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Branchenmeldungen 18.03.2019

Experten warnen: Finger weg von Bernsteinketten als Zahnungshilfe

Experten warnen: Finger weg von Bernsteinketten als Zahnungshilfe

Schmuckstücke mit Perlen aus Bernstein, die unter anderem Schmerzen beim Zahnen lindern sollen, sind nicht nur Ammenmärchen, sondern für Kinder lebensgefährlich. Jüngste Unfälle zweier Kleinkinder zeugen davon.

Ein 18 Monate altes Kind hatte sich während des Mittagsschlafs mit solch einer Kette erdrosselt, ein anderes drohte zu ersticken, weil sich die Perlen von der Kette lösten.

Aus diesem Grund hat die Food and Drug Administration (FDA) in einer Pressemitteilung erneut vor Schmuck dieser Art gewarnt. Halsketten und Armbänder mit Bernsteinperlen oder anderen Materialien bergen Risiken – Strangulation oder Ersticken sind die offensichtlichsten. Darüber hinaus kann der Schmuck Verletzungen im Mund des Kindes verursachen, die Infektionen nach sich ziehen. Laut FDA sei zudem das Nuckeln an Bernsteinketten nicht unbedenklich, weil diese Bernsteinsäure – auch Succinylsäure genannt – absondert, die so in den Blutkreislauf der Kinder gerät. Angeblich soll diese entzündungshemmend wirken. Allerdings gibt es weder Belege für die Wirksamkeit noch wurden etwaige Risiken geprüft.

Effektive, aber ungefährliche Maßnahmen gegen Zahnschmerzen beim Zahnen sind Massagen am Zahnfleisch sowie Beißringe mit und ohne Kühlung.

Foto:epiximages – stock.adobe.com

Deutsche Apotheker: „Beißring statt Bernstein“

Viele Eltern legen ihrem Baby ein Bernsteinkettchen um, weil dies angeblich Zahnungsbeschwerden lindern soll. „Es ist vielleicht ein schöner Mythos, aber nicht belegt. Von Halsketten bei Kleinkindern würden wir schon wegen der Strangulierungsgefahr abraten“, betont Martina Fehrer, pharmazeutisch-technische Assistentin in einer Apotheke in Wertheim, im Apothekenmagazin „Baby und Familie“ . Manchen Babys helfe bei Beschwerden ein Spucktuch und etwas Kühles, Festes zum Beißen - zum Beispiel ein Beißring. „Bei gereizter, entzündeter Schleimhaut empfehlen wir gern ein Zahnungsgel mit Kamillenextrakt und einem schmerzlindernden Wirkstoff“ , erklärt Fehrer. „Davon trägt man ein wenig mit dem sauberen Finger oder einem Wattestäbchen auf die Zahnleiste auf.“ Zu einem Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol sollte man nur bei starken Beschwerden greifen. Wichtig ist laut Fehrer, sich exakt an die Dosierungsvorgaben zu halten.

 

Quelle: Wort & Bild Verlag - Baby und Familie, übermittelt durch news aktuell

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