Branchenmeldungen 25.02.2026
Deutsche Gesellschaft für Oralchirurgie (DGO) gegründet
share
Die Neugründung markiert einen Meilenstein in der Geschichte des Fachgebiets. Während es in der Oralchirurgie seit Jahrzehnten eine erfolgreiche standespolitische Interessenvertretung durch den BDO gibt, wurde eine rein wissenschaftliche Organisation in dem Fachgebiet bislang nicht realisiert. Während der Berufsverband Deutscher Oralchirurgen (BDO) seit Jahrzehnten erfolgreich die standespolitischen Interessen vertritt, blieb dem Fachgebiet eine rein wissenschaftliche Organisation mit direkter Einwirkungsmacht auf nationale Leitlinien bislang verwehrt. Die DGO schließt diese Lücke und bietet Oralchirurgen künftig eine Plattform, um ihre klinische und wissenschaftliche Kompetenz auf Augenhöhe mit anderen medizinischen Fachgesellschaften einzubringen.
Reaktion auf gesundheitspolitische Herausforderungen
Ein wesentlicher Motivationspunkt für die Neugründung war die zunehmende Entfremdung innerhalb bestehender Strukturen. Insbesondere die rückläufige Berücksichtigung oralchirurgischer Belange in gemischten Fachgesellschaften sowie die kontroversen Beschlüsse des Deutschen Ärztetages, die Zahnärzte und Oralchirurgen faktisch deklassierten, machten eine eigenständige wissenschaftliche Repräsentanz unumgänglich. Die DGO versteht sich hierbei als wissenschaftliches Korrektiv, um die hohe Qualität und die akademische Anerkennung der Oralchirurgie zu sichern und weiterzuentwickeln.
Inklusivität als Leitmotiv
Trotz ihrer Eigenständigkeit betont die DGO ihren integrativen Charakter. In bewusstem Gegensatz zu exklusiven Tendenzen in der Fachwelt versteht sich die DGO als offene Plattform, die ausdrücklich alle chirurgisch interessierten Kolleginnen und Kollegen offensteht. Im Zentrum steht der wissenschaftliche Diskurs, der auf Expertise und kollegialem Austausch basiert, statt auf standesrechtlichen Barrieren. Hierbei ist der intensive Dialog mit dem BDO und der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) ein wesentlicher Baustein, um die wissenschaftliche Exzellenz über Fachgrenzen hinweg zu fördern. Weiterhin beabsichtigt die DGO die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) sowie allen weiteren Fachgesellschaften der Zahnheilkunde.
Zum Abschluss der Sitzung wurde der Gründungsvorstand gewählt, der die Geschicke der Gesellschaft in der ersten Phase leiten wird. Das Team setzt sich aus erfahrenen Wissenschaftlern und Klinikern zusammen: Als Präsident wurde Prof. Dr. Michael Korsch (Heidelberg) gewählt, unterstützt von Prof. Dr. Puria Parvini (Frankfurt) als Vizepräsident. Die Position des Generalsekretärs übernimmt Dr. Tristan Hampe (Olsberg/Minden), als Schatzmeisterin wurde Dr. Sina Wenger (Freiburg) bestimmt. Den Vorstand komplettiert PD Dr. Ausra Ramanauskaite-Heinken (Frankfurt) als Beisitzerin.
Die DGO lädt ab sofort alle wissenschaftlich interessierten Kolleginnen und Kollegen ein, die Zukunft des Fachgebiets aktiv mitzugestalten.