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Branchenmeldungen 12.03.2010

Zahlen klagen Funktionärsversagen an

Zahlen klagen Funktionärsversagen an

Ein Drittel der Zahnärzte verdient im Schnitt 200.000 Euro – zwei Drittel kommen gerade auf durchschnittlich 50.000 Euro.

Zahnarzt- und Kassenfunktionäre sparen Hand in Hand gemeinsam die klassische auf Kassenbehandlung hin orientierte Zahnarztpraxis kaputt. Nichts besser als nachstehende Zahlen kann aufzeigen, wie die Funktionäre einen Großteil der Zahnärzte in den Ruin treiben. Ein Drittel aller Zahnarztpraxen erwirtschaftet pro Inhaber zwei Drittel aller Einnahmen-Überschüsse. In Zahlen ausgedrückt – die KZBV-Statistik offenbart das Desaster – heißt das: 20.000 Zahnärzte kommen in ihrer Praxis auf ein Einkommen von 200.000 Euro im Schnitt, die anderen knapp 40.000 Zahnärzte haben durchschnittlich nur 50.000 Euro Überschuss. Die Ursachen sind schnell geortet: Vor zehn Jahren gaben die Kassen für Zahnbehandlung pro Kopf 158 Euro aus, 2009 waren es gerade einmal 156 Euro. Wertet man noch die Inflation, dann sind es real noch rund 140 Euro an gerechneter Kopfpauschale. Das heißt, nichts als Verluste, was die KZV-Funktionäre, selbst hauptamtlich mit einem vielfachem an Einkommen und Privilegien (Pensionszusagen, Dienstautos, Sitzungsgelder, etc.) ausgestattet, in den letzten Jahren für ihre Zwangsmitglieder eingefahren haben.

Ganz anders ist es bei den Ärzten, die konnten eine Prokopf-Steigerung von 25 % in den letzten 10 Jahren erreichen, die Pharmaindustrie hat sogar 40 % mehr an Einnahmen aus dem Arzneimittelverkauf erzielt.

In der Zahnmedizin ist die Zahnarztpraxis, die überwiegend auf Kasse setzt ohne Zukunft. Die Zukunft liegt im „Kasse Plus-Konzept“, der von mir schon vor 20 Jahren propagierten „200-Prozent-Praxis“. Also, auf 100 % Kasse noch einmal 100 % Privat-Umsatz obendrauf. Insgesamt ist dies für die Zahnärzteschaft Realität, denn nur noch 50 % der Praxisumsätze kommen aus der GKV, der andere Teil ist vom Patienten privat. Diese Umsätze erzielen aber ganz überwiegend eben nur das eine Drittel der Zahnärzteschaft, das den Patienten in den Mittelpunkt ihrer Praxisbemühungen stellen.

Conclusio: Kassenpatienten ja, Kassenleistung ja, aber nur als Fundament besserer Zahnmedizin,

toi, toi, toi

Ihr
J. Pischel

16.03.2010

Foto: © Shutterstock.com

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