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Branchenmeldungen 19.07.2018

Für Kieferorthopädie gibt es keine Altersgrenze

Für Kieferorthopädie gibt es keine Altersgrenze

PD Dr. Dr. Collin Jacobs ist zum Professor für Kieferorthopädie am Universitätsklinikum Jena berufen worden. Als Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie setzt er auf individuelle und interdisziplinäre Behandlungskonzepte.

Unter Fehlstellungen der Zähne, meist mit Kau- und Funktionsstörungen im Kieferbereich verbunden, leiden nicht nur Kinder und Jugendliche, auch wenn sie die weitaus größte Patientengruppe der Kieferorthopäden darstellt. Die Zahnmediziner können auch Erwachsenen zu einem Gebiss mit besserer Funktion und Ästhetik verhelfen. Relativ jung ist die Therapie von Fehlstellungen, die als Folge von Zahnfleischerkrankungen eintreten. „Nach der Behandlung der Parodontose wird der aus dem Zahnfach getretene Zahn behutsam zurückbewegt. Das ist auch mit Zahnspangen möglich, die an der Innenseite der Zähne befestigt werden“, so der neuberufene Professor für Kieferorthopädie am Universitätsklinikum Jena, Collin Jacobs.

Diese Lingualtechnik ist einer der klinischen Schwerpunkte des gebürtigen Göttingers, für den er nach seinen Studienabschlüssen in Human- und Zahnmedizin ein spezielles Masterstudium absolvierte, und den er in seiner Poliklinik am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde des Jenaer Uniklinikums etablieren möchte. Von den ästhetischen Vorteilen der nicht sichtbaren Zahnspangen können sowohl Kinder und Jugendliche, als auch Erwachsene profitieren, ebenso von der exakten dreidimensionalen digitalen Abformung des Gebisses, die den unangenehmen Gebissabdruck überflüssig macht.

„Bei der kieferorthopädischen Behandlung Erwachsener muss auch die eventuelle Einnahme von Medikamenten berücksichtigt werden, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen, etwa Wirkstoffe gegen Osteoporose“, merkt Collin Jacobs an. Pharmakologische, zellbiologische und immunologische Aspekte von Knochenerneuerung und Gefäßneubildung bringt er als seine Forschungsthemen von der Universitätsmedizin Mainz mit, wo er seine Ausbildung zum Fachzahnarzt für Kieferorthopädie absolvierte, sich habilitierte und zuletzt als Oberarzt arbeitete. Als verantwortlicher Autor einer Studie zur Regulierung von Wachstumsfaktoren durch mechanische Belastung wurde er mit dem Arnold-Biber-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie ausgezeichnet.

In der modernen Kieferorthopädie spielt mehr denn je das Ineinandergreifen verschiedenster Fachrichtungen eine große Rolle, um für den individuellen Patienten das optimale Behandlungsergebnis zu erzielen. Jacobs: „Bei Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Segelspalten ist die Kieferorthopädie ein wichtiger Bestandteil im Zusammenspiel aus Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Phoniatrie, Logopädie und Zahnärzten. Gerade bei diesen Patienten sollten wir nicht allein die Kau-, Sprech- und Kiefergelenksfunktionen verbessern, sondern durch ein ästhetisch ansprechendes Gesamtergebnis auch das Selbstwertgefühl des Patienten steigern.“

Von zentraler Bedeutung ist für Collin Jacobs die Kooperation sowohl innerhalb des Universitätsklinikums als auch zu den niedergelassenen Kollegen: „Gerade in enger Abstimmung mit den niedergelassenen Zahnärzten und Kieferorthopäden können bei Kindern und Jugendlichen die besten Ergebnisse erzielt werden, und auch während einer kieferorthopädischen Behandlung ist der Hauszahnarzt stets ein wichtiger Ansprechpartner, sowohl für Eltern und Kind als auch für uns“. Dies gilt noch mehr für erwachsene Patienten – hier kann nach einer geringen Zahnregulierung eine bessere prothetische Versorgung vom Hauszahnarzt durchgeführt werden, z. B. mittels Brücken oder Implantaten. Insofern sieht Professor Jacobs „die Poliklinik für Kieferorthopädie auch als eine Anlaufstelle und ein Zentrum des Austauschs für niedergelassene Kollegen – ebenfalls ohne Berührungsängste, denn die Klinik kann von der Praxis und die Praxis von der Klinik lernen.“

Quelle: UKJ

Foto: Heiko Hellmann/UKJ
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