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Branchenmeldungen 12.09.2016

Zahnerhalt statt Zahnersatz – Restauration versus Reparatur

Zahnerhalt statt Zahnersatz – Restauration versus Reparatur

Der 57. Bayerische Zahnärztetag vom 20. bis 22. Oktober 2016 in München zeigt State of the Art und Perspektiven der restaurativen Zahnmedizin. Parallel laufen ein Kongress für das Praxispersonal unter dem Motto „Wissen erhalten – Praxis gestalten“ sowie eine Dentalausstellung.

Früher wurden defekte Restau­rationen meist vollständig ausgetauscht. Heute werden sie häufig repariert. Auf diese Weise lassen sich Zahnhartsubstanz und Pulpa besser schonen. Dieser Entwicklung trägt der zentrale Fortbildungskongress der bayerischen Zahnärzte Rechnung. Das Leitthema „Zahnerhalt statt Zahnersatz – Restauration versus Reparatur“ verspricht ein praxisorientiertes Update zur restaurativen Zahnheilkunde, flan­kiert von Referaten über Parodontologie, Kariestherapie, Endodontie, Chirurgie und Zahnersatz. Veranstalter sind die Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK) und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB). Kooperationspartner für das wissenschaftliche Programm ist die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ). Wer sich bis zum 19. September anmeldet, erhält einen Frühbucher­rabatt – dies gilt erstmals auch für das Praxispersonal.

Reparaturen und adhäsive Anwendungen

Den Auftakt beim zweitägigen Kongress für Zahnärzte macht Prof. Dr. Reinhard Hickel, München, mit seinem Vortrag „Entscheidungsfindung: Wann Restaurationen reparieren und wann erneuern?“. Hickel gibt einen Überblick über mögliche Techniken und geht auf die Herstellung eines Verbunds zu verschiedenen Materialtypen ein.

Wie sich mit direkten Kompositfüllungen höchste Ansprüche erfüllen lassen, erläutert Prof. Dr. Roland Frankenberger, Marburg, und fokussiert dabei Bulk-Fill-Komposite sowie Adhäsiv- und Schichttechnik mit unterschiedlichen Kompositen. „Neue Adhäsive – neue Möglichkeiten?“ lautet die Fragestellung bei Prof. Dr. Bernd Haller, Ulm. Er analysiert die Stärken und Schwächen der einzelnen Adhäsivtypen und legt ein besonderes Augenmerk auf die Universaladhäsive.

Ästhetik und neue Materialien

Mit „Okklusale Rehabilitation mit Komposit“ ist der Vortrag von Prof. Dr. Thomas Attin, Zürich, überschrieben. Ausgehend davon, dass Zahnerosionen und -abrasionen oft mit sehr ausgeprägten Zahnhartsubstanzdefekten verknüpft sind und häufig umfangreiche Restaurationen mit gleichzeitiger Bisshebung erfordern, stellt er Konzepte zur Realisierung der neuen Bisslage im Seitenzahnbereich und zur Verbesserung der ästhetischen Situation im Frontzahnbereich dar. Ein weiteres Referat vertieft die ästhetischen Aspekte: Prof. Dr. Bernd Klaiber, Würzburg, zeigt, wie sich bei Zahnumformungen im Frontzahnbereich mit spe­ziellen Kompositen ansprechende Ergebnisse erreichen lassen. Diese können einem Vergleich mit einer gelungenen laborgefertigten Restauration durchaus standhalten. Prof. Dr. Daniel Edelhoff, München, informiert über neue Keramiken und Hybridwerkstoffe und gibt eine Übersicht zu aktuellen zahnfarbenen CAD/CAM-Materialien, Indikationsbereichen und geeigneten Befestigungsmethoden.

