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Branchenmeldungen 13.04.2017

IDS schließt mit Besucherrekord

IDS schließt mit Besucherrekord

Wer sich einen Überblick hinsichtlich der aktuell in der Zahnmedizin und deren Fachbereiche verfügbaren Technologien sowie deren Weiterentwicklungen und Chancen verschaffen wollte, war bei der vom 21. bis 25. März in Köln stattgefundenen Internationalen Dental-Schau genau richtig. Alle zwei Jahre informiert die weltweit größte Leitmesse der Dentalbranche über jüngste Innovationen für Praxen und Labore. Mit über 155.000 Fachbesuchern aus 157 Ländern konnten die Veranstalter in diesem Jahr ein Plus von zwölf Prozent im Vergleich zur Vorveranstaltung verzeichnen. Rund 60 Prozent waren dabei aus dem Ausland angereist, was einen Zuwachs von 20 Prozent bei den ausländischen Besuchern ausmachte.

Digitaler Workflow

Für den Fachbereich Kieferorthopädie stellt die IDS bekannterweise nicht die relevante Messe dar, dennoch waren auch Kieferorthopäden angereist, um sich über die für sie interessanten Neuheiten der Branche zu informieren – so z. B. über den 3D-Druck. Bereits in einigen KFO-Praxen eingesetzt, birgt dieses Fertigungsverfahren mit Sicherheit großes Zukunftspotential. Schon heute werden Zahnkränze zum Tiefziehen von Alignern oder Übertragungstrays für die indirekte Klebetechnik mithilfe von 3D-Druckern gefertigt – meist über externe Anbieter, teils jedoch sogar schon in der eigenen Praxis.

Am Stand von SCHEU-DENTAL wurde z. B. mit Asiga MAXTM ein neuer Desktop-HD-3D-Drucker vorgestellt. Dieser ist mit einer Größe von 260 x 380 x 370 mm und einem Gewicht von 17,5 kg der laut Herstellerangaben derzeit kompakteste HD-3D-Drucker auf dem Dentalmarkt. Der Bauraum weist eine Größe von 119 x 67 x 75 mm auf. Von Arbeitsmodellen über individuelle Funktionslöffel, Bohrschablonen, Aufbissschienen, Transfertrays für die indirekte Klebetechnik, Zahnfleischmasken und Gussobjekten – das Gerät arbeitet autark (lizenzfreie Asiga Composer Software für Unix, Mac oder Windows wird mitgeliefert) und ist laut Herstellerangaben auf Schnelligkeit, Präzision, Wirtschaftlichkeit (zehn Aufbissschienen passen z. B. auf eine Plattform) sowie Bedienerfreundlichkeit ausgelegt. Ist in der Praxis bzw. dem Labor keine Netzwerkstruktur vorhanden, baut der Drucker ein eigenes drahtloses Netzwerk auf. Im Netzwerk kann der Drucker über sein Webinterface überwacht und gesteuert werden. Dabei informiert das LCD-Bedienfeld mit Touchfunktion über den aktuellen Druckprozess und gewährleistet eine interaktive Gerätesteuerung. Ein interner Lichtsensor sorgt für eine gleichbleibende Beamer-Leistung, sodass jedes auf der Plattform befindliche Druckteil in der gleichen Qualität realisiert wird. Der UV-Beamer arbeitet mit einer Wellenlänge von 385nm und macht es somit möglich, auch klare transparente Materialien zu drucken. Mit dem Asiga MAXTM stellte SCHEU-DENTAL zudem drei neue Druckermaterialien vor – IMPRIMO® LC IBT, ein lichthärtendes Harz zur Herstellung von indirekten Klebetrays; IMPRIMO® LC Gingiva zur Fertigung von Zahnfleischmasken sowie IMPRIMO® LC Cast, ein lichthärtendes, rückstandslos ausbrennbares Harz zur Herstellung von dentalen Gussobjekten.

Lohnenswert war mit Blick auf den 3D-Druck sicherlich auch ein Besuch am Stand der Rapid Shape GmbH. Diese zeigte gleich mehrere Gerätelösungen – von der kompakten Einstiegslösung für kleinere Labore und Praxen, über leistungsstarke und professionelle Geräte für Dentallabore bis hin zu Modellen für die industrielle Dentalproduktion. Egal, ob der D20 II, D30 II und D40 II oder die Geräte D90 II UV und D90 II UV XL – alle 3D-Drucker können alles drucken (KFO-Modelle, Abdrucklöffel, Schienen etc.) und arbeiten dabei als offenes System (Verarbeitung von STL-Daten). Während die Geräte D30 II und D40 II beispielsweise sieben KFO-Modelle in 60 Minuten drucken können, realisieren die großen 3D-Drucker D90 II UV (Druckbereich: 160 x 100 mm) und D90 II UV XL (Druckbereich: 192 x 120 mm) 21 KFO-Modelle in 55 Minuten.

