Digitale Zahnmedizin 21.08.2025

Digitales Handeln erfordert analoges Wissen – aus den Tiroler Bergen in die digitale Welt



Die Zahntechnik vereint traditionelles Handwerk mit modernster Innovation. Obwohl die Digitalisierung viele Prozesse revolutioniert hat, bleibt analoges Wissen unverzichtbar, um neue Technologien gezielt und effizient einzusetzen.

Digitales Handeln erfordert analoges Wissen – aus den Tiroler Bergen in die digitale Welt

Foto: ZTM Rene Gneist

Der Weg in die digitale Welt beginnt mit einer fundierten Basis, die durch analoge Verfahren geprägt wurde und heute als Fundament für effiziente digitale Workflows dient.

Die Symbiose von analog und digital

Digitales Handeln bedeutet nicht, das Analoge hinter sich zu lassen, sondern es als Werkzeug für eine präzisere und effizientere Arbeit zu nutzen. Zahntechniker stehen vor der Herausforderung, traditionelle Verfahren wie den Modellguss oder klassische Abformungen in digitale Prozesse zu integrieren. Dafür sind nicht nur technisches Know-how, sondern auch ein tiefgehendes Verständnis der Materialien und Technologien erforderlich, um für jede Indikation die optimale Wahl zu treffen.

Hochtransluzente Zirkonoxid-Keramiken, ein Beispiel für moderne Werkstoffe, bieten weitreichende Anwendungsmöglichkeiten. Sie eignen sich gleichermaßen für Einzelzahnrestaurationen wie für kleine Brücken und bieten eine perfekte Balance aus Ästhetik und Stabilität. Doch das Wissen über analoge Herstellungsschritte bleibt entscheidend, um die Möglichkeiten solcher Materialien voll auszuschöpfen.

Effizienz durch Digitalisierung

Die Digitalisierung hat den Workflow in der Zahntechnik verändert. Prozesse wie das manuelle Ausblocken und Gießen, die früher viele Stunden in Anspruch nahmen, werden heute durch digitale Konstruktion und 3D-Laser­melting ersetzt. Die Effizienzsteigerung zeigt sich nicht nur in der Zeitersparnis, sondern auch in der Präzision der Ergebnisse.

Die digitale Prothetik ermöglicht es, individuelle Lösungen schneller und passgenauer herzustellen. Flexiprothesen, ein modernes Highlight, verdeutlichen dies: Dank flexibler Materialien sind sie leichter, ästhetisch ansprechender und dabei genauso robust wie traditionelle Prothesen. Die Möglichkeit zur Reparatur oder Erweiterung macht sie zudem besonders patientenfreundlich.

 

Digitalisierung der ­Implantatprothetik

Die Implantatprothetik profitiert in besonderem Maße von der Digitalisierung. Präzise Intra­oralscans und die Verwendung digitaler Labor­analoge ermöglichen eine hochgenaue Abbildung der Mundsituation. Dabei spielt die korrekte Wahl von Scanbodys und Bibliotheken eine zentrale Rolle, um die Passgenauigkeit der Implantatlösungen zu garantieren. Digitale Prozesse vereinfachen nicht nur die Herstellung, sondern tragen auch dazu bei, Fehlerquellen zu minimieren.

Herausforderungen und Chancen

Die Digitalisierung eröffnet viele Chancen, bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Die Integration neuer Technologien erfordert ein tiefes Verständnis der Schnittstellen zwischen analogen und digitalen Arbeitsweisen. Zahntechniker müssen lernen, digitale Systeme optimal zu nutzen, ohne die Grund­lagen ihres Handwerks zu vernachlässigen. Dabei stellt sich die Frage: Ist es besser, alle Leistungen im eigenen Haus abzudecken oder auf externe Dienstleister zurückzugreifen? Die Antwort hängt von den individuellen Möglichkeiten ab. Entscheidend ist, dass sowohl die analogen als auch die digitalen Schritte reibungslos ineinandergreifen.

Zukunftsperspektiven

Die Entwicklung der Zahntechnik zeigt, dass sich analoge und digitale Ansätze nicht ausschließen, sondern gegenseitig bereichern. Die Kombination von fundiertem Wissen über traditionelle Verfahren und modernster Technologie schafft eine neue Dimension der Effizienz und Präzision. Die spannende Frage bleibt, wie sich analoge und digitale Prozesse in Zukunft noch enger verzahnen lassen. Sicher ist jedoch: Der Erfolg in der Zahntechnik wird davon abhängen, wie gut es gelingt, das Beste aus beiden Welten zu vereinen.

ZT Zahntechnik Zeitung


Dieser Beitrag ist in der ZT Zahntechnik Zeitung erschienen. 

Die ZT Zahntechnik Zeitung ist das einzige unabhängige Zeitungsformat für Zahntechniker mit den Schwerpunkten Berufspolitik und Laborführung. Die ZT erscheint elf Mal pro Jahr und orientiert sich am Informationsbedürfnis zahntechnischer Labore und ihrer Mitarbeitenden. Neben der fachlichen Qualifikation sind auch wirtschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Aspekte entscheidend für den langfristigen Erfolg eines zahntechnischen Labors.

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