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Branchenmeldungen 06.04.2010

Vorbild Pharmalobby – Respekt!

Vorbild Pharmalobby – Respekt!

Jedes neu zugelassene Medikament, das die Pharmaindustrie auf den Markt bringt und der Arzt verordnet, muss die Kasse bezahlen. Koste es was auch immer vom Hersteller gefordert. Welch Perspektive für die Zahnheilkunde, wo die meisten Leistungen aus einer GKV-Bezahlung ausgegrenzt sind. Damit der Arzt auch Arzneimittel verschreibt, wird er von der Industrie umhegt, Gratis-Fortbildung oder Gratis-Software mit Arzneimittelempfehlung und was es da an Vergünstigungen aus Studienbeteiligungen etc. noch alles gibt. Europaweit zahlen unsere Kassen und Patienten die höchsten Preise für Pharmazeutika. So stiegen die Arzneimittelausgaben Jahr für Jahr. In den letzten 10 Jahren um 40 Prozent auf 29 Milliarden, ein Vielfaches was alle Zahnärzte auf Kasse, seit Jahren total stagnierend und begrenzt mit allen Leistungen umsetzen. Längst wird, wie gesagt, in der Zahnheilkunde nicht mehr alles auf Kasse bezahlt, schon gar nicht was an innovativen Methoden in der Zahnheilkunde aus Universitäten und Industrie neu in die Praxen getragen wird. Materialien, Instrumente und Geräte neuer Verfahren muss der Zahnarzt selbst teuer bezahlen und versuchen, die erheblich entstandenen Kosten und Investitionen wieder über Privatleistungen beim Patienten hereinzuholen.

Die Pharmalobby hat für ihre Mitglieder auf Kasse gut vorgesorgt, Zahnarztfunktionäre schaffen es nicht einmal für Privatversorgungen leistungsgerechte Honorarbedingungen zu schaffen. Ein Armutszeugnis im Profit-Vergleich von Pharma und Dental.

Jetzt strebt Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) eine Neuordnung des Pharma-Preissystems für die Kassen an. Er will deren Preisdiktat brechen, die Kassen sollen auch über einzelne Medikamentenpreise verhandeln können. Scheitert man mangels Einigung, soll ein staatliches Institut den Nutzen bewerten und einen Preis festlegen. Mehr und neue Bürokratien statt Schaffung von Wettbewerb, das stellt alle FDP-Prinzipien auf den Kopf. Aber das ist nichts Neues, Schon gar nicht in der Gesundheitspolitik. Aber eigentlich ohne Bedeutung, denn Rösler wird an der Pharmalobby scheitern, wie vor ihm schon viele – nämlich alle Gesundheitsminister, ob schwarzer, grüner oder roter Couleur.

Was berührt uns das, wenn es wenigstens eine Gruppe gibt, die im Kassensystem herrlich zurechtkommt. Nur, alles was Pharma Jahr für Jahr im System abschöpft, müssen Zahnärzte mit anderen im Gesundheitswesen wieder durch Minderdotierung und Ausgrenzung einsparen, denn das Gesamtbudget bleibt gedeckelt. Also, jede Gruppe kämpft für sich und gegen die anderen, nur leider stehen die Zahnärzte, so wie im Alphabet aufgrund ihrer berufspolitischen Ohnmacht ganz hinten an. So bleibt, selbst ist der Mann,

toi, toi, toi,
Ihr J. Pischel.

06.04.2010

Foto: © Shutterstock.com

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