Branchenmeldungen 27.05.2026
„Ich sehe das Mentoring vor allem als Austausch auf Augenhöhe“
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Weiterentwicklung der eigenen Behandlungskompetenz, sondern auch der Mut, neue Wege in der Alignertherapie – insbesondere im Kindes- und Jugendalter – zu gehen.
Wodianka beschreibt, wie kollegiales Coaching auf Augenhöhe hilft, Unsicherheiten abzubauen, klinische Entscheidungen zu schärfen und präventive kieferorthopädische Ansätze gezielt umzusetzen. Von der Wahl des richtigen Behandlungszeitpunkts bis zur Nutzung funktioneller Potenziale im Wechselgebiss: Das Programm eröffnet Raum für konkrete Fragen, individuelle Fallbesprechungen und neue Perspektiven. Anmelden können sich Interessierte unter InvisalignP2P-DACH@aligntech.com. Die Teilnahme ist stark limitiert und an die individuelle Kapazität der Mentoren gebunden. Bei Bedarf wird es eine Warteliste für die kommenden Quartale geben.
Wie würden Sie das Peer-to-Peer-Programm Ihren Kolleginnen erklären? Was ist das Peer-to-Peer-Programm, und seit wann sind Sie hierfür als Mentorin tätig?
Ich bin selbst erst seit dem Sommer als Mentorin dabei. Ehrlich gesagt hätte ich mir ein solches Programm auch für meinen eigenen Start in die Alignertherapie oder die ClinCheck-Planung gewünscht. Ich halte es für eine große Bereicherung – eine echte Win-Win-Situation.
Das Programm ist im Prinzip ein 1-zu-1-Coaching. Jede Teilnehmerin oder jeder Teilnehmer bekommt persönlich eine Kollegin oder einen Kollegen zugeordnet. Ziel ist es, sich auszutauschen und die eigene Behandlungsqualität weiterzuentwickeln.
Mir macht es großen Spaß – und ich lerne auch selbst dazu. Fragen der Teilnehmenden und Fälle sind bereichernd und decken auch bestimmte Strukturen und Vorteile der Alignertherapie auf, die für mich inzwischen selbstverständlich sind, aber auch einige neue Ideen. Außerdem sehe ich durch die Vielzahl an Fällen eine große Bandbreite und kann so auch Feedback und Verbesserungsvorschläge an Align weitergeben.
Mit welchen Erwartungen kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Mentoring-Programm?
Ich sehe das Mentoring vor allem als Austausch auf Augenhöhe – auch wenn ich durch meine Erfahrung mit Alignern in der Frühbehandlung, der First-Behandlung und der Teen-Behandlung vielleicht ein bisschen mehr Einblick bei der Aligner-Behandlung im Wechselgebiss mitbringe. In meiner Gruppe sind vor allem Kolleginnen und Kollegen, die sich für Behandlungen im Grundschul- und Jugendalter interessieren. Diese Zusammensetzung konnten die Teilnehmenden selbst wählen.
Gerade in diesem Alter kann man manche Dinge einfacher und rechtzeitig behandeln – aber es gibt auch einiges zu beachten: zum Beispiel den richtigen Zeitpunkt zu wählen, die Transversale funktionell nachhaltig einzustellen und die Chance nicht zu verpassen, den Leewayspace, Distalisation und den Zahnwechsel positiv zu nutzen. Solche Besonderheiten kenne ich gut aus meinem Praxisalltag. Die Teilnehmenden möchten genau damit starten – wir nennen es „präventive Kieferorthopädie“.
Ich habe außerdem das interdisziplinäre Funktionskonzept mykie vorgestellt und zwei begleitende Webinare gehalten. Doch das Wichtigste bleibt der persönliche Austausch: die Möglichkeit, Fragen zu stellen – sowohl in der Gruppe als auch individuell. Das gefällt mir sehr gut.
Welche Form der Unterstützung ist Ihnen dabei besonders wichtig?
Ganz klar: der persönliche Austausch auf Augenhöhe.
Ich glaube, das Entscheidende ist, sich zu trauen, neue Behandlungsmethoden anzuwenden. Wenn man beispielsweise mehr mit Alignern im Wechselgebiss oder z.B. mit okklusalen Blöcken arbeitet, ist es völlig normal, Rückfragen zu haben – etwa: Wie mache ich das genau? Welchen Kleber nehme ich? Da ist es hilfreich, jemanden zu haben, den man einfach kurz fragen kann, auch bei Kleinigkeiten. Die Fragen sind sehr vielfältig.
Oft kommen dabei auch Fragen auf, über die man selbst gar nicht mehr nachdenkt, weil sie einem selbstverständlich erscheinen. Im Mentoring können sie aber ganz offen gestellt werden – entweder persönlich oder in der Gruppe.
Wir treffen uns virtuell, chatten miteinander und führen die Webinare online durch. Meist läuft die Kommunikation über die Align-Plattform, wenn ich Fälle coache, aber ich bin auch darüber hinaus im Chat erreichbar.
Gerne biete ich zum Abschluss auch eine Inoffice-Präsenzfortbildung in Hamburg an – zu der selbstverständlich alle Teilnehmenden herzlich eingeladen sind.
Die Nachfrage ist übrigens sehr unterschiedlich: Manche reichen zehn Fälle ein, andere vielleicht nur einen. Diese Fälle bespreche und plane ich gemeinsam mit den Teilnehmenden und unterstütze sie dabei individuell.