Zahnerhaltung, Kariestherapie, Endodontie

Prof. Dr. Dr. Hans Jörg Staehle, Heidelberg, spricht über den Versorgungsbereich zwischen Premium- und Billigprodukten. Unter dem Thema „Mehr Zahnerhaltung – Pro­blemlösungen in der restaurativen Zahnheilkunde“ erläutert er konkrete Beispiele. Das Wissen, dass der kariöse Prozess lange vor der Kavitation startet, stellt neue Anforderungen an Diagnostik und Therapie. Prof. Dr. Rainer Haak, Leipzig, bewertet verschiedene Verfahren kritisch.

Den zweiten Kongresstag startet Prof. Dr. Michael J. Noack, Köln, mit seinem Referat zu minimalinvasiver Kariestherapie und zeigt die Vorteile schonender Verfahren. Dadurch werden auch die Prognose für Pulpaerkrankungen sowie der Zeitaufwand für „unangenehmes Bohren“ spürbar reduziert. Dr. Bijan Vahedi, M.Sc., Augsburg, berichtet über „Post­endodontische Restaurationen“. Er diskutiert die sinnvollen Restaurationsmöglichkeiten in Abhängigkeit von der noch vorhandenen Zahnhartsubstanz.

Parodontologie und Prophylaxe

Zahnärzte und Patienten wünschen sich möglichst zuverlässige Aussagen zum Langzeiterhalt parodontal geschädigter Zähne, um eine Planung auf fundierter Basis zu ermöglichen. Priv.-Doz. Dr. Bernadette Pretzl, Heidelberg, gibt einen Überblick über wissenschaftliche Daten und Möglichkeiten des Zahnerhalts mittels Parodontitistherapie. „Prophylaxe in der Zahnheilkunde“ heißt der Beitrag von Prof. Dr. Christoph Benz, München. Er demons­triert, dass Prävention heute nicht mehr nur ein „Add-on“ zur restaurativen Zahnmedizin ist, sondern vielmehr der neue Kernbereich der Zahnheilkunde.

Qualitätsförderung, Abrechnung, Chirurgie

Die KZVB gestaltet den vertragszahnärztlichen Teil des Bayerischen Zahnärztetages. Der erste Kongresstag widmet sich Qualitätsförderung und Abrechnung. Im Vortrag „Kein Grund zur Panik – Förderung der Qualität durch die KZVB“ erklären Dr. Stefan Böhm, München, und Nikolai Schediwy, worum es bei den Neuregelungen zum Qualitätsmanagement geht. Sie erläutern Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie den Ablauf der zu erwartenden Überprüfung.

Dr. Cornelius Haffner, München, wirft die Frage auf, ob die GKV-Endo noch zeitgemäß ist. Zwar bieten neue, sehr aufwendige Konzepte bei der Behandlung des Wurzelkanals viele Vorteile – angesichts der Endo-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) bleibt jedoch die Frage, wie bei gesetzlich Versicherten zu verfahren ist.

Am zweiten Kongresstag geht es im vertragszahnärztlichen Teil um Komposite. Wann ist ein Kompositaufbau die bessere Wahl, angesichts dessen, dass Komposite heute eine interessante Alternative zur Versorgung mit keramischen Teilkronen oder Veneers gerade im Frontzahnbereich darstellen? Dr. Axel Wiedenmann, Nürnberg, stellt Vor- und Nachteile anhand von Fallbeispielen heraus.

Ein chirurgisches Thema rundet das Spektrum des 57. Bayerischen Zahnärztetages ab. Prof. Dr. Dr. Mark Farmand, Nürnberg, zeigt unter dem Thema „Chirurgischer Zahnerhalt“ die „intentionelle Replantation“ zur möglichen Erhaltung eines Molars. Nach vorsichtiger Extraktion wird er extraoral wurzelbehandelt und wieder eingesetzt. Zudem geht Farmand auf die parodontalchirurgische Behandlung einer tiefen Tasche mit verschiedenen Aufbaumaterialien ein.

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Holbeinstr. 29
04229 Leipzig
Tel: 0341 - 484 74 - 308
Fax: 0341 - 484 74 - 290
E-Mail: event@oemus-media.de
www.bayerischer-zahnaerztetag.de

Foto: © OEMUS MEDIA AG

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