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Wissenschaft und Forschung 13.01.2020

Keto-Diät: Ein Hoch auf zuckerfreie Ernährung?

Keto-Diät: Ein Hoch auf zuckerfreie Ernährung?

Kein Zucker und nahezu keine Kohlenhydrate – klingt für Zahnärzte doch nach einem Gesundheitseldorado für Zähne und Zahnfleisch, oder? Ganz unproblematisch ist die ketogene Diät dennoch nicht.

Auf Instagram und Co. schwärmen Sportler und Hollywoodsternchen wie Halle Berry oder Megan Fox von der neuen Trenddiät und ihrer enormen Power als Fatburner. Kein Wunder also, dass sich die „No-Carb-Ernährung“ immer größerer Beliebtheit erfreut. Auf dem Speiseplan stehen hauptsächlich Fette, dazu Proteine und kohlenhydratarme Lebensmittel. Reis, Brot, Nudeln sowie Süßes, aber auch stärke- und zuckerhaltige Lebensmittel wie Kartoffeln oder Obst sind damit Tabu. Der Trick ist, dass durch den Mangel an Kohlenhydraten der Stoffwechsel einen Wandel vollführt, die sogenannte Ketose. Hierbei erfolgt die Energiegewinnung nicht mehr über Glukose aus Kohlenhydraten, sondern über Fette und Proteine – so purzeln die Pfunde.

Auch für die Mundgesundheit bedeutet der zuckerfreie Trend eine Wohltat. Nicht nur als Kariesprophylaxe, sondern auch als Schutz vor Zahnfleischentzündungen, wie eine Studie von BMC Oral Health zeigen konnte.

Was allem Anschein nach ein bombensicherer Plan ist, birgt dennoch auch unerfreuliche Nebenwirkungen und Risiken, insbesondere bei „falscher“ Umsetzung. So posten nicht wenige Keto-Verfechter auf sozialen Netzwerken, dass aufgrund ihrer verbesserten Mundgesundheit die regelmäße Zahnpflege nahezu überflüssig geworden wäre. Das ist natürlich Humbug, und lässt bei Zahnärzten alle Alarmglocken gleichzeitig schellen.

Problematisch ist zudem, dass die Diät von vielen als Freifahrtsschein für Fleischschlemmerei verstanden wird. Infolge der übermäßigen Proteinzufuhr kommt es zur Übersäuerung des Körpers, die in Form von Aceton abgeatmet wird, also Halitosis hervorruft. Fehlt auch das Gleichgewicht zu frischem Gemüse usw., wird nach Ansicht vieler Zahnärzte ein Mangel an Vitaminen und Mineralien hinzukommen, wie dailymail.co.uk berichtete. Auf lange