Branchenmeldungen 19.02.2026
Neue Impulse für die frühe interzeptive Kieferorthopädie
Das System ist für jüngere Patienten im Alter von sieben bis zehn Jahren im Wechselgebiss vorgesehen und wird unter anderem bei Kreuzbiss, Engstand, offenem Biss sowie bestimmten Klasse-III-Tendenzen eingesetzt. In Kombination mit den transparenten Invisalign First™ Alignern steht Anwendern eine durchgängige Lösung für die frühe Behandlung zur Verfügung, die sowohl die skelettale als auch die dentale Zahnbogenerweiterung abdeckt.
Anstelle schlüsselaktivierter Apparaturen nutzt das Invisalign Palatal Expander System eine Serie programmierter, herausnehmbarer Expander, die mit leichten, kontinuierlichen Kräften eine schrittweise Erweiterung des Zahnbogens bewirken. Dadurch wird eine hygienischere, komfortablere und ästhetisch ansprechendere Behandlung unterstützt. Gleichzeitig ermöglicht das System Anwendern, den Behandlungsfortschritt digital zu verfolgen. 1,2 3
Der in Belgien tätige Fachzahnarzt für Kieferorthopädie Dr. Emmanuel Dumu, der an der frühen Pilotphase des Invisalign Palatal Expander Systems beteiligt war, stellte seine Erfahrungen beim jüngsten Invisalign Live in London vor, dem zentralen Fortbildungsevent von Align Technology. Im folgenden Interview erläutert er, warum das System aus seiner Sicht das Potenzial hat, zu einem wichtigen Baustein der frühen kieferorthopädischen Versorgung zu werden.
„In Belgien begegnen wir Innovationen eher mit Zurückhaltung. Wenn etwas Neues kommt, springen wir nicht sofort darauf an. Wir gehören nicht zu den Early Adopters“, erklärt Dr. Dumu. Sein langjähriges Vertrauen in den sorgfältigen Umgang von Align Technology bei der Einführung von Innovationen gab ihm jedoch die Zuversicht, das System frühzeitig einzusetzen. „Was mich dazu bewogen hat? Ich wollte meinen Patienten eine zusätzliche Behandlungsoption anbieten.“ Um den klinischen Nutzen des Invisalign Palatal Expander Systems zu prüfen, setzte Dr. Dumu es zunächst bei seiner eigenen Tochter ein, die einen offenen Biss und einen Kreuzbiss aufwies. „Bereits nach elf Expander-Stufen war der offene Biss geschlossen, das Daumenlutschen hörte auf, und auch der Kreuzbiss war korrigiert. Diese Ergebnisse haben mich überzeugt, das System auch bei weiteren Patienten einzusetzen.“
Seine ersten Eindrücke bezogen sich vor allem auf den spürbaren Mehrwert für die Familien in seiner Praxis. „Kein Metall im Mund, keine Schraubenaktivierungen und kein Würgereiz beim Einsetzen. Für Kinder und Eltern bedeutete das eine deutlich ruhigere, angenehmere und insgesamt unkompliziertere Behandlungssituation“, so Dr. Dumu.
Neue Workflows – bessere Patientenmitarbeit
Zu Beginn erforderte das Invisalign Palatal Expander System zwar Anpassungen in den klinischen Workflows von Dr. Dumu, diese erwiesen sich jedoch als unkompliziert. Anstatt eine festsitzende Apparatur einzusetzen und Patienten alle zwei Monate einzubestellen, beginnt er die Behandlung heute mit einer einwöchigen Testphase, um die Patientenmitarbeit einzuschätzen. „Wenn das Kind während der Beratung aufmerksam ist, ist das ein gutes Zeichen. Wenn es nicht bei der Sache ist oder an die Decke schaut, ist das ein Warnsignal“, sagt er. „Wir müssen darauf vertrauen können, dass die Apparatur wie vorgesehen getragen wird.“
Sobald Patienten und Eltern ihr Einverständnis geben, startet die Behandlung mit kürzeren Kontrollintervallen, insbesondere in den ersten Wochen, in denen der Verlauf besonders genau beobachtet wird. Aus seiner Erfahrung weiß Dr. Dumu, dass dabei häufigere Wechsel erforderlich sind. „Bei meiner Tochter haben wir die Apparatur täglich gewechselt. Am achten Tag passte sie bereits nicht mehr. Deshalb wechsle ich heute alle zwei bis drei Tage und kontrolliere nach einem Monat, ob die Gaumennahterweiterung wie geplant verläuft.“ Trotz zusätzlicher Termine zu Beginn lässt sich das Invisalign Palatal Expander System gut in den Praxisalltag integrieren. „Es geht auch schneller“, so Dr. Dumu. Nach der Anfangsphase wechseln viele Patienten in einen Rhythmus mit Terminen im Abstand von zwei Monaten. Wenn keine anschließende Invisalign First Behandlung geplant ist, empfiehlt er zudem, bis zu sechs Monate lang einen Holder zu tragen, um die erreichte Gaumennahterweiterung zu stabilisieren.
