Branchenmeldungen 19.03.2026
Zukunftsorientiert aufgestellt: Camlog launcht neue Lösungen
Camlog ist ungebrochen auf Wachstumskurs, die Implantat-Stückzahlen sind auch 2025 gestiegen. Was ist Ihr Erfolgsrezept?
Martin Lugert: Rund 1,6 Millionen Zahnimplantate werden pro Jahr in Deutschland eingesetzt – davon stammt mehr als jedes vierte Implantat aus dem Hause Camlog.1 Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr: Made in Germany, Service und Teamspirit sind weiterhin die treibenden Kräfte in unserem Unternehmen.
Markus Stammen: Camlog hat außerdem den Mut, vieles etwas anders zu machen. Ein Beispiel dafür ist unsere im Februar gestartete Kampagne „Die Zukunft beginnt sofort“. Im Fokus steht die PROGRESSIVE-LINE, die drei Implantatlinien vereint: CAMLOG®, CONELOG® und CERALOG®. Das Portfolio signalisiert Vielseitigkeit, Leistungsstärke und Anwenderfreundlichkeit, also eine klare Zukunftsorientierung.
Lugert: PROGRESSIVE-LINE Implantate eignen sich für alle Knochenqualitäten und ermöglichen eine umfassende Palette von Behandlungsoptionen. Ob sehr harter oder sehr weicher Knochen, ob Einzelzahn- oder Komplettversorgungen – mit nur einer
Chirurgiekassette lassen sich alle Therapievarianten abdecken. Das Implantatdesign sorgt für hohe Primärstabilität auch in herausfordernden klinischen Situationen, was insbesondere bei Sofortimplantationskonzepten essenziell ist.
Stammen: Und der Trend geht eindeutig in Richtung Sofortimplantationen, das gilt auch für Deutschland.
Neu eingeführt haben Sie die CAMLOG PROGRESSIVE-LINE Promote mit einem 1,4 mm maschinierten Implantathals. Warum?
Lugert: Wir bieten Anwendern damit die Flexibilität, innerhalb eines Systems verschiedene herausfordernde Situationen lösen zu können. Von der Promote-Variante profitieren insbesondere Patienten mit parodontitisbedingtem Zahnverlust. Denn sie haben ein erhöhtes Periimplantitisrisiko, das der maschinierte Halsbereich aufgrund einer besseren Hygienefähigkeit zu reduzieren hilft.
„Made in Germany, Service und Teamspirit sind weiterhin die reibenden Kräfte in unserem Unternehmen.“
Martin Lugert
Apropos Flexibilität: Wie unterstützen Sie Behandler mit Blick auf eine Reduzierung der „Zeit am Stuhl“?
Stammen: Wir haben anatomisch vorgeformte, sterile PEEK Gingivaformer entwickelt, um sowohl den digitalen Workflow als auch ein ästhetisches Emergenzprofil zu unterstützen. Die „Gingividuals“ sind ab Mai in Deutschland in sechs Zahnformen und in zwei Gingivahöhen erhältlich und direkt scannbar. Das spart Behandlungszeit und ist für die Patienten besonders komfortabel.
Die digitale Implantologie entwickelt sich rasant. Als Gamechanger bei implantatgetragenen Full-Arch-Versorgungen gilt die Technik der Photogrammetrie. Ist das für Camlog ein Thema?
Stammen: Definitiv! Photogrammetrielösungen, also die optische 3D-Positionserfassung der Implantatposition im Mund, vereinfachen die Protokolle für Full-Arch-Konzepte erheblich. Diese Scan- und Matching-Technologie ermöglicht einen spannungsfreien Sitz von direkt verschraubten implantatgetragenen Full-Arch-Versorgungen. Das senkt die Behandlungszeit und revolutioniert die provisorische Sofortversorgung sowie die Herstellung der definitiven Arbeit. Wir stellen bereits unterschiedlichen Anbietern der hotogrammmetriesysteme Daten unseres Multi-unit-Systems zur Verfügung. Zudem planen wir eine Kooperation mit einem Hersteller. Am 5. und 6. Juni 2026 veranstaltet Camlog in Hamburg unter dem Titel „Immediate Excellence“ mit renommierten Referenten aus Deutschland ein kompaktes Update für die Praxis. Auch das Thema Photogrammetrie wird aufgegriffen.
Camlog hat ein sehr breites Portfolio an Biomaterialien. Was gibt es Neues in diesem Segment?
Lugert: Mit dem dev-os System, einer Komplettlösung zur Membranstabilisierung und Knochenfixierung, haben wir das Sortiment bereits im vergangenen Jahr erweitert. Frisch gelauncht wurde im Februar der Bone Scraper „360 Grad“.
Was verbirgt sich hinter den „360 Grad“?
Lugert: Es ist die Drehbarkeit der Bone-Scraper-Klinge. Wird ein Segment stumpf, lässt sich die Klinge drehen, um ein neues, scharfes Klingensegment freizulegen. Dadurch verbessert sich die Schneidleistung und somit steigt das Knochenvolumen, das entnommen werden kann.
„Camlog hat außerdem den Mut, vieles etwas anders zu machen.“
Markus Stammen
Eher spät eingestiegen ist Camlog in die „Point-of-Care“-Diagnostik. Aus welchem Grund?
Lugert: Wir bieten unseren Kunden in der DACH-Region seit Oktober 2025 die sogenannte QuantOn-Technologie der Firma Preventis an. Preventis-Vitamin-D- und -Ferritin-SmarTests® – bestehend aus einem Schnelltest-Kit und einer Smartphone-App – ermöglichen innerhalb weniger Minuten eine präzise Auswertung direkt in der Zahnarztpraxis, ausschließlich über die Smartphone-Kamera, ohne Cube-Reader, ohne Laboreinsendung. Wir haben uns die Vertriebsrechte innerhalb der Zahnmedizin gesichert. Ein suffizienter Vitamin-D-Spiegel kann unter anderem die Knochenneubildung und Mineralisierung begünstigen und dadurch zu einer verbesserten Osseointegration dentaler Implantate führen. Den wissenschaftlichen Hintergrund beleuchtet auch die jetzt veröffentlichte DGI/DGZMK-S3-Leitlinie „Relevanz der Vitamin-D-Bestimmung und -Supplementierung auf die Implantatprognose und Augmentationschirurgie“.
Stammen: Die Point-of-Care-Diagnostik hat in der Implantologie ein großes Potenzial und wir werden diesen Bereich auch international weiter ausbauen.
Last, but not least: Stimmt es, dass das bekannte Film-team von „Welt der Wunder“ bei Ihnen eine Unternehmensdokumentation gedreht hat?
Lugert: Das ist richtig. Der Beitrag zeigt exklusiv, wie unsere Implantate „made in Germany“ in Wimsheim gefertigt werden, und erklärt, welche technologischen Standards, menschlichen Werte und Innovationen hinter unseren Produkten stehen. Der Film macht deutlich, wie unsere Kunden Patienten mit Camlog-Produkten Lebensqualität zurückgeben. Die Ausstrahlung „Welt der Wunder“ ist im April geplant.
Herzlichen Dank für das interessante Gespräch.