Branchenmeldungen 20.03.2026
Quereinstieg in die Zahnarztpraxis: Intensivkurs des ZBV Schwaben gegen Fachkräftemangel
Ein wesentlicher Grund: Spätestens nach der Abschlussprüfung verlassen viele frisch ausgebildete ZFA die Praxen, um in besser vergütete Tätigkeiten bei Krankenkassen, Versicherungen oder in die Gesundheitswirtschaft zu wechseln. Die zahnärztlichen Praxen verlieren damit genau jene qualifizierten Fachkräfte, die sie dringend benötigen.
Politisch verursachter Fachkräftemangel
Der ZBV Schwaben weist darauf hin, dass dieser Mangel nicht hausgemacht ist, sondern politisch induziert. Seit Jahrzehnten verhindert das Gesundheitssystem eine angemessene Bezahlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zahnarztpraxen. Grundlegende Novellierungen der Gebührenordnungen für Ärzte und Zahnärzte sowie notwendige Gebührenanpassungen werden politisch blockiert. Die Folge: Praxen können im Wettbewerb um qualifiziertes Personal finanziell kaum mithalten.
„Solange die Politik die Modernisierung der Gebührenordnungen verhindert, bleibt die Vergütung in den Praxen strukturell benachteiligt“, sagt Christian Berger, der Vorsitzende des ZBV Schwaben.
Neuer Quereinsteigerkurs „ZFA“ startet am 20. März in Augsburg
Um dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken, bietet der ZBV Schwaben nun einen Quereinsteigerkurs „ZFA“ an. Der Kurs startet am 20. März in Augsburg und richtet sich an Menschen, die ohne klassische Ausbildung in der Zahnmedizin in das Berufsfeld einsteigen oder nach langer Pause wiedereinsteigen möchten.
Der Lehrgang vermittelt grundlegende Kenntnisse für eine Mitarbeit in der Zahnarztpraxis, darunter Grundlagen der Verwaltung und Praxisorganisation. Es geht dabei nicht um eine Ausbildung zur ZFA. Ziel ist es, Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern einen fundierten Einstieg zu ermöglichen und Praxen kurzfristig zu entlasten.
Ein Schritt – aber nicht die Lösung des strukturellen Problems
Christian Berger betont, dass der Quereinsteigerkurs ein wichtiges Instrument zur Abfederung des Mangels ist, jedoch keine dauerhafte Lösung ersetzen kann. „Wir brauchen endlich politische Entscheidungen, die eine faire Vergütung in den Praxen ermöglichen. Nur dann können wir unsere Fachkräfte halten und den Beruf langfristig attraktiv gestalten.“