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Branchenmeldungen 24.09.2008

Pro und Contra des Zahnarztberufes wird in IDZ-Studie abgewägt

Pro und Contra des Zahnarztberufes wird in IDZ-Studie abgewägt

Interessant an der – bisher unveröffentlichten und dem Verband der Zahnärztinnen/Dentista Club zur Verfügung gestellten – Studie des IDZ/Institut der Deutschen Zahnärzte zum Thema "Angenehme und unangenehme Seiten des Zahnarztberufes in geschlechtsbezogener Wahrnehmung" sind weniger die Positionen, wo die niedergelassenen Zahnärztinnen und ihre männlichen Kollegen gleicher Meinung sind: Angenehm finden sowohl die Zahnärzte als auch die Zahnärztinnen beispielsweise die verantwortungsvolle, vielseitige Tätigkeit (F: 42,1 &, M: 42,8 %), wichtig ist für beide Seiten auch die Selbständigkeit/Freiberuflichkeit (F: 52,3 %, M: 50,8 %). Unangenehm sind die ungesunden Arbeitsbedingungen (F: 15,1 %, M: 16,4 %) und auch der Leistungsdruck/Stress (F: 28,5 %, M: 30.1 %) sowie der späte Feierabend (F: 20,5 %, M: 19,6 %).

Interessante Unterschiede

Zu den Punkten, wo die Zahnärztinnen statistisch anders fühlen als ihre männlichen Kollegen gehört beispielsweise die Einschätzung zur Sinnfrage: Für 45,3 % der befragten Zahnärztinnen ist "Hilfeleistung/Heilberuf" ein angenehmer Aspekt des Berufes, aber nur für 35,8 % der Zahnärzte. Anders als die männlichen Zahnärzte (35,9 %) finden die Zahnärztinnen auch mehr Freude an den sichtbaren Erfolgserlebnissen (40,4 %). Dafür stört sie das schlechte Berufsimage mehr (16,8 %) als es die Männer belastet (10,2 %), und die Zahnärztinnen ärgern sich mehr über das Gutachterwesen (F: 22,5 %, M: 17,6 %).
Auch wenn bei den Zahnärztinnen und Zahnärzten bei den unangenehmen Punkten rund um den Beruf der Aspekt "staatliche Reglementierung" auf Platz 1 steht, zeigen sich doch bemerkenswerte Unterschiede: Während 82,7 % der männlichen Zahnärzte die Reglementierung beklagen, tun dies nur 76,3 % der Zahnärztinnen.

Entwicklungen beachten

Auf den ersten Blick sieht es zwar so aus, so der Verband der Zahnärztinnen, als seien die Kolleginnen einfach genügsamer – das sei aber eine der Positionen, die in einer Folgebefragung hinterfragt werden sollten, ehe berufspolitische Kurz-Schlüsse gezogen werden. Seit der Erhebung im Jahr 2004 hat sich, so die Einschätzung des Verbandes, einiges bei den Zahnärztinnen gewandelt, was ihre Rolle im Berufsstand und die für sie wichtigen Arbeitsbedingungen betrifft. So haben sich auch die Niederlassungsmöglichkeiten grundlegend gewandelt – und sich neue Felder in Angestelltentätigkeit entwickelt. Diese neuen Aspekte machten eine Wiederholung der Befragung – ergänzt um weitere Aspekte – reizvoll.

Übersicht über Zahnärztinnen in berufspolitischen Funktionen

In 2004 stand bei den Zahnärztinnen und den Zahnärzten gleichermaßen auf Platz 1 der Skala der angenehmen Seiten des Berufes die Freiberuflichkeit – die allerdings von den Freiberuflern viel Einsatz verlangt, um gegen die staatlichen Reglementierungen auch durchgesetzt zu werden. Wenn sie erhalten bleiben soll, wird es bei immer mehr Zahnärztinnen auch deren Aufgabe sein, sich hier aktiv zu Wort zu melden und sich zu engagieren: Dass dies immer mehr Zahnärztinnen bereits tun, hat der Verband der Zahnärztinnen gerade aktuell zusammengestellt. Auf der Website www.dentista-club.de im Bereich FORUM steht ab 1. Oktober eine stetig aktualisierte Übersicht, in welchen Bereichen sich bei den Kammern und KZVen in Deutschland Zahnärztinnen bereits jetzt schon für die Belange des Berufsstandes einsetzen. In Arbeit ist derzeit eine zweite Liste, die die engagierten Zahnärztinnen in Berufsverbänden vorstellt. In einer Serie werden einige der Zahnärztinnen auch in der DENTISTA, dem Journal für Zahnärztinnen, portraitiert.

Quelle: dentista-club.de, 22.09.08

Foto: © Shutterstock.com
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