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Branchenmeldungen 16.02.2021

Straumann Group kehrt zu organischem Wachstum zurück

Straumann Group kehrt zu organischem Wachstum zurück

Foto: Adobe Stock Photos - Funtap

Nach einem vielversprechenden Start in das Jahr 2020 geriet das Geschäft im zweiten Quartal ins Stocken, als viele Zahnarztpraxen schliessen mussten. Als der Lockdown gelockert wurde, kehrte das Wachstum im Q3 wieder zurück und setzte sich auch im Q4 fort, in dem der organische Umsatz gegenüber dem Vergleichsquartal 2019 um 8% stieg. Zum Jahresende war das organische Wachstum in allen Regionen zurückgekehrt. In der am wenigsten betroffenen Region APAC stieg das Wachstum im Q4 auf einen hohen zweistelligen Bereich und die Region schloss das Jahr nahezu auf dem Niveau von 2019 ab. Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) sowie Nordamerika verzeichneten Rückgänge im mittleren einstelligen Bereich, während Lateinamerika die grösste Herausforderung meisterte und 85% seines organischen Umsatzes aus dem Vorjahr erreichte. Angesichts der Aufwertung des Schweizer Franken gegenüber allen wichtigen Währungen der Gruppe verringerten die negativen Wechselkurseffekte den Umsatz im Q4 um mehr als 5 Prozentpunkte.

Zu Jahresbeginn reagierte die Gruppe rasch, um die kurz- und mittelfristigen finanziellen Auswirkungen der Pandemie durch eine Senkung der Betriebskosten, die Einführung von Kurzarbeit sowie die Restrukturierung und Verschiebung bestimmter Investitionen abzuschwächen. Parallel zu subventionierter Kurzarbeit und reduzierter Vergütung einschliesslich eines freiwilligen Lohnverzichts seitens des Verwaltungsrats und des oberen Managements war die Gruppe leider gezwungen, ihre globale Belegschaft um 9% abzubauen. Diese Massnahmen sowie der Rückgang der Geschäftsreisen, Marketing-Veranstaltungen und sonstigen Aktivitäten schwächten den Druck auf die Profitabilität ab und stützten die Kern-EBITDA-Marge, EBIT-Marge und Reingewinnmarge, welche 29.5%, 23.4% bzw. 18.3% erreichten.

Einschliesslich der Abschreibungen aus Kaufpreisallokation (PPA) von CHF 9 Mio., Wertberichtigungen von CHF 150 Mio., Restrukturierungskosten von CHF 15 Mio. sowie Vorsorgeplanänderungen von CHF 5 Mio. belief sich das ausgewiesene Nettoergebnis auf CHF 92 Mio. bei einem Gewinn pro Aktie von CHF 5.75 (Kern: CHF 16.20).

Die Gruppe setzte den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten (CHF >50 Mio.) fort. Zusammen mit Investitionen in Informationstechnologien und sonstigen Anlagen führte dies zu einem Investitionsaufwand von CHF 82 Mio. Der Geldfluss aus operativer Tätigkeit belief sich auf CHF 377 Mio., wobei der Free Cashflow CHF 295 Mio. erreichte.

CEO Guillaume Daniellot kommentierte: „Angesichts des sehr herausfordernden Umfelds schliessen wir das Jahr 2020 mit einem soliden Ergebnis ab, wenngleich wir bis zum Jahresende nicht das Niveau von 2019 erreicht haben. Unsere Reaktion auf die Pandemie und unsere Bemühungen um eine starke Rückkehr haben sehr erfolgreich dazu beigetragen, die Folgen von COVID-19 abzumildern. Neben unserem gesamten Team und allen, die uns dabei unterstützt haben, diese Situation zu meistern, möchte ich den Mut und die Professionalität unserer Kunden würdigen, die Patienten unter solch schwierigen Umständen versorgt haben. Aufgrund unserer nachhaltigen überdurchschnittlichen Leistung, andauernden Investitionen in künftige Wachstumschancen, der Fortführung umfassender Seite 3/9 zahnmedizinischer Leistungen sowie der laufenden Impfprogramme sind wir vorsichtig optimistisch, dass wir in diesem Jahr ein organisches Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich erzielen werden.”

