Branchenmeldungen 23.04.2026
Webinar zum World Oral Health Day: Parodontale Gesundheit muss priorisiert werden
Expert:innen betonen dringenden Bedarf an konsequenter Prävention
International führende Expert:innen der Parodontologie – Professor Mariano Sanz, Professorin Elena Figuero, Professor Gustavo Avila Ortiz und Professor Iain Chapple – setzten sich im Rahmen des Webinars der Principles for Oral Health Initiative von SEPA mit dem anhaltenden weltweiten Anstieg parodontaler Erkrankungen auseinander. Die vier Expert:innen sind sich einig: Die zunehmende Prävalenz parodontaler Erkrankungen ist ein globales Problem – und darf nicht unterschätzt werden. Notwendig ist daher ein Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie parodontale Gesundheit weltweit wahrgenommen, kommuniziert und priorisiert wird. Dabei ist es essenziell, den Fokus verstärkt auf aktive Prävention zu legen. Die tägliche häusliche Plaque-Kontrolle zwischen den Zahnarztbesuchen ist dabei ein wesentlicher Faktor zur Erhaltung der Mundgesundheit, doch viele Patient:innen setzen sie zwar regelmäßig, aber nicht gründlich genug um.2 Die mechanische Reinigung allein ist daher oft nicht ausreichend, um eine optimale Mundhygiene zu gewährleisten.
Mundspülungen mit antibakterieller Wirkung schließen Reinigungslücken effektiv
Wissenschaftlich bestätigt ist der Nutzen der sogenannten 3-fach-Prophylaxe: Diese kombiniert mechanisches3 und chemisches4 Biofilmmanagement. Zähneputzen und Reinigung der Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten oder Zahnseide können durch die Verwendung einer Mundspülung mit antibakterieller Wirkung ergänzt werden.4
Gezielte Unterstützung für besonders gefährdete Patient:innengruppen
Die Experti:innen betonen außerdem, dass es sich lohnt, Patient:innen mit einem erhöhten Risiko für vermeidbare Munderkrankungen frühzeitig zu identifizieren und gezielt zu unterstützen. Dabei spielen sowohl systemische als auch lokale Risikofaktoren eine entscheidende Rolle.5 Zu den systemischen Faktoren zählen etwa eine Immunschwäche, chronische Grunderkrankungen, Einschränkungen der Feinmotorik, eine geringe Eigenmotivation sowie Gebrechlichkeit oder ein fortgeschrittenes Alter. Auf lokaler Ebene begünstigen ausgeprägte Gingivitis, erschwerter Zugang zur Zahnreinigung – etwa durch festsitzende kieferorthopädische Apparaturen oder prothetische Versorgungen – sowie anatomische Gegebenheiten das Entstehen oraler Erkrankungen.5 Für diese Patient:innengruppen sind ergänzende Maßnahmen zur mechanischen Reinigung, wie beispielsweise die Anwendung von Mundspülungen mit antibakterieller Wirkung, besonders sinnvoll.5
Fazit: Die 3-fach-Prophylaxe als evidenzbasierte Empfehlung zur häuslichen Mundpflege
Vor dem Hintergrund der hohen Prävalenz parodontaler Erkrankungen wurde im SEPA-Webinar die Notwendigkeit betont, Patient:innen evidenzbasiert und individuell bei der häuslichen Mundpflege zu unterstützen. Die 3-fach-Prophylaxe aus Zähneputzen, Interdentalreinigung und – insbesondere bei gefährdeten Patient:innengruppen – ergänzender Anwendung einer Mundspülung mit antibakterieller Wirkung bietet hierfür einen praxistauglichen sowie evidenzbasierten Empfehlungsansatz.5
1 Global oral health status report: towards universal health coverage for oral health by 2030. WHO 2022
2 ZWP Online, 2025. Zähneputzen im Realitätscheck: fleißig, aber oft nicht gründlich genug. [Online] Verfügbar unter: https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/branchenmeldungen/das-zahneputzen-auf-dem-prufstand-der-wissenschaft [Zugriff am 16.12.2025].
3 S3-Leitlinie: Häusliches mechanisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis. AWMF-Registernummer: 083-022, Stand: November 2018, Amendment: Dezember 2020.
4 S3-Leitlinie: Häusliches chemisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis. AWMF-Registernummer: 083-016, Stand: November 2018, Amendment: Dezember 2020.
5 Principles for Oral Health. SEPA 2024. Available at: www.principlesfororalhealth.com. Abgerufen am 16 April 2025