Insbesondere für kleine und mittelgroße kieferorthopädische Labore und Praxen wurde der Desktop-3D-Drucker Objet30 OrthoDesk entwickelt, über den sich die Messebesucher am Stand der Firma Stratasys informieren konnten. Das Gerät arbeitet auf Basis der PolyJet-3D-Drucktechnologie, ist kompakt (B x T x H 82,5 x 62 x 5 cm), wiegt 93 kg und verfügt über eine Bauplattform von 300 x 200 x 100 mm. Der Drucker arbeitet mit speziellen zahnmedizinischen Druckermaterialien in versiegelten Kartuschen und realisiert die Fertigung von Hartgipsmodellen, kieferorthopädischen Hilfsmitteln, Alignermodellen und Positionierungstrays.

3M stellte die Tablet-Variante des 3MTM True Definition Intraoralscanners vor. Dessen mit einem Griff ausgestattetes Design ermöglicht einen schnellen Wechsel der Behandlungsräume innerhalb der Praxis, indem der Anwender das Gerät einfach mit sich trägt. So punktet die mobile Variante durch ihre Handlichkeit, Kompaktheit und Flexibilität im Behandlungsraum, wodurch Patienten stärker in die Therapieplanung mit einbezogen werden können. Sowohl Handstück, Scanvorgang als auch Software des 3MTM Mobile True Definition Scanners sind analog der Cart-Version. Beide Geräte nutzen das 3MTM Connection Center als Plattform für den Upload der Daten, die jederzeit und von jedem Ort aus verfügbar sind. Betrieben werden kann der Tablet-Scanner sowohl mit als auch ohne direkte Stromversorgung (Batterien).

Dentsply Sirona hat für die KFO-Anwendung mit CEREC eine neue Software entwickelt. CEREC Ortho 1.2 ermöglicht dem Behandler nach der digitalen Abformung mithilfe des puderfrei arbeitenden Intraoralscanners CEREC Omnicam jetzt auch die Modellanalyse direkt an der CEREC Aufnahmeeinheit oder auf dem Praxis-PC. Dafür stehen die Platzanalysen nach Bolton, Moyers und Nance zur Verfügung. Nach erfolgter Modellanalyse und Erstellung des Behandlungsplans können die Modelldaten per Klick ausgegeben werden – entweder zur Weiterverarbeitung in der eigenen Praxis oder an externe Dienstleister (Labore und Hersteller kieferorthopädischer Apparaturen). Um einen noch effizienteren Workflow zu ermöglichen, kann eine spezielle Software-Version auf dem Praxis-PC installiert werden, sodass Analyse und Datenexport dort vorgenommen werden können und der Intraoralscanner sofort wieder zur Verfügung steht. Zudem wird ab Sommer 2017 ein spezieller Hub zur Verfügung stehen, auf dem die Modelldaten dann digital gespeichert werden können.

Das DVT-System CS 8100 3D von Carestream Dental ist jetzt mit einem optionalen Modul für Fernröntgen-Bildgebung verfügbar. Das neue CS 8100SC 3D ist eine multifunktionale 4-in-1-Lösung und verbindet die 2D-Panorama-Technologie, DVT-Bildgebung und 3D-Modell-Scans mit dem Fernröntgen-Scansystem. Mit einer Breite von nur 1,80 Metern passt der Allrounder in nahezu alle Praxen. Insbesondere in der KFO ergeben sich mit dem CS 8100SC 3D neue Lösungen. Das spezielle KFO-Modul startet nach dem enorm schnellen Scan eine automatische Durchzeichnung und ermöglicht eine präzise Behandlungsplanung nach nur 90 Sekunden. Des Weiteren sind auf Knopfdruck STL-Daten erstellbar. Die 3D-Darstellung ermöglicht nicht nur, die räumliche Beziehung der Zähne zueinander eindeutig zu erkennen, sondern hilft auch bei der Beurteilung von impaktierten, überzähligen, retinierten und verlagerten Zähnen, des Wachstums, der Form des Kieferkamms sowie der Platzverhältnisse im Kiefer.

Die Health AG beginnt im Mai 2017 mit der Entwicklung eines KFO-Moduls für „Hēa – die Vernetzte Praxissteuerung“. Hēa ist ein webbasiertes System, mit dem sämtliche betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Prozesse innerhalb der (Fach-)Zahnarztpraxis vernetzt gesteuert werden. Das Produkt entstand im Rahmen des Entwicklungsprogramms Co-Evolution und wurde gemeinsam mit mehr als 220 Zahnmedizinern, Praxismitarbeitern, Experten für Digitalisierung und künstliche Intelligenz entwickelt und erprobt. Ziel war es, einen neuen Maßstab für die erfolgreiche Steuerung von Dentalpraxen zu setzen. Auch die KFO-Komponente wird nach dem Prinzip der Co-Evolution zusammen mit Kieferorthopäden entwickelt. Nach Fertigstellung wird es Praxen, die kieferorthopädische Behandlungen durchführen, ebenfalls möglich sein, Hēa zu nutzen. Das bedeutet, sie können ihre Leistungen künftig einfach und bequem über mobile Geräte erfassen, dokumentieren und im Anschluss abrechnen.

Eine innovative Produktneuheit, die nicht nur bei Allgemeinzahnärzten, sondern durchaus auch in kieferorthopädischen Praxen Anwendung finden kann (z. B. im Rahmen der Anfangsdiagnostik zur Prüfung von Vorkontakten oder vorhandenen Zwangsbisslagen) stellte die Dr. Jean Bausch GmbH & Co KG mit OccluSense® vor. Hierbei handelt es sich um ein digitales System zur Kaudruckkontrolle, dass in diesem Herbst verfügbar sein wird. Dieses vereint die traditionelle und digitale Darstellung der Druckverhältnisse auf den Okklusalflächen. Dabei wird ein Handgerät in Kombination mit einem nur 60 μ dünnen Einmaldrucksensor mit roter Farbbeschichtung verwendet. Dieser Sensor ist wie eine herkömmliche Okklusionsprüffolie anzuwenden, wobei die Kaukraft des Patienten mit 256 Druckstufen digital erfasst wird. Die Daten der okklusalen Kaudruckverhältnisse werden an ein iPad übertragen und dort mit der OccluSense®-App live dargestellt. Die traditionelle Farbgebung auf den Okklusalflächen des Patienten ermöglicht die einfache Zuordnung der gemessenen Daten. Darüber hinaus lassen sich die aufgezeichneten Daten als zwei- und dreidimensionale Grafik inklusive der Kaukraftverteilung mit bis zu 150 Bildern pro Sekunde speichern. Diese Daten werden in der Patientenverwaltung der iPad-App gespeichert und sind jederzeit aufruf- und exportierbar. Die Aufladung des Handgeräts erfolgt mithilfe einer mitgelieferten Ladeschale per Induktionsstrom.

Weitere Neuheiten

Am Stand von Dentaurum wurde die Keramikvariante des selbstligierenden dinamique® Brackets vorgestellt. Das in den Systemen Roth und McLaughlin/Bennett/Trevisi mit 22er Slot erhältliche dinamique® c ist aus Aluminiumoxid gefertigt und aufgrund seiner anatomisch gewölbten Basis einfach am Zahn positionierbar. Durch die Verwendung von Aluminiumoxidkugeln auf der Bracketbasis können laut Herstellerangaben optimale Haftwerte und ein berechenbares Debonding gewährleistet werden. Der Clip des dinamique® c ist aus einer Edelstahllegierung gefertigt und mit Rhodium beschichtet, wodurch er matt und weniger auffällig im Mund erscheint.

Eine weitere Neuheit des Ispringer Unternehmens ist die Erweiterung der Farbpalette beim bekannten Kunststoffsystem Orthocryl®. Zwei neue gebrauchsfertige Monomerflüssigkeiten in smaragdgrün und violett stehen ab sofort zur Verfügung. Bei Orthocryl® Neon werden die bisher beziehbaren Neonfarben in Pulverform durch vier neue, leuchtend neonfarbene Monomerflüssigkeiten in neongelb, neonorange, neongrün und neonpink ersetzt.

Ein neues, manuelles Finier- und Konturiersystem zur Gestaltung von Approximalkontakten bzw. zur approximalen Schmelzreduktion (ASR) präsentierte die Firma Garrision Dental Solutions. FitStripTM ist seit Dezember 2016 auf dem Markt und zeichnet sich durch die Besonderheit eines flexibel verstellbaren Griffes aus. Mittels Drehen am Kunststoffrad der Griffe können die diamantbeschichteten Schleifstreifen in eine gebogene oder gerade Form gebracht werden, sodass sie optimal an die natürliche Zahnkontur anpassbar sind. Die ein- bzw. beidseitig beschichteten Streifen sind jeweils in fünf verschiedenen, farblich gekennzeichneten Dicken verfügbar und mehrfach desinfizier- und autoklavierbar. Um einen größtmöglichen Bedien- und Patientenkomfort zu gewährleisten, wird parallel ein auswechselbarer Griff angeboten, sodass die Hand des Behandlers außerhalb des Patientenmundes verbleibt und eine freie Sicht und ein einfaches Arbeiten ermöglicht.

Foto: OEMUS MEDIA AG
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