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Branchenmeldungen 12.02.2010

HOZ/GOZ – Rösler und BZÄK vereint in Naivität

Dr. Frank Wille
Dr. Frank Wille
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HOZ/GOZ – Rösler und BZÄK vereint in Naivität

Der BZÄK-Präsident Dr. P. Engel überschlägt sich geradezu in überschwänglichen Worten der Begeisterung über seinen Antrittsbesuch gemeinsam mit seinen Vizepräsidenten Dr. D. Oesterreich und Dr. M. Frank beim FDP-Gesundheitsminister Dr. Ph. Rösler und seinen schwarz und gelb besetzten Staatssekretären. Stolz betitelt sich die BZÄK-Delegation selbst als „hochrangig“, da musste der Minister mit seinen Staatssekretären schon Hochachtung zeigen vor der geballten FDP-Unterstützer-Repräsentanz. Flugs bekundete der Minister gleich den Willen des BMG, die seit Jahren im Streitverfahren mit den Zahnärzten befindliche GOZ-Novellierung nicht nur „zeitnah voranzutreiben“, diese vor allem aber auf der Grundlage der von DGZMK, Hochschullehrern, BZÄK und KZBV gemeinsam verfassten „Honorarordnung der Zahnärzte (HOZ)“ zu erlassen.

Jubel, Jubel, Jubel, da war es der hochrangigen BZÄK-Delegation ein leichtes, ja ein Vergnügen dem Ministerium sofort alle Datengrundlagen aus KZBV und BZÄK wie entsprechenden Studien, die zur HOZ-Bewertung geführt hatten, zu liefern.

Schwups, schon sind die BZÄK-Spitzen in ihrer Euphorie in die Falle getappt. Nun können die Ministerialen mit PKV-Unterstützung nach deren Frequenzen zu einzelnen Leistungsblöcken die Hochrechnungen entsprechend gestalten und schon wird mit Beihilfe-Hilfe die HOZ zum Zahnarzt-Privatleistungs-Abzock-Monster hochstilisiert. Schon ist die HOZ als GOZ-Novellierungsbasis kaputt, die bisherige BEMA-Basis für die GOZ-Neu wieder im Spiel.

Oder es passiert auch im FDP-BMG mit schwarzer Aufsicht mit einer GOZ-Neu gar nichts, was fast das Beste wäre. Denn dann wären die Zahnärzte auch die von ihrer „hochrangigen Delegation“ unter Absingen der „bekannten Gegenargumente“, so Engel, innerlich akzeptierte Öffnungsklausel – PKV-en dürfen Abrechnungs-Einzelverträge mit Zahnärzten oder Zahnarztverbänden schließen (letztere warten sehnsüchtig auf eine solche Regelung zur Verbandsheilung) – wieder los.

Bundespolitische Naivität trifft auf berufspolitische Naivität, da werden die HOZ/GOZ-Träume schnell platzen, die HOZ wird rasch zur BEMA-GOZ mutieren, trotz allem

toi, toi, toi

Ihr Jürgen Pischel

09.02.2010

Foto: © Privat

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