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Branchenmeldungen 14.10.2009

Nachruf auf Prof. Dr. Dr. Hubertus Spiekermann

Nachruf auf Prof. Dr. Dr. Hubertus Spiekermann

Mit Bestürzung hat die DGI den Tod ihres früheren Präsidenten Prof. Dr. Dr. Hubertus Spiekermann, Aachen, aufgenommen. Spiekermann war zwischen 1996 und 1998 der 2. Präsident der DGI und seit Oktober 2001 DGI-Ehrenmitglied.

Das Thema Implantologie begleitete ihn schon seit seiner Zeit als wissenschaftlicher Assistent und leitender Oberarzt an der Abteilung für Prothetik und Defektprothetik an der Westdeutschen Kieferklinik Düsseldorf und war Thema seiner Habilitation im Jahr 1978 („Enossale Implantate in der Prothetischen Zahnheilkunde – klinische Erfahrungen und tierexperimentelle Untersuchungen“). 1979 nahm er einen Ruf an die Ruhruniversität Bochum an,  1980 übernahm er den Lehrstuhl für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde an der RWTH Aachen, im gleichen Jahr wurde er zum Professor ernannt und zum Direktor der Klinik. 1991 übernahm er den Vorsitz der AGI (Arbeitsgemeinschaft Implantologie der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde).

Seine ausgleichende Art förderte maßgeblich die Fusion von AGI und GOI (Gesellschaft für orale Implantologie) zur DGI, deren 2. Präsident er wurde. Nach Ablauf seiner Amtszeit übernahm er von 1999 bis 2001 das Amt des Präsidenten der DGZPW (Deutsche Gesellschaft für Prothetik und Werkstoffkunde).

Mit Professor Spiekermann verliert die deutsche Implantologie einen Nestor ihres Faches. Bis zuletzt hat er sich mit Herz und Humor für die Implantat-Therapie engagiert und dabei auch mit kritischen Worten nicht gespart, wenn seiner Ansicht nach die Implantologie aus dem Ruder zu gleiten drohte. Früh schon interessierte er sich für das heute so aktuelle Thema der Versorgungsforschung und präsentierte umfassende Lösungskonzepte für weniger gut betuchte Patienten. So begeistert er für die Fortschritte in diesem Fach eintrat, so mahnend zeigte er sich mit zunehmender Entfaltung der Implantologie in den Praxen hinsichtlich einer zukunftsorientierten Verantwortung der Implantologen für ihre Patienten und rief nachhaltig dazu auf, das steigende Lebensalter der Patienten bereits bei der Planung der Versorgung zu berücksichtigen.

Professor Spiekermann hat die DGI auch nach seiner Zeit als Präsident bei großen Kongressen und Tagungen der Landesverbände begleitet und hatte auch am Rande der Veranstaltungen für die Kollegen ein offenes Ohr – ein Angebot, das gerne genutzt wurde, weil Kollege Spiekermann ein herzlicher und charmanter Gesprächspartner und Souverän als Ratgeber war.

Sein Tod ist ein sehr großer Verlust für die Implantologie, für die DGI und für unsere Kollegen in Wissenschaft und Praxis.

Quelle: Prof. Dr. Günter Dhom 
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie

Foto: © DGI

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