Branchenmeldungen 18.03.2026

Starke Muskeln lassen Frauen länger leben

Eine prospektive Kohortenstudie mit 5.472 Frauen fand, dass größere Muskelkraft bei älteren Frauen mit niedrigerem Sterberisiko assoziiert ist. Der Zusammenhang blieb auch bestehen, wenn körperliche Aktivität, Gehgeschwindigkeit, durchschnittliche Sitzdauer und systemische Entzündungsprozesse berücksichtigt wurden. Demnach kann eine Messung der Muskelkraft und womöglich deren Förderung sinnvoll sein, um gesundes Altern zu unterstützen.

Starke Muskeln lassen Frauen länger leben

Foto: Grady Reese/peopleimages.com – stock.adobe.com

Körperliche Fitness spielt eine relevante Rolle gerade auch in zunehmendem Alter. Speziell Muskelkraft könnte hierbei zentral sein, deuteten frühere Studien an. Muskelkraft, speziell die Handgriffstärke, kann mit einfachen Mitteln in der Alltagspraxis ermittelt werden. Wissenschaftler untersuchten daher nun, ob Muskelkraft ein Marker für Langlebigkeit sein könnte und fokussierten in ihrer Studie auf Frauen.

Welche Rolle spielt Muskelkraft für Frauen in höherem Alter?

Wissenschaftler analysierten in einer prospektiven Kohortenstudie (Objective Physical Activity and Cardiovascular Health study) Frauen im Alter von 63 bis 99 Jahren. Teilnehmerinnen wurden zwischen März 2012 und April 2014 gewonnen, abschließende Daten wurden bis Februar 2023 erhoben. Die Frauen führten körperliche Fitnesstests durch und nutzten über 7 Tage einen Bewegungstracker.

Die Studie ermittelte die Handgriffstärke der dominanten Hand in kg in 4 Abschnitten (Quartil 1: < 14: Quartil 2: 14 – 19; Quartil 3: 19 – 24; Quartil 4: > 24). Als zweites Maß wurde die Zeit (Sekunden) bis zum Aufstehen aus dem Sitzen erfasst (Quartil 1: > 16,7; Quartil 2: 16,6 – 13,7; Quartil 3: 13,6 – 11,2; Quartil 4: ≤ 11,1). Als Studienendpunkt wurde die Sterblichkeit aus allen Gründen untersucht.

Prospektive Kohortenstudie mit 5.472 Frauen zwischen 63 und 99 Jahren

Insgesamt nahmen 5.472 Frauen im durchschnittlichen Alter von 78,7 Jahren (+/- 6,7 Jahre) an der Studie teil. Die Nachbeobachtung erfolgte im Schnitt für 8,4 Jahre (+/- 2,4 Jahre). Es kam im Studienzeitraum zu 1.964 Todesfällen. Bei Berücksichtigung von Alter zu Beginn sowie soziodemographischen, Lebensstil- und klinischen Faktoren, zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen höherer Muskelkraft und geringerem Sterberisiko (Trend über mehrere Quartile der Handgriffstärke: p < 0,001). Auch eine kürzere Zeit, aus dem Sitz auf einem Stuhl aufzustehen, war mit geringerer Sterblichkeit assoziiert (Trend über mehrere Quartile: p < 0,001).

Sterblichkeitsrisiko je nach Handgriffstärke (vs. niedrigstes Handgriff-Quartil):

  • Quartil 2: Hazard Ratio, HR: 0,94; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,85 – 1,06
  • Quartil 3: HR: 0,85; 95 % KI: 0,75 – 0,97
  • Quartil 4: HR: 0,67; 95 % KI: 0,58 – 0,78

Zeit, aus dem Sitz auf einem Stuhl aufzustehen (vs. längstes Quartil):

  • Quartil 2: HR: 0,79; 95 % KI: 0,69 – 0,88
  • Quartil 3: HR: 0,76; 95 % KI: 0,67 – 0,87
  • Quartil 4: HR: 0,63; 95 % KI: 0,54 – 0,73

Die Assoziation blieb auch bei Berücksichtigung der sitzend verbrachten Zeit, moderat bis anstrengender körperlicher Aktivität, der Gehgeschwindigkeit sowie eines Markers für entzündliche Prozesse bestehen.

Größere Muskelkraft mit geringerer Sterblichkeit assoziiert

Die Autoren schließen, dass größere Muskelkraft bei älteren Frauen mit niedrigerem Sterberisiko assoziiert ist. Der Zusammenhang blieb auch bestehen, wenn körperliche Aktivität, Gehgeschwindigkeit, durchschnittliche Sitzdauer und systemische Entzündungsprozesse berücksichtigt wurden. Demnach kann eine Messung der Muskelkraft und womöglich deren Förderung sinnvoll sein, um gesundes Altern zu unterstützen.

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