Branchenmeldungen 07.08.2025
Zahnpflege bei Kindern: Viele Eltern starten oft zu spät
share
Kinder sollten spätestens mit dem ersten Zahn oder bis zum ersten Geburtstag einen Zahnarzt kennenlernen. In der Praxis sieht es jedoch anders aus. Nur ein Viertel der Befragten wusste, dass dieser frühe Zeitpunkt für einen Zahnarztbesuch richtig ist. Die Mehrheit geht davon aus, dass ein erster Besuch mit zwei oder drei Jahren genügt. Manche Eltern warten sogar noch länger. Für behandelnde Zahnmediziner ist das ein Problem. Sie sehen, dass durch verspätete Termine Risiken übersehen werden und Kinder erst in die Praxis kommen, wenn bereits Karies entstanden ist.
Zahnseide kommt meistens erst spät zum Einsatz
Schon bei den Milchzähnen lohnt sich der Griff zur Zahnseide. Rücken die Zähne im Alter von etwa 2 bis 6 Jahren enger zusammen, sollten Eltern ihre Kinder langsam an die tägliche Anwendung gewöhnen. Doch auch bei diesem Thema zeigten sich im Rahmen der Umfrage große Defizite. Drei Viertel der befragten Kinder reinigen keine Zahnzwischenräume und auch die Eltern übernehmen diese Aufgabe nur selten. Die meisten Familien führen Zahnseide erst deutlich später ein, oft erst in der Grundschule. Bis dahin können sich bereits hartnäckige Beläge bilden, die das Risiko für Karies und Entzündungen erhöhen.
Daumen hoch für die tägliche Mundhygiene
Beim Thema Zähneputzen sieht das Bild etwas besser aus. Zwei Drittel der Kinder putzen zweimal täglich, rund ein Fünftel immerhin einmal am Tag. Doch bei den Trinkgewohnheiten zeigen sich klare Schwachstellen. Fast 40 Prozent trinken mehrmals pro Woche Softdrinks, mehr als ein Viertel sogar täglich Fruchtsäfte. Zwar wissen die meisten Eltern, dass Zucker das Kariesrisiko erhöht, doch das Verhalten ihrer Kinder spiegelt dieses Wissen leider nicht wider.
Vernachlässigte Kontrolle vor der Schwangerschaft
Ein weiteres Ergebnis der Umfrage betrifft die Mundgesundheit von Frauen vor der Schwangerschaft. Drei Viertel gaben an, vor der Empfängnis keinen Zahnarzt aufgesucht zu haben. Damit wird eine Gelegenheit verpasst, mögliche Entzündungen oder Erkrankungen frühzeitig behandeln zu lassen.
Die Zahlen der ADA-Umfrage zeigen, dass Aufklärung allein nicht reicht. Vielen Eltern ist zwar bewusst, wie wichtig Zahnpflege ist, doch im Alltag geraten die Empfehlungen dann doch leicht ins Hintertreffen.