Branchenmeldungen 05.02.2010

Verband der „Freien Berufe“ an der Schwelle zur Pleite

Verband der „Freien Berufe“ an der Schwelle zur Pleite

Foto: © Shutterstock.com

Es gibt eigentlich keinen Berliner Polit-Treff, selbst von sehr untergeordneter Einflusssphäre, an dem nicht der BFB, also die Spitzenorganisation der Feien Berufe dominant im Small Talk vertieft repräsentiert wäre. Man ist also als BFB immer da, wo angeblich was los ist. Aber wozu eigentlich und was kommt dabei raus? Das fragen sich schon viele sogenannte „freie Berufsgruppen“ im BFB, können die uns überhaupt vertreten, was bringt uns das? Ja hat der BFB überhaupt noch eine Daseinsberechtigung? Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte haben mit dem Ärzte-dominierten-Bild vom selbstverantwortlichen Einzelkämpfer – Praxisinhaber – Freiberufler immer weniger am Hut! Dort bestimmen die oft weltumspannenden Partnerschaften, gewerblich organisiert und strukturiert das Geschehen in der Öffentlichkeit, wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich.

So beherrschen ja auch die Ärzte und Zahnärzte den BFB, und da wiederum die Kassenärzte-/zahnärzte. Sowohl finanziell, wie auch im Auftritt und Anspruch auf Beherrschung. Das ist eigentlich skuril. Stehen doch diese Organisationen, KBV und KZBV voll unter Staatsdiktat- und Aufsicht und der Kassen(zahn)-arzt muss über weite Strecken seines Leistungslebens die Prinzipien der Freiberuflichkeit weit hintanstellen.

Eigentlich haben diese im BFB gar nichts zu suchen. Aber nicht dieser Erkenntnisgewinn, war der Grund für den machtgierigen KBV-Chef Dr. Köhler eine BFB-Revolte zu inszenieren, sondern weil ihm BFB-Präsidium und Geschäftsführung zu eigenständig geworden sind. „Alles viel zu teuer, die Beiträge viel zu hoch“, schon hatten die KBV und die BÄK eine bei Zwangszahlern passable und gut ankommende Austrittsbegründung. Gleich noch mitgemacht haben die abhängigen PVSen (Honorar-Verrechnungsstellen) und der Mitläufer – Hartmannbund.

Worum geht es im Ursprung? Der BFB – Hauptgeschäftsführer soll weg, Oesigmann (Arzt), gerade als Präsident von 500 auf 4.000 Monatstantiemen plus Spesen und Sitzungsgeldern und … hochgezogen noch 2 Jahre im Amt bestätigt, soll weichen zugunsten des im baldigen Ruhestand Ehre und Auftritt suchenden BÄK-HGF. Der als Heubisch–Nachfolger (Zahnarzt und nun bayr. FDP-Wissenschaftsminister) als BFB-Vize eingesetzte CDU-MdB-Koscherrek (Zahnarzt), der selbst gerne ohne großes Aufsehen Präsident nach Oesigmann werden möchte, soll verhindert werden. Er hält zum noch amtierenden Präsidium.

Was kann dabei nun herauskommen? Was wohl. Eine Kommission in der sich die BZÄK um die künftigen BFB-Strukturen und die KZBV um die Finanzen kümmern soll. Wer hat, der kann? Oder?

Schaun wir mal,

toi, toi, toi

Ihr J. Pischel

09.02.2010


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