Die Patientenmitarbeit ist beim Invisalign Palatal Expander System entscheidend. Herkömmliche Expander sind festsitzend und werden von den Eltern aktiviert, während das System von Align darauf angewiesen ist, dass das Kind die Apparatur konsequent trägt. „Mitarbeit ist hier unverzichtbar. Bei der klassischen Lösung gibt es keine Wahl, sie ist fest eingesetzt. Beim Invisalign Palatal Expander System muss das Kind jedoch Verantwortung übernehmen“, sagt Dr. Dumu. „Abends kann die Apparatur für etwa zehn Minuten zum Reinigen herausgenommen und anschließend wieder eingesetzt werden.“
Basis für einen langfristigen kieferorthopädischen Behandlungserfolg
Das Invisalign Palatal Expander System eignet sich für Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren, etwa bei einseitigen oder beidseitigen Kreuzbissen, Engstand oder offenen Bissen. Sein volles Potenzial entfaltet es aus Sicht von Dr. Dumu im Rahmen eines phasenbasierten Behandlungskonzepts. Nach der Expansionsphase führt er viele Patienten direkt in eine Behandlung mit dem Invisalign System First über. Hierbei handelt es sich um eine Phase-1-Therapie mit transparenten, herausnehmbaren Alignern, die speziell für Kinder im Alter von etwa sechs bis zehn Jahren entwickelt wurde, deren Gebiss sich noch im Wechsel zwischen Milch- und bleibenden Zähnen befindet. Auf diese Weise lassen sich Zahnstellung und Zahndurchbruch unmittelbar nach der Gaumennahterweiterung steuern. Dies kann den Bedarf an weiteren Maßnahmen im Jugendalter reduzieren und zu stabileren, besser planbaren Ergebnissen beitragen. „Wenn wir zunächst die Gaumennahterweiterung durchführen und anschließend die Zähne ausrichten, ist eine spätere Behandlung möglicherweise gar nicht mehr notwendig oder deutlich einfacher“, so Dr. Dumu.
Vertrauen durch klinische Erfahrung
Viele Behandler zweifeln noch daran, dass ein herausnehmbares System wie das Invisalign Palatal Expander System eine echte skelettale Expansion ermöglichen kann. Dr. Dumu widerspricht dieser Einschätzung und verweist auf klinische Daten, die bei korrekter Anwendung vergleichbare Ergebnisse zeigen. Für ihn erinnert diese Zurückhaltung an die Anfangszeit der transparenten Aligner. Auch damals standen viele Behandler dieser Therapieform skeptisch gegenüber und bezweifelten ihre Wirksamkeit. Erst mit zunehmender klinischer Erfahrung und überzeugenden Ergebnissen hat sich diese Haltung grundlegend verändert. Genau diesen Wandel beobachtet Dr. Dumu nun auch beim Invisalign Palatal Expander System: Das Vertrauen wächst mit jeder Anwendung und mit den Resultaten, die im Praxisalltag sichtbar werden.
Das Invisalign Palatal Expander System ergänzt das bestehende Behandlungsspektrum um eine weitere Option für die frühe Gaumennahterweiterung. In Kombination mit dem Invisalign System First lässt sich ein durchgängiger Behandlungsansatz von der Expansion bis zur anschließenden Ausrichtung der Zähne realisieren. Dr. Dumu empfiehlt Kollegen, zunächst mit einem Patienten zu starten, den sie gut kennen, etwa einem Familienmitglied oder dem Kind eines Teammitglieds, um sich mit dem System vertraut zu machen.
Für Dr. Dumu steht das Invisalign Palatal Expander System nicht nur für mehr Komfort und eine einfache Anwendung. Es steht ebenso für die Entwicklung hin zu frühzeitigen, patientenspezifischen Lösungen und digital gesteuerter Kieferorthopädie, die langfristige Stabilität unterstützen und das Behandlungserlebnis für Patienten und ihre Familien verbessern.