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Branchenmeldungen 19.05.2010

Kammer oder KZV - eine gehört abgeschafft

Kammer oder KZV - eine gehört abgeschafft

Mit "Kontrollwut und Bürokratie" müsse endlich Schluss sein, der "aufgeklärte Patient, der eine Rechnung erhält ist der beste und richtige Kontrolleur" postulierte FDP-Gesundheitsminister Dr. Ph. Rösler auf dem Deutschen Ärztetag als Leitlinie seiner künftigen Gesundheitsreformpolitik. "Mehr Geld" wird es für keine Gruppe geben, verschleierte Rösler die Wahrheit über die GKV - aber auch die PKV-Honorierung der Zukunft. Also: aus für HOZ-/GOZ-Aufwertungsträume.

Für "Kontrollwut", "Bürokratie" und "Regelungswut" stehen bei den Zahnärzten die KZVen. Setzt man wie Rösler es will, als "Kontrolleur" den Patienten über die Rechnung, oder gar als "Selbstzahler" ein, dann heißt dies zu Ende gedacht: Abschaffung der KZVen. Schon heute kommen im Bundesschnitt nur noch etwa 50 Prozent der Praxisumsätze aus der GKV über die KZV. Der Rest kommt über Mehrleistungen, Eigenanteile oder Privatversorgungen vom Patienten.

Im nächsten Jahr fehlen den Krankenkassen, so die GKV-Kostenschätzer rund 15 bis 30 Milliarden Euro. Am einfachsten über weitere Leistungsausgrenzungen nach dem Motto, der GKV-Leistungskatalog muss sich in der medizinischen Versorgung danach richten, wie kranke Menschen wieder gesund werden können. Da lässt sich in der Zahnmedizin noch vieles - aufbauend auf Polit-Argumentationen der Zahnarzt-Funktionäre - ausgrenzen, hin zu einer weitestgehend reduzierten Grundversorgung. Da lassen sich schnell 3 bis 4 Milliarden im GKV-Budget "einsparen" durch Teil-Verlagerung auf den Patienten (weitere geringe Festzuschüsse) oder durch "freiwillige" Sonderbeiträge.

Das heißt aber auch, die bisher zwangsweise über die KZVen laufende Honorierung reduziert sich auf höchstens ein Viertel der Gesamtpraxisumsätze. Wozu gibt es dann bitte sehr noch eine KZV?

Ich weiß, ich bin mit meiner Prophezeiung, das Ende der KZVen ist eingeläutet, noch früh. Eigentlich müsste das BZÄK-Präsidium jubeln über vorliegenden Vorstoß, sichert er doch deren stillen Alleinvertretungsanspruch.

Was soll es, KZV und Kammer werden für den Praxisalltag immer unwichtiger, der "Patient" tritt in den Vordergrund,

toi, toi, toi
Ihr J. Pischel

18.05.2010

Foto: © Shutterstock.com

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