Branchenmeldungen 20.09.2011

Langfristiger Erfolg für die Parodontitistherapie

Langfristiger Erfolg für die Parodontitistherapie

Foto: © DGP

Das im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie e.V. (DGP) in Baden-Baden veranstaltete Heraeus-Symposium gab erste Einblicke in die aktuelle Anwendungsbeobachtung (AWB) des Lokalantibiotikums Ligosan® Slow Release. Das seit Oktober 2010 in Deutschland erhältliche Arzneimittel wurde für die adjuvante Therapie chronischer und aggressiver Parodontitis entwickelt und befindet sich seit März 2011 in einer bundesweit durchgeführten Anwendungsbeobachtung nach Arzneimittelgesetz. 

Die Zwischenergebnisse dieser Beobachtung nach abgeschlossenem ersten Recall stellte Dr. Marianne Gräfin von Schmettow, Leitung Scientific Relations & Communication International bei Heraeus, während einer exklusiven Pressekonferenz anlässlich des Symposiums unter dem Thema „Lebensqualität durch unterstützende Parodontitistherapie“ vor. In den Folgeuntersuchungen zeigten sich bereits deutliche Erfolge in der Therapie mit Ligosan® Slow Release. Es konnte eine Reduzierung der Sondierungstiefe nach drei Monaten um durchschnittlich 1,9 mm und eine Minderung des Attachment Loss von im Schnitt 1,4 mm erreicht werden. Zudem wurde bei 75 % der behandelten Testzähne ein Entzündungsrückgang diagnostiziert. Das Doxycyclin enthaltende Gel wird in Zahnfleischtaschen mit einer Sondierungstiefe von ≥ 5 mm injiziert und dient als Unterstützung der konventionellen nicht-chirurgischen Parodontitistherapie.

Priv.-Doz. Dr. Bettina Dannewitz, Komissarische Leiterin der Sektion Experimentelle Zahnerhaltungskunde der Klinik für Mund-, Zahn- und Kieferkrankheiten des Universitätsklinikums Heidelberg betonte in Ihrem Vortrag die Wichtigkeit einer konsequenten Durchführung der unterstützenden Parodontitistherapie. Denn nur durch Kontinuität und Sorgfalt könne man das Wiederauftreten und die Progression dieser chronischen Krankheit unter der ca. zwölf Millionen Menschen in Deutschland leiden vorbeugen.

Auch Frau Prof. Dr. Petra Ratka-Krüger, Abteilung Parodontologie der Zahnklinik Freiburg, bestätigte diese Aussage. Ihrer Ansicht nach hänge ein Langzeiterfolg ganz entschieden von einer Erhaltungstherapie ab, die im Anschluss an die klassische Parodontitistherapie erfolge. Darüber hinaus müsse man seine Patienten motivieren, die Recalltermine regelmäßig wahrzunehmen und die während der unterstützenden Parodontitistherapie erlernten  Maßnahmen zur Plaquekontrolle kontinuierlich in die alltägliche Routine zu übernehmen.

In dem auf das Symposium folgenden Presse-Lunch stellten die Referenten dann noch einmal in kleinerer Runde die Notwendigkeit einer Kombination von Parodontitis- und Erhaltungstherapie heraus. Nur so könne ein langfristiger Erfolg in der Parodontitistherapie gewährleistet und die Lebensqualität des Patienten dauerhaft verbessert werden. Zahnärzte müssen darüber hinaus lernen ihre Kommunikation effektiv einzusetzen und so ein besseres Mundhygienebewusstsein beim Patienten hervorzurufen. Diese Themen wurden auch während der Jahrestagung der DGP immer wieder aufgegriffen und vertieft. Die Referenten stellten jedoch darüber hinaus fest, dass nicht nur der Zahnarzt hier in der Pflicht stehe. Gerade auch die Dentalhygienikerin trage entschieden zu einem positiven und dauerhaften Resultat bei. Daneben müsse die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Zahn- aber auch der Humanmedizin weiter ausgebaut werden um eine spezialistenvernetzten Therapie für den Patienten zu ermöglichen.

Zur Frühjahrstagung am 10. und 11. Februar 2012 trifft sich die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie dann in München zu dem Thema „Evidenzbasierte Parodontologie – ein synoptisches Behandlungskonzept für die Praxis“.

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper