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Branchenmeldungen 28.02.2011

Wachstum und Entwicklung: Die Rolle des Kinderzahnarztes

Wachstum und Entwicklung: Die Rolle des Kinderzahnarztes

28. Jahrestagung der SVK mit über 400 Teilnehmern und hochkarätigen Referenten in Bern

Dr. Giovanni Ruggia, Präsident der SVK begrüsste die anwesende Zahnärzteschaft zur 28. Jahrestagung der Schweizerischen Vereinigung für Kinderzahnmedizin am 20. Januar im Hotel Bellevue-Palace, Bern. Als erster Redner erläuterte Prof. Dr. Christos Katsaros von den ZMK Bern in seinem zweigeteilten Referat die Rolle des Kinderzahnarztes in der modernen Kieferorthopädie. Er schilderte den Einzug der digitalen Zahnmedizin in verschiedenen Bereichen. Seien es digitale Fotografien vom Patienten, die 3D-Modell-Analyse, Set-up, Planung und Herstellung der einzelnen Module wie Lingualbogen, Brackets etc.. Seine Abteilung an den ZMK Bern wurde in den vergangen Jahren modernisiert. Die neuen Arbeitsplätze zum Beispiel sind jetzt mit jeweils zwei Monitoren digital vernetzt. In den USA bemerkte er, seien lediglich etwa 25 % der KFO-Praxen digitalisiert und vernetzt.


Die bildgebende Diagnostik betreffend, machte er darauf aufmerksam, dass die aktuellen DVT-Geräte gegenüber dem OPT noch immer eine höhere Strahlenbelastung aufwiesen. Daher empfahl er den Zuhörern eine sorgfältige Indikationsstellung vor einer DVT. Dies im Hinblick auf die gesundheitlich negativen Einwirkungen der Strahlung im Entwicklungsstadium eines Kindes.

Des Weiteren berichtete er über Behandlungstechniken mit Hilfe eines Gaumenimplantates im Vergleich mit mini screws, welche zwischen den Zahnwurzeln inseriert sind und mit denen in Bern erfolgreich therapiert wird. Ausserdem zeigte er Fälle ästhetisch anzusehender Lingualtechnik oder computergeplanter Schienentechnik, welche bei der Ausformung des Zahnbogens zur Anwendung kommt, die jedoch bei rotierten Zähnen limitiert ist.

Dr. Richard Steffen und Dr. Hubertus van Waes, ZZM Uni Zürich, widmeten sich dem Problem rund um den zweiten Milchmolar. Dr. Steffen berichtete über Separierungsmöglichkeiten distal der Milch 5er mit verschiedenen Separierungsgummis, Contact wedges, Lückenhalter, wobei aber immer auf eine Schmerzausschaltung geachtet werden soll. Er stellte das Speed System vor mit drei Brackets und einem Spezialbogen mit Gummiligaturringen.

Prof. Dr. Norbert Krämer, Abteilungsdirektor der Poliklinik für Kinderzahnmedizin, Universität DE-Giessen, referierte sein Thema von der Molaren-Inzisiven-Hypoplasie (MIH), einem angeborenen Schmelzdefekt der Sechs-Jahr-Molaren. Langzeitstudien mit Polarisationsmikroskopischen Bildern der Forschungsgruppe Javelik B, Noren JG (Int J Paediatr Dent 2000 Dec; 10(4):278-89) von der Universität Göteborg zeigen Hypomineralisationszonen in den Schliffbildern. Prof. Dr. Krämer selbst arbeitet bei seinen Forschungsprojekten (Haftuntersuchungen und Strukturanalysen) ausschliesslich mit extrahierten Zähnen. Prof. Krämer demonstrierte Fälle mit nach Schweregraden eingeteilten Defekten, die er vergleichsweise mit SAT Composites und GIZ Füllungen therapierte. Hierbei stand die mechanische Belastung des Schmelzes im Vordergrund. Bei der Kariestherapie, so der Referent, ist zu beachten, dass zuerst der Biofilm eliminiert wird. Die betroffenen Zähne sind sehr schmerzempfindlich. Für eine schmerzfreie Behandlung arbeitet der Referent mit Articain (Ubistesin), er empfiehlt jedoch die doppelte Wartezeit vor dem Behandlungsstart. Zum Schluss erwähnte er eine Therapieform mit HCI Ätzgel anstatt Phosphorsäure. Für viele Zuhörer ein interessanter Ansatz.

Unter Beifall wurde Dr. Wanda Gnoinski, Leiterin der Klinik für KFO und Kinderzahnmedizin am ZZM Zürich, als neues Ehrenmitglied der Gesellschaft begrüsst und gewürdigt. In einer absolut souveränen schematisch aufgeschlüsselten Vorlesung beantwortete sie zum Schluss der Jahrestagung die Frage: IV oder nicht IV?

Als Präsidentin der SVK amtet Dr. Thalia Jacoby, Genf Für die nächsten zwei Jahre. Präsident „elect“ wurde Dr. Christoph Langerweger, Winterthur. Leider konnte die neue Präsidentin nicht persönlich anwesend sein, so dass „past-Präsident“ Dr. Giovanni Ruggia die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verabschiedete und zum nächsten Jahreskongress einlud.

Text: Dr. Dirk Rüdiger Arnold, Fotos: Johannes Eschmann




Foto: © Johannes Eschmann
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