Anzeige
Branchenmeldungen 10.11.2009

Wahrlich Exzellenz in Fortbildung: Herbsttagung "Zukunft Zahn von A bis Z"

Wahrlich Exzellenz in Fortbildung: Herbsttagung "Zukunft Zahn von A bis Z"

Ein Kongress, eine Frühling-, Sommer-, Herbst- und Wintertagung einer wissenschaftlichen Fach- oder Berufsgesellschaft, Kammer oder KZV jagt den anderen. Viele Veranstalter wissen schon nicht mehr, was sie tun sollen, andere überlassen die Programmgestaltung den Sponsoren und wieder andere wollen einfach einen Anlass schaffen, dass sich die Zahnärzte untereinander treffen. Das Programm ist dann oft mehr als beliebig, eigentlich blamabel, wie es nachstehend kritisch beleuchtet wird. Der Veranstalter kann von mir voll dokumentiert werden, soll aber nur als ein herausgegriffenes Beispiel von vielen nicht persönlich an den Pranger gestellt werden.

Wahrlich Wissenschaft auf höchstem Niveau bot unser Beispielkongress in idyllischer Lage mit gerade einer halben Stunde für „moderne minimal-invasive Füllungstherapie“, dafür aber eineinhalb Stunden Standespolitik (drei Referenten) und vor allem einer ganzen Stunde „das richtige Verhalten der Zahnärzte im Streitfall und vor Gericht“. Das als Programm eines ganzen Eröffnungstages.

So standen Tipps vom Medizinrechts-Guru für gutes Benehmen der Zahnärzteschaft vor Gericht, im Mittelpunkt. Präpotenzmiene absetzen und gegen Mitleidsmiene austauschen, Nase putzen und Krawatte anlegen, vor allem auf Armut machen, damit ja niemand auf die Idee kommt, man wäre schon als Zahnarztsohn, als Kind reicher Eltern, wie die Zahnarztfunktionäre selbst kritisieren, in den Beruf gekommen.

Ja, steht es so schlecht um die „Zukunft Zahn von A bis Z“, so das Kongress-Motto, dass dies schon mit A wie Anzeige bis Z wie Zwinger buchstabiert werden muss? Welche „Zukunft“ ein Zahn hat, hängt nicht unwesentlich vom Zahnarzt ab, sieht der Implantologe doch schon mal in einem Zahn ein Hindernis, das einem Implantat im Wege stehen könnte, wie ein anderes Tagesthema ausweist, „noch eine Endo oder doch ein Implantat“?

Spannend auch, was das Zahnarzt-Team noch zu lernen hat, z.B. „Bleaching als Prophylaxe-Konzept für die Praxis“, damit immer neue Therapienotwendigkeiten für die Praxis geschaffen werden. Als Höhepunkt ein 45-Minuten-Referat „Was ist die Zahnbürste?“. Das muss man doch mal einer Zahnarztassistenz so richtig vorstellen, unter besonderer Berücksichtigung des Vergleichs zu Bürsten jeglicher Gebrauchsart.

Da kann man abschließend den Funktionären der Wissenschaftlichen Gesellschaft nur „Glück auf“ wünschen, so hat nun die als Kongressthema angekündigte „Zukunft der Zahnheilkunde“ nicht nur begonnen, sie steht mitten im prallen Leben, mit einer versprochenen Gratis-Ballonfahrt in die höheren Sphären der Tagung. Gute Fahrt und mit solchen Praxishilfen am Wochenende gelernt, am Montag in der Praxis umgesetzt, weiter toi, toi, toi.

Ihr Jürgen Pischel

Foto: © Shutterstock.com

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige