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Branchenmeldungen 02.09.2013

„Zähneputzen ist eine Kunst“

„Zähneputzen ist eine Kunst“

Prophylaxe ist nicht ganz einfach. Viele Dentalprofis sind schon froh, wenn ihre Patienten Zahnseide tatsächlich regelmässig und richtig benutzen. Es gibt eine Organisation, die Prophylaxe vertiefen will: iTOP. Was ist das genau? Laura Breitschmid, Verantwortliche für iTOP, im Interview mit ZWP online.

DT CH: Frau Breitschmid, was ist iTOP?

Laura Breitschmid:

iTOP steht für individuell trainierte orale Prophylaxe. Unter iTOP werden Trainings und Workshops durchgeführt, bei denen sich Dentalprofis treffen, um langfristig das Verständnis von Prophylaxe zu verändern.

Was muss denn geändert werden? 

Prophylaxe beginnt nicht erst in der Dentalhygiene oder beim Zahnarzt, sondern zu Hause. Dentalhygieniker können mehr als nur Karies feststellen oder Taschentiefen messen. Sie können ihren Patienten ganz entscheidend helfen, indem sie sich zum Beispiel als Coach verstehen.

Wie muss man sich ein iTOP-Seminar vorstellen?

Konkret bedeutet das, dass iTOP Kriterien und Techniken zur Verfügung stellt, die es dem Dentalprofi ermöglichen, besser zu entscheiden, welche Instrumente der mechanischen Plaquekontrolle in welchem individuellen Fall passend sind. Es geht darum, das Bewusstsein zu stärken, dass eine lebenslange Zahnerhaltung möglich ist. Dafür brauchen jedoch die meisten Menschen einen Dentalprofi, der sie anleitet. Um dieses Unterweisungen und die Erarbeitung individueller Prophylaxetrainings geht es in iTOP. 

Konkret?

Dentalprofis lernen das Zähneputzen zunächst für sich, und dann lernen sie, wie sie diese Techniken ihren Patienten beibringen. Wir sprechen auch von Trainieren und Instruieren. Wichtig ist auch zu wissen, wie man die Patienten motiviert. Das lernt man auch in iTOP.

Wie schwierig ist es, Zahnärzten und Dentalhygienikern zu sagen: Ihr wisst nicht, wie Zähneputzen richtig geht?

Es ist nicht so, dass Zahnärzte und Dentalhygieniker nicht wissen, wie man Zähne putzt. Schliesslich putzen sie alle täglich mehrmals die Zähne. iTOP fragt darum eher: Wo und wie hast du das Zähneputzen gelernt? Wann hat sich das letzte Mal jemand mit dir hingesetzt und mit dir an deiner Technik gearbeitet?

Das ist sicher sehr ungewöhnlich?

Ja, tatsächlich. Schliesslich ist Zähneputzen etwas so Grundlegendes, das uns ja in Fleisch und Blut übergegangen ist. Wer lässt sich bei so etwas gerne hinterfragen? Dazu kommt vielleicht auch, dass das Zähneputzen nach mehreren Jahren Studium der Zahnmedizin als zu simpel angeschaut wird. Zähneputzen ist jedoch eine Kunst wie Salsatanzen.

iTOP versteht sich ja unabhängig von Produkten. Dennoch haben Sie ja immer Curaprox-Produkte dabei. Ist das nicht Schleichwerbung?

iTOP arbeitet mit Curaprox-Produkten, weil diese die hohen Anforderungen der iTOP-Instruktoren erfüllen. Es ist eine Partnerschaft, die so lange gilt, wie Curaprox-Produkte diesen Anforderungen genügen. Die Feedbacks der Teilnehmer und Instruktoren sind für Curaprox sehr wertvoll und werden zur stetigen Verbesserung der Produkte verwendet.

In anderen Ländern sind iTOP-Veranstaltungen Monate im Voraus komplett ausgebucht, in der Schweiz eher nicht. Wie erklärt sich das?

Das ist eine schwierige Frage. Die Teilnehmer der Workshops haben alle die gleichen Voraussetzungen, fast alle haben das gleiche Niveau. Es liegt also nicht daran, dass in gewissen Ländern mehr oder weniger Bedarf vorhanden ist. Die unterschiedliche Frequenz der Kurse spielt sicher eine Rolle. Die genauen Gründe kenne ich noch nicht und es ist ein wichtiger Teil meiner Aufgabe, das herauszufinden und zu ändern.

Wie ist die Situation jetzt? 

Absolut erfreulich, denn in der Schweiz scheint sich ein Trend zu entwickeln: Die Seminare werden vermehrt nachgefragt. Und wir realisieren sogar Veranstaltungen für ganze Praxisteams. Mir scheint, der Wert des Workshops zur Positionierung, Ausbildung und auch zum Teambuilding wird erkannt und geschätzt. 

Sie haben Kunstgeschichte studiert. Was hat das mit den Zähnen zu tun?

Vor iTOP dachte ich: nichts. Nun weiss ich: Zähneputzen ist eine Kunst. Und wenn man sich etwas mit Prophylaxe zu beschäftigen beginnt, eröffnet sich plötzlich ein enormer Reichtum an Möglichkeiten und Diskussionen, ganz ähnlich wie es mit kulturpolitischen Auseinandersetzungen und Meinungen ist, zum Beispiel zu staatlichen Fördergeldern oder aktuellen Ausstellungen.

Sie führen nebenbei einen unabhängigen Kunstraum. Gibt es da Gemeinsamkeiten zwischen iTOP und dem Kunstraum?

Ja, um einen unabhängigen Kunstraum zu betreiben, braucht es eine Vision und die Überzeugung, dass das, was man tut, notwendig ist. Der Betrieb des Raumes braucht Zeit, Einsatz, und er ist sehr herausfordernd.

Und wie ist das mit iTOP? 

Eigentlich genau so. iTOP hat ja auch eine Vision, und die umzusetzen braucht Zeit, das macht man nicht von heute auf morgen.

Die Vision?

Wer will, soll die Möglichkeit haben, bei Dentalprofis ein Coaching zu erhalten, das es ermöglicht, eigenverantwortlich die Mundhygiene zu trainieren. Das ist die Vision. Dentalhygieniker nehmen ihre Verantwortung noch besser wahr, ihren Patienten zu helfen, gesund zu bleiben. Für mich ist es eine schöne Aufgabe, dass ich ein internationales Netzwerk von vorausschauenden Dentalprofis betreuen und dieses Netzwerk stetig vergrössern kann.

Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Ihnen bei der Umsetzung Ihrer Vorhaben alles Gute!

Kontakt:

iTOP

Laura Breitschmid

Amlehnstrasse 22

6010 Kriens

Tel: +41 41 319 45 23

Fax: +41 41 319 45 90

info@itop-dental.com

www.itop-dental.com

 

sic! Raum für Kunst

Sälistrasse 24

6005 Luzern

info@sic-raum.ch

www.sic-raum.ch

Foto: Foto: iTOP
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