Branchenmeldungen 16.04.2026

Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen



Die wissenschaftliche Evidenz zur Verbindung zwischen Parodontitis und atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Vor diesem Hintergrund hat die American Heart Association ihr früheres Statement aus dem Jahr 2012 aktualisiert und die aktuelle Datenlage neu bewertet. Die Stellungnahme wurde jüngst im Fachjournal Circulation veröffentlicht.

Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Foto: Maryna Generiert mit KI – stock.adobe.com

Chronische Zahnfleischerkrankungen könnten mit einem erhöhten Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein. Darauf weist ein aktuelles wissenschaftliches Statement der American Heart Association hin, das frühere Einschätzungen aus dem Jahr 2012 auf Basis neuerer Studien aktualisiert. Im Fokus stehen entzündliche Erkrankungen des Zahnhalteapparates wie Parodontitis. Die AHA sieht inzwischen eine konsistente Datenlage, die Parodontitis mit einem erhöhten Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung bringt. Dazu zählen unter anderem Herzinfarkt, Schlaganfall sowie die periphere arterielle Verschlusskrankheit und Aortenaneurysmen. Als mögliche biologische Erklärungen werden chronische systemische Entzündungsprozesse sowie das Eindringen oraler Bakterien in den Blutkreislauf genannt. Diese Mechanismen könnten Gefäßveränderungen und die Plaquebildung in den Arterien begünstigen. Gleichzeitig weisen die Autoren darauf hin, dass Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zahlreiche gemeinsame Risikofaktoren teilen, etwa Rauchen, Diabetes oder soziale Einflussfaktoren. Die AHA spricht ausdrücklich von einer Assoziation, nicht von einem belegten Ursache-Wirkung-Zusammenhang. Ob eine parodontale Therapie das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse direkt senken kann, ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht abschließend geklärt. Dennoch bewertet die Fachgesellschaft Parodontitis als unabhängigen Risikomarker, der im Kontext der kardiovaskulären Prävention stärker berücksichtigt werden sollte.

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