Branchenmeldungen 30.10.2026

Zahn-Forensik: Was ein einzelner Zahn über einen Verstorbenen verraten kann



Wenn von einem Menschen nur noch das Skelett erhalten ist, wird die Suche nach seiner Identität zu einer schwierigen Spurensuche. Zähne können dabei wertvolle Hinweise bewahren, selbst wenn Blut und Weichgewebe längst nicht mehr für Untersuchungen zur Verfügung stehen. Ein Forschungsteam des Institute of Science Tokyo wollte deshalb wissen, wie viele Informationen sich einem einzigen Zahn entlocken lassen, um den Kreis möglicher Personen einzugrenzen und die Identifizierung zu unterstützen.

Zahn-Forensik: Was ein einzelner Zahn über einen Verstorbenen verraten kann

Foto: Nartu; Generiert mit KI – stock.adobe.com

Für die in Scientific Reports veröffentlichte Studie analysierten die Wissenschaftler jeweils einen kariesfreien, unbehandelten ersten Unterkieferprämolaren von 15 Verstorbenen,deren Körper stark verwest oder bereits skelettiert waren. Indem sie die Zähne in dünne Längsschnitte zerlegten, konnten sie die unterschiedlichen Gewebe gezielt für mehrere Analysen nutzen. So lieferte der Zahnschmelz beispielsweise Anhaltspunkte für das mögliche Geburtsjahr. Dafür bestimmten die Wissenschaftler seinen Gehalt an radioaktivem Kohlenstoff, der in der Kindheit während der Zahnentwicklung eingebaut wird und langfristig erhalten bleibt. Weil sich daraus mehrere mögliche Geburtsjahre ergeben können, zogen sie zusätzlich altersabhängige Veränderungen von Aminosäuren im Dentin sowie Informationen aus den Ermittlungen heran. Die abschließenden Schätzungen lagen durchschnittlich rund fünf Jahre vor oder nach dem tatsächlichen Geburtsjahr. Doch auch über das Geburtsjahr hinaus gab der Schmelz zusätzlich Hinweise darauf, wie sich die Verstorbenen in ihrer frühen Kindheit ernährten. Denn während ein Zahn im Kiefer heranwächst, hinterlässt die Nahrung darin eine charakteristische Zusammensetzung stabiler Kohlenstoffisotope, also verschiedener Formen des Elements Kohlenstoff. Deren Verhältnis sprach für eine überwiegend von Pflanzen wie Reis geprägte Kost. Wo die Verstorbenen aufgewachsen waren, ließ sich daraus allerdings nicht verlässlich ableiten. Neben diesen frühen Lebensspuren bewahrten die Zähne zudem Rückstände aufgenommener Substanzen. Koffein konnte in in sämtlichen Proben nachgewiesen werden, wie auch Nikotinabbauprodukte oder Medikamente.

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