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Branchenmeldungen 21.02.2011

Sonderausstellung Zähne – Hieb- und Bissfestes aus der Entwicklungsgeschichte

Sonderausstellung Zähne – Hieb- und Bissfestes aus der Entwicklungsgeschichte

Das Paläontologische Museum München eröffnete am 23. Juli 2010 die neue Sonderausstellung „Zähne“, in der vom 26. Juli 2010 bis zum 30. Juni 2011 weithin unbekannte Aspekte aus der mehr als 500 Millionen Jahre langen Entwicklungsgeschichte der Zähne präsentiert werden.

In der Ausstellung finden sich unter anderem Zähne und Gebisse von Wirbeltieren wie Haien, Dinosauriern und Säugetieren, aber auch die zahnartigen Organe wirbelloser Tiere. Die Stücke stammen aus den Beständen der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie in München und wurden in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Paläontologie und Geobiologie der LMU sowie dem GeoBio-CenterLMU ausgewählt.

Er könne anhand eines einzigen Zahnes das Skelett des zugehörigen Tieres rekonstruieren, soll der herausragende französische Wissenschaftler Georges Cuvier (1769-1832), einer der Begründer der Paläontologie, einmal gesagt haben. Auch wenn diese Behauptung etwas hochgegriffen sein mag, lassen die Zähne tatsächlich auf die Lebensweise des Organismus rückschließen. So können ausladende Stoßzähne ein Hinweis auf Schaukämpfe oder tatsächliche Auseinandersetzungen sein. Auch die Diät spiegelt sich im Gebiss wider: Pflanzenfresser benötigen hohe Zähne mit vielen feinen Schneidekanten, um hartes Grünzeug zu zermahlen, während Fleischfresser auf Fang- und Reißzähne angewiesen sind. Der Mensch dagegen ist – zumindest dem Gebiss nach – ein Allesfresser.

Für Paläontologen sind Zähne zudem sehr attraktiv, weil sie oft alleine als härtester Teil des Körpers die Jahrmillionen überdauert haben. „Schon vor mehr als 200 Jahren hat die Wissenschaft den Wert dieser Informationsquelle erkannt“, sagt Dr. Gertrud Rößner von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie/GeoBio-Center der LMU München, die federführend am Konzept der Ausstellung mitgewirkt hat. „Von vielen ausgestorbenen Wirbeltieren weiß man nur, weil ihre Zähne überdauert haben. Die überwältigende Formenvielfalt fossiler und heutiger Zähne zeichnet aber auch wichtige Anpassungen im Nahrungserwerb sowie Nahrungswettbewerb und damit weite Strecken der Entwicklungsgeschichte nach.“

Wie sind Zähne überhaupt im Kieferknochen befestigt und woraus bestehen sie? Die Ausstellung präsentiert Meilensteine in der Entwicklung der Zähne, erklärt deren Aufbau und auch die diffizilen Prozesse der Zahngewebebildung. Schwerpunkte sind auch die Mikrostruktur des außerordentlich widerstandsfähigen Zahnschmelzes, das effiziente Kauen, der integrierte Abrieb sowie die Besonderheiten der menschlichen Kauapparatur. Das Gebiss ist ein ausgeklügeltes Organsystem der Wirbeltiere, das sich als artspezifisches und hochspezialisiertes Werkzeug vor allem bei den Säugetieren durchgesetzt hat – und wesentlich zur Eroberung des Festlandes beitrug. (suwe)

Die Sonderausstellung „Zähne“ im Paläontologischen Museum München, Richard-Wagner-Straße 10, läuft noch bis zum 20. Juni 2011. Geöffnet ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 8:00 bis 16:00, freitags von 8:00 bis 14:00 und jeden ersten Sonntag im Monat von 10:00 bis 16:00.

Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München

Foto: © Shutterstock.com
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