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Branchenmeldungen 04.05.2010

Zukunftsgipfel Zahnmedizin

Zukunftsgipfel Zahnmedizin

Da kämpft - viele sagen an den Spitzenfunktionären der eigenen Organisation vorbei - ein prominenter Kammerchef aus dem BZÄK-Führungskreis heraus um die Herrschaft über das Industrie-Sponsoring. Gleichsam in einen Zentralfonds sollen die Unternehmen ihre Förderung einzahlen, damit dann die Zwangskörperschaftkammer, in der jeder Zahnarzt Mitglied sein muss, ob er will oder nicht, und einige DGZMK-Wissenschaftler und Hochschullehrer die Zuteilung nach eigenem Gusto und persönlicher Widmung für Forschung und Weiter-/Fortbildung einsetzen können. Offiziell will man damit den Wildwuchs an Platin-Gold- und Silbergesponsorten Industrie-Fachgesellschaftskongresse eindämmen, die angeblich, so der Vorwurf der Zentralsponsoring-Apologeten, immer mehr zu Sales-Promotion-Schauen verkommen.

Aus Eigennutz, als Herr der Finanz-Zuteilung endlich allein über gut und schlecht entscheiden zu können, wird in der BZÄK die Realität verdrängt. Fachgesellschaften, sicher längst nicht alle, leisten heute wissenschaftliche Zukunftspflege zur Umsetzung zahnmedizinischen Fortschritts in die Praxis in die sich die Industrie mit einbringen kann. Zahnheilkunde ist Material- und Systemdominiert, warum soll die Industrie nicht gleichsam eine "Vermittlungsgebühr" hin zu den Kunden, den Zahnärzten leisten. Eine sogenannte Win/Win-Situation.

Warum sollte die Industrie ihren Wissenschafts-Weiterbildungs-Marketingetat sozusagen in die BZÄK-Hände legen, damit dort, drastisch gesprochen, Konkurrenzideen oder noch schlimmer Funktionärsattitüden von Zukunft dotiert werden. Was bestenfalls raus kommt ist ein Deutsches-Zahnärztetag-Sammelsurium ohne großes Zahnärzte-Interesse als bundesweites Funktionärs-Spesenritter-Treffen. Aus Ehrfurcht vor der Berufspolit-Macht muss die Industrie schon heute - auch mit Ständen ohne groß interessierte Besucher zu haben - genug löhnen. Ob sie will oder nicht.

Warum sammelt die BZÄK nicht Geld und Kräfte für einen "Zukunftsgipfel Zahnmedizin" um dem Deutschen Zahnärztetag Sinn und Inhalt zu geben. Ein Forum gleichermaßen bestückt mit Wissenschaftlern der Medizin/Zahnmedizin, der Ökonomie- und Gesundheitswissenschaften, mit Politikern, Kassen- und Patientenvertretern und eigenen Zahnfunktionären in der Minderheit um für alle Zahnärzte nachzudenken und Szenarien wie Strategien zu entwerfen, wie die freien Praxen dauerhaft gesichert und weiterentwickelt und den Patienten der Fortschritt der Zahnmedizin in breitem Maße zugute kommen kann. Die Dentalindustrie hat Freude daran mitzumachen. Ob das eine Vision bleibt? Zu befürchten, also selbst weitermachen,

toi, toi, toi

Ihr Jürgen Pischel

03.05.2010

Foto: © Shutterstock.com

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