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Branchenmeldungen 03.11.2009

Festzuschüsse – besser als gar nichts

Festzuschüsse – besser als gar nichts

Die Erfahrungen, die die Zahnärzteschaft mit den Zahnersatz-Festzuschüssen gemacht haben, sind ja nicht gerade die allerbesten. Die ZE-Umsätze sind in vielen Praxen ganz entgegen der Fanfarenstöße aus den KZVen heraus gesunken, die Implantologie hat bei weitem nicht den Umsatzschub erfahren, der mit mindestens einer Verdopplung bis zum dreifachen an Versorgungen prognostiziert war. Nichts davon, die Zahl der ZE-Neuversorgungen nach GOZ liegt gerade einmal bei 50 Prozent, die Zahl aufwendiger Arbeiten ist zurückgegangen und vor allem, die ZE-Festzuschuss-Bürokratie in den Praxen ist überbordend.

Mit der neuen schwarz-gelben Regierung droht nun, wie ich schon sagte, dass die Zahnheilkunde weitgehend im neuen von der FDP angepeilten PKV/GKV-Gesundheitssystem der gesetzlichen Grundversorgung dem Finanzrotstift – Beiträge dürfen nicht steigen, Staatszuschüsse sind eher begrenzt – zum Opfer fällt. Um der von den KZV- und Kammerfunktionären selbst aufgestellten GKV-Ausstiegsfalle zu entrinnen, wird nun ein Festzuschuss-Rettungsanker zu werfen gesucht. Die Mehrkostenvereinbarung in der Füllungstherapie soll ebenso in das Festzuschuss-System übergeführt werden – warum eigentlich, läuft doch passabel – wie die Parodontologie.

Was heißt das? Folgt die Politik dem ZE-Muster dann fliegt fast die gesamte Zahnheilkunde (ZE, Füllung, Paro) aus der paritätischen Solidarabsicherung, die Versicherten müssen alle Beitragsanteile zu 100 Prozent selbst aufbringen. Um diesen Sonderbeitrag nicht zu umfangreich werden zu lassen, wird der Festzuschuss-Leistungsumfang für Füllungen und Paro – hier gibt es heute schon kaum etwas auf Kasse – drastisch heruntergefahren. Die Bürokratie im Festzuschuss-System wird nach ZE-Muster grauenvoll. Ein Heil über Zusatzversicherungen – bei ZE sind die Leistungszusagen kläglich, meist begrenzt auf den GKV-Eigenanteil – ist nicht in Sicht. Es sei denn über Selektivverträge der PKVen mit einzelnen Zahnärzten, die unter SPD-Schmidt noch ein zu verdammendes Teufelswerk waren und nun von den KZV-Bossen als zu gestaltende schwarz-gelbe Segnung bereits als GOZ-Neu gegeben angenommen werden. Retten was zu retten ist, so die KZV-Devise, vor allem die eigenen KZV-Hauptamtsjobs,

toi, toi, toi
Ihr J. Pischel

Foto: © Shutterstock.com

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