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Branchenmeldungen 17.10.2009

GOZ – Koalitions-Formel neu: Anpassung an die Kostenentwicklung

GOZ – Koalitions-Formel neu: Anpassung an die Kostenentwicklung

Mit dem Alt-Vorwurf "Umfaller-Partei" zum Schaden der Zahnärzte zu sein um die Plätze am Regierungstisch nicht aufs Spiel zu setzen, hatte ich die FDP angesichts ihrer Rückzugspositionen in der Gesundheitspolitik in einem der letzten "Klartexte" belastet. Das hat mir die Schelte eines Lesers eingetragen, das könnte nur von "Hass" auf die FDP geprägt sein.
Mitnichten, es ist nur die Erfahrung aus über 40 Jahren Mitgliedschaft in der FDP, also nicht Hass, sondern immer wieder enttäuschte Liebe.

Zurück zu den Fakten. Die ersten Schwarz-Gelb-Formelkompromisse zur künftigen Gesundheitspolitik liegen uns aus der Arbeitsgruppe vor. Ausgeklammert ist bisher natürlich der Gesundheitsfond und die Finanzierung des neuen 7-Milliarden-Loches in 2010. Themen, die zur Chefsache mit Klärungszwang in dieser Woche erklärt worden sind. Im bisher vereinbarten ist viel die Rede von „mehr Wettbewerb“, vor allem besseren Zugang für PKVen an die Versicherten, Prävention soll ganz obenan stehen und zu einer GOZ-Novellierung heißt es, sie müsse der „allgemeinen Kostenentwicklung“ angepasst werden.

Die Zahnarztfunktionäre in Kammern und Verbänden jubeln schon. Endlich, nach 21 Jahren GOZ-Punktwert-Stillstand bekommen wir den langersehnten Teuerungsausgleich, also eine Verdopplung des Punktwerts von 5,6 Cent auf mindestens 11 Cent. Glauben Sie wirklich an Wunder, dass eine Regierung, die „Sparen“ zum obersten Prinzip erheben muss, das Zahnarzt-Honorar verdoppelt?

„GOZ“ und „allgemeine Kostenentwicklung“, ein klassischer Formelkompromiss, den jede Seite nach eigenem Gusto auslegen kann. So sagen die PKVen, dass die Zahnärzte in den letzten 10 Jahren über die GOZ ein Einnahmeplus von 64% verbuchen konnten, bei einem Inflationsanstieg von nur knapp 20 Prozent. So fordern die PKV-Geschäftsführungen seit Jahren völlig „kostenneutrale GOZ-Novellen“ ohne Punktwertsteigungen. Und aus der Koalitionsformel „mehr Wettbewerb“ leiten die PKVen die Umsetzung der „Öffnungsklausel“ für Einzelverträge mit Zahnärzten ab.

Dass die bisherige „GOZ Neu“ aus dem SPD-Schmidt-Haus beim Ministerwechsel obsolet wird, ist zu hoffen. Dann kann die Kammer-Strategie zur GOZ-Novellierung nur lauten: Endlich erkennen, dass die selbsterstellte HOZ (Honorarordnung Zahnärzte) der Politik nicht zu vermitteln ist. Darum gilt es die bisherige GOZ einfach nachzubessern, den allgemeinen Teil möglichst nicht anzutasten und in Richtung State of the Art einfach ein paar Positionen dazupacken. Aber man sollte auch die am bisherigen Gefüge möglichst nicht rütteln, und den Punktwert soweit durchsetzbar anzuheben zu suchen. Dann kann es vielleicht ganz schnell gehen. Zu wünschen wäre es,

toi, toi, toi
Ihr J. Pischel

Foto: © Shutterstock.com

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