau wie das Feedback von Anwendern. Im DENTSPLY ­Implants Magazin gibt es dazu ausführliche In­formationen sowie Statements verschiedener Anwender und Fallberichte: www.di-mag.de/profileev. Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner und Priv.-Doz. Dr. Robert Nölken beschreiben in einem Artikel die wissenschaftlichen Hintergründe und Ergebnisse mehrerer Studien zu den Profile-Implantaten: Sie zeigen unter anderem „eine hohe Implantatüberlebensrate, stabiles Hart- und Weichgewebe sowie den Niveau­erhalt zwischen bukkalem und lingualem Knochen“. Einen aktuellen Fall­bericht von Dr. Nölken können Ihre Leser ja auch in der Ausgabe 05/16 des Implan­tologie Journals nachlesen.

Allgemein betrachtet ist die Implantologie immer noch ein stabiler und gesunder Markt. In den vergangenen Jahren gab es dennoch viele Veränderungen sowohl seitens der Unternehmensstrukturen – die Fusion von DENTSPLY und Sirona gehört ja dazu – als auch bei den Produkt- und Servicepaletten. Worauf legen Sie ­besonderen Wert?
Als Premiumanbieter legen wir besonders Wert auf alle Dinge, über die ein Billiganbieter nicht oder nur in sehr eingeschränktem Maße verfügt: eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung sowie wissenschaftliche Studien und Langzeitdokumentationen. Der technische Service vor Ort durch unsere Mitarbeiter im Außendienst gehört ebenso dazu wie das umfangreiche Fort- und Weiterbildungsprogramm. Und durch die Fusion mit Sirona können wir künftig auch im digitalen Bereich Synergien nutzen und neue Lösungen schaffen. Wir freuen uns auf die erweiterten Möglichkeiten, die sich uns als Dentsply Sirona bieten: The Dental Solutions Company™.

Herr Dr. Wagner, vielen Dank für das Gespräch.

Foto: © Dentsply Sirona Implants
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