  • Organischer Umsatz für das Gesamtjahr sinkt um 6%, während starke negative Wechselkurseffekte die Differenz in Schweizer Franken auf 11% vergrössern
  • Jahresumsatz erreicht CHF 1.4 Mrd.
  • Umsatz wächst im Q4 um 1.2% (organisch +8%), die Gruppe verzeichnet nach der einsetzenden Erholung im Q3 das zweite Quartal in Folge einen Zuwachs
  • Alle Regionen kehren bis Jahresende zum Wachstum zurück, angeführt von einer hohen zweistelligen Zunahme in der Region APAC in Q4
  • Trotz des im Vergleich zum Vorjahr herausfordernden Umfelds konnte die Gruppe die Auswirkungen des Umsatzrückgangs und der negativen Währungseffekte auf die Profitabilität abfedern; die Kern-EBITDA-Marge, EBIT-Marge und Reingewinnmarge erreichen 30%, 23% bzw. 18%
  • Trotz schwierigen Umfelds erwirtschaftet die Gruppe einen Geldfluss von CHF 377 Mio. aus operativer Tätigkeit
  • Verwaltungsrat schlägt stabile Dividende von CHF 5.75 je Aktie vor (vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre)
  • Mit vorsichtigem Optimismus strebt die Gruppe 2021 – vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse und Umstände – ein hohes einstelliges organisches Umsatzwachstum an und erwartet eine Verbesserung der Profitabilität (Kern-EBIT) gegenüber dem Jahr 2020.

STRATEGISCHE FORTSCHRITTE UND WICHTIGE NEUIGKEITEN

Erschliessung erheblicher Potenziale in der ästhetischen Zahnmedizin

Im Juli 2020 hat die Straumann Group mit der Übernahme von DrSmile weiter in den wachsenden Markt für transparente Aligner investiert. Als einer der führenden Anbieter kieferorthopädischer Behandlungen unter zahnärztlicher Aufsicht in Europa, ergänzt DrSmile das bestehende Geschäft mit transparenten Alignern um wertvolle Expertise im Bereich des Direct-to-Consumer-Marketings. Das Unternehmen hat ein breites Netz von Partnerpraxen in Deutschland aufgebaut und ist in den vergangenen 12 Monaten nach Österreich, Spanien und Frankreich expandiert. Diese werden Zahnärzten wesentliche Chancen bieten, ihr Praxisgeschäft durch zusätzliche Kanäle auszubauen und Patienten eine komfortable, medizinisch fundierte und hochwertige Behandlung anzubieten.

Globaler Partner der Wahl für integrierte intraorale Scanning-Lösungen

Intraoralscanner spielen in der Gruppenstrategie zur Schaffung eines führenden digitalen Ökosystems in der ästhetischen Zahnheilkunde eine zentrale Rolle. Im Oktober hat die Gruppe 3Shape TRIOS Scanner vollständig in ihre Softwarelösungen und -dienste integriert und bietet nahtlose Konnektivität mit den Lösungen von Straumann für die Kieferorthopädie, die restaurative Zahnmedizin, die Implantatchirurgie, das Chairside-Fräsen und die digitale Zahnmedizin. Zum Jahresende erwarb die Gruppe die globalen Vertriebsrechte für die kostengünstigen Intraoralscanner von Medit und konnte so ihr breites Angebot ergänzen und ihre Position als globaler Partner der Wahl für integrierte intraorale Scanning-Lösungen ausbauen.

Neuer Produktionsstandort in Deutschland eröffnet

Medentika, die Challenger-Marke der Gruppe für kostengünstige, plattformübergreifende Lösungen und Implantate, ist – trotz Pandemie – das gesamte Jahr über gewachsen. Im Dezember verlagerte sie die Produktion in Deutschland von Renningen an einen eigens für sie errichteten Produktionsstandort in Calw, der sofort in Betrieb ging und Platz für weiteren Kapazitätsausbau bietet.

Schutz von Innovationen sichert Chancen im kieferorthopädischen Segment

Darüber hinaus erhielt die Gruppe im Dezember weiteren Patentschutz für ihren dreischichtigen Hochleistungswerkstoff für transparente Aligner. Dieser wurde entwickelt, um Patienten hervorragenden Komfort und starke Kräfte bei der Bewegung der Zähne zu bieten. Das neue Patent umfasst 34 Ansprüche und wurde Bay Materials, einer Tochtergesellschaft der Gruppe, in den USA erteilt.

Expertise und Versorgung mit Keramik-Materialien gesichert

Die Gruppe setzt bei der Produktion von ästhetischen Restaurationselementen und Implantaten auf Hochleistungskeramik-Technologie. Im Q4 unterzeichnete sie eine Vereinbarung zur Übernahme von OxiMaTec im Jahr 2023. Das deutsche Unternehmen ist auf Keramik spezialisiert.

Innovation im Bereich Implantatpflege

Im Jahr 2021 erwarb die Gruppe eine Minderheitsbeteiligung an dem norwegischen Biotech-Unternehmen Labrida AS, um ihr Portfolio im Bereich der Implantatpflege zu erweitern und zusätzliche Lösungen für die Behandlung periimplantärer Erkrankungen anzubieten. Die Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen sichert Straumann Optionsrechte, um künftig ihre Anteilsquote zu erhöhen, sowie Exklusivvertriebsrechte in wichtigen Märkten für Labrida BioClean™, eine innovative Bürste für den professionellen Einsatz in der Implantatpflege für die langfristige Erhaltung.

GESCHÄFTSVERLAUF

Nach Geschäftsbereichen betrachtet, erzielten die Non-Premium-Implantate, das digitale Geschäft und die Kieferorthopädie alle ein ganzjähriges organisches Wachstum. Den höchsten Zuwachs verzeichnete, getragen von DrSmile, der Bereich Kieferorthopädie. Die Premium-Implantatlösungen, die grössten Umsatztreiber, wurden durch die Auswirkungen der Pandemie auf kaufkräftige Märkte beeinträchtigt. Dennoch war der Absatz von neuen Produkten wie dem innovative BLX Implantat von Straumann stark und führte zu Marktanteilsgewinnen, z.B. im Bereich Sofortversorgung. Bei den Challenger-Marken der Gruppe verzeichneten Neodent und Medentika ein ganzjähriges Wachstum und entwickelten sich positiv in den Schwellenmärkten. Beide trugen gemeinsam mit dem Geschäft mit digitalen Geräten zum anhaltenden Erfolg des DSO-Geschäfts der Gruppe bei. Getrieben durch den Verkauf von Intraoralscannern und den zunehmenden Trend zur digitalen Zahnmedizin, verzeichnete der digital Geschäftsbereich auch im Q4 starke Zuwächse.

ERGEBNISSE IN DEN REGIONEN

EMEA angetrieben vom guten Abschneiden in Deutschland und in Schwellenmärkten

Mit einem Jahresumsatz von CHF 615 Mio. bzw. 92% des Vorjahreswertes leistet die Region EMEA nach wie vor den grössten Beitrag zum Umsatz der Gruppe. Nachdem sich die Region im Q3 erholt und den Nachholbedarf befriedigt hatte, verzeichnete sie im Q4 ein organisches Wachstum von 6%. Die Entwicklung wurde von Deutschland, Russland und der Türkei angeführt und erhielt zusätzlichen Auftrieb durch den Zukauf des Geschäftes in Rumänien. Die Distributorenmärkte kehrten zum Wachstum zurück, während einige der grösseren Märkte, insbesondere Frankreich, Spanien, Skandinavien und Grossbritannien durch die Pandemie ausgebremst wurden.

Weiterhin solides Wachstum in Nordamerika im Q4

Der Jahresumsatz in Nordamerika betrug CHF 432 Mio. bzw. 90% des Vorjahreswertes. Organisch sank der Umsatz um lediglich 5%, doch die negativen Wechselkurseffekte verstärkten den Rückgang in Schweizer Franken auf 10%. Das Wachstum setzte sich vom dritten ins vierte Quartal fort, in dem der organische Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5% stieg. Sowohl die USA als auch Kanada verzeichneten ein solides Wachstum, wobei Kanada das Jahr sehr erfolgreich abschloss. Diese Entwicklung wurde durch die Challenger-Implantatmarken und das digitale Geschäft vorangetrieben, insbesondere durch Intraoralscanner und 3D-Drucker.

Weiter kräftiges Wachstum in der Region Asien-Pazifik

Die Region Asien-Pazifik verzeichnete eine weitere sequenzielle Steigerung des organischen Umsatzes von 11% im Q3 auf 18% im Q4. Die beeindruckende Performance konnte den Rückgang im ersten Halbjahr weitestgehend kompensieren und den organischen Umsatz des Gesamtjahres bis auf ein halbes Prozent auf das Vorjahresniveau steigern. Der Umsatz in Schweizer Franken sank um 5% auf CHF 289 Mio. Das dynamische Wachstum wurde im Q4 von China angeführt. Australien, Japan, Neuseeland und Taiwan verzeichneten alle kräftige Zuwächse, während Korea und Indien weiterhin gegen die Pandemie ankämpften. Die Region bereitete sich auf eine Reihe von Markteinführungen in der nahen Zukunft vor, darunter Nibec Biomaterials in China, NUVO in Indien und ClearCorrect in Hongkong und Singapur. Letzterem wurden regulatorische Zulassungen in Taiwan und Thailand erteilt.

Lateinamerika steht vor der grössten Herausforderung, kehrt jedoch im Q4 zum Wachstum zurück

Die schweren Verwerfungen aufgrund von COVID-19 und die starken negativen Wechselkurseffekte führten in der Region LATAM zu einem Rückgang des Jahresumsatzes um 35% in Schweizer Franken auf CHF 90 Mio. Der Rückgang war weitgehend währungsbedingt, das organische Defizit betrug 15%. Die Region behauptete sich in einem schwierigen Marktumfeld. Im Q4 gelang die Rückkehr zum organischen Wachstum, als der organische Umsatz um 3% stieg. Brasilien, der bei Weitem grösste Markt in der Region, erlebte eine kräftige Rückkehr zum Wachstum, das durch den Absatz von Neodent und digitalen Geräten angetrieben wurde. Auch Argentinien und Chile verzeichneten starke Zuwächse. Yller, das Geschäft mir Kunstharzen für den 3D-Druck der Gruppe, wuchs weiterhin dynamisch, getragen von innovativen Produkten und dem Anstieg bei den digitalen Fertigung.

OPERATIVE UND FINANZIELLE SITUATION

Um die finanzielle Leistung und Lage der Gruppe auf einer vergleichbaren Basis besser darzustellen, weist die Gruppe neben den nach IFRS ausgewiesenen Ergebnissen zusätzlich „Kern“-Ergebnisse aus. 2020 wurden die folgenden Posten von der Kern-Basis ausgenommen:

  • Abschreibungen auf akquisitionsbezogene immaterielle Vermögenswerte in Höhe von CHF 9 Mio.
  • Wertminderungen von insgesamt CHF 150 Mio. von finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerten einschliesslich Createch, Dental Wings und Equinox – hauptsächlich als Folge von COVID-19
  • Einmalige Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit der Anpassung der globalen Belegschaft in Höhe von CHF 15 Mio.
  • Gewinne aus Vorsorgeplanänderungen in Höhe von CHF 5 Mio.

Genauere Angaben und eine Überleitungstabelle finden sich auf den Seiten 124ff. des Geschäftsberichts der Gruppe, welcher heute veröffentlicht wird (Details siehe unten).

Kern-Bruttogewinnmarge weiterhin über 70%

Als Reaktion auf die Pandemie und die neue wirtschaftliche Realität hat die Gruppe Kapazitäten angepasst, Betriebskosten gesenkt und Investitionen verschoben, um so die Auswirkungen signifikanter Umsatzeinbussen auf die Profitabilität abzumildern. Der Bruttogewinn lag um CHF 169 Mio. unter dem des Vorjahres, wobei die entsprechende Marge um 280 Bp. auf 73% fiel. Ohne Währungseffekte betrug der Rückgang rund 190 Bp.

Kern-EBITDA-Marge bei 30% gesichert

Auch die Kostensenkungen in anderen Bereichen trugen dazu bei, die Auswirkungen auf die Ertragslage abzufedern. Der Vertriebsaufwand, der die Löhne der Aussendienstmitarbeitenden, Provisionen und Logistikkosten umfasst, wurde um CHF 38 Mio. auf CHF 283 Mio. gesenkt. Der Verwaltungsaufwand, welcher Forschungs-, Entwicklungs-, Marketing- und Gemeinkosten umfasst, wurde um CHF 20 Mio. auf CHF 441 Mio. reduziert. Zusammen genommen trugen diese Anstrengungen dazu bei, das Betriebsergebnis in Höhe von CHF 333 Mio. (CHF 421 Mio. vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) zu stützen. Die Kosteneinsparungen haben die Innovationskraft der Gruppe sowie ihre Fähigkeit überzeugende Lösungen zu produzieren, zu liefern und zu vertreiben, nicht beeinträchtigt. Die EBITDA- und EBIT-Margen sanken um 210 Bp. bzw. 370 Bp. auf 30% bzw. 23%. Rund 160 Bp. der Rückgänge waren auf Wechselkurseffekte zurückzuführen.

Kern-Nettogewinnmarge erreicht 18%

Der Kern-Netto-Finanzaufwand belief sich auf CHF 31 Mio., was die Verluste aus Währungsabsicherungen, die Zinszahlungen und die Zinsen auf Leasingverbindlichkeiten widerspiegelt. Der Anteil am Ergebnis assoziierter Gesellschaften lag in etwa auf Vorjahresniveau, wobei der Nettogewinn nach Abzug der Ertragssteuern von CHF 40 Mio. um 23% auf CHF 261 Mio. sank, so dass eine Marge von 18% realisiert wurde. Das unverwässerte Ergebnis pro Aktie sank um 24% auf CHF 16.20. Das ausgewiesene Nettoergebnis einschliesslich PPA-Abschreibungen, Wertminderungen, Restrukturierungsaufwendungen, Gewinnen aus Vorsorgeplanänderungen sowie deren ertragssteuerliche Auswirkungen belief sich auf CHF 92 Mio.

Free Cashflow erreicht CHF 295 Mio.

Der Geldfluss aus operativer Tätigkeit betrug CHF 377 Mio. Die Kombination aus reduzierten Forderungen, relativ stabilen Verbindlichkeiten und erhöhten Beständen führte zu einer Abnahme des Nettoumlaufvermögens von CHF 39 Mio. In konsolidierter Währung verringerten sich die Forderungsausstände um 10 auf 47 Tage und die Lagerdauer um 15 auf 160 Tage. Die Nettozinszahlungen, wozu auch die Zinsen aus Leasingverpflichtungen zählen, betrugen CHF 12 Mio.

Ab Q2 wurden mehrere Projekte unterbrochen bzw. verschoben, wodurch sich der Investitionsaufwand gegenüber dem Vorjahr um CHF 68 Mio. verringerte. Angesichts der fortlaufenden Produktionserweiterung und strategischen Akquisitionen belief sich der Gesamtmittelabfluss aus Investitionstätigkeit auf CHF 145 Mio.; 39% weniger als 2019.

Zur Refinanzierung einer fälligen Anleihe und Sicherung der Liquidität für allgemeine betriebliche Zwecke in einer Zeit zunehmender Unsicherheit hat die Gruppe zwei Obligationenanleihen ausgegeben und zugesagte Kreditlinien erhalten. Die erste, im April ausgegebene Anleihe lag bei CHF 280 Mio.; die zweite, im Juni emittierte Anleihe betrug CHF 200 Mio.

Der Barmittelbestand per 31. Dezember 2020 betrug starke CHF 632 Mio., im Gegensatz zum Barmittelbestand von CHF 260 Mio. am Anfang des Jahres. Die Bilanzsumme der Gruppe belief sich auf CHF 2.5 Mrd. gegenüber CHF 2.4 Mrd. Ende 2019.

Gleichbleibende Dividende vorgeschlagen

Auf der Grundlage des Ergebnisses für das Jahr 2020 schlägt der Verwaltungsrat eine gleichbleibende Dividende von CHF 5.75 pro Aktie vor, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre und zahlbar am 15. April 2021. Der Verwaltungsrat beabsichtigt, die Dividende unter dem Vorbehalt einer weiterhin guten Geschäftsentwicklung künftig weiter zu erhöhen.

AUSBLICK 2021 (VORBEHALTLICH UNVORHERGESEHENER EREIGNISSE)

Am Jahresende hatten Zahnärzte in aller Welt ihre Arbeit wieder aufgenommen, wenn auch mit verminderter Effizienz. Das Vertrauen der Patienten hatte sich wieder gefestigt. Der starke Anstieg der Infektionszahlen um die Jahreswende führte allerdings zu neuen Schliessungen in wichtigen Kernmärkten. Dennoch sind Zahnarztbesuche an den meisten Orten für alle Behandlungen weiterhin möglich. Angesichts der angelaufenen breiten Impfaktionen erwartet die Gruppe keine Verschlechterung im Dentalmarkt, obwohl das verfügbare Einkommen sich durch eine wirtschaftliche Rezession verringern und Patienten abhalten könnte, frei gewählte, nicht erstattungsfähige Behandlungen durchführen zu lassen.

Auf der Grundlage ihrer Fortschritte im Jahr 2020, des positiven Ergebnisses im zweiten Halbjahr, der kontinuierlichen Investitionen in künftige Wachstumschancen, ihrer starken Innovationspipeline und des talentierten Teams der Straumann Group, das tagtäglich seine Leidenschaft und Widerstandsfähigkeit unter Beweis stellt, strebt die Gruppe ein organisches Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich an und erwartet eine Verbesserung der Profitabilität (Kern-EBIT) gegenüber dem Jahr 2020. 

Quelle: Straumann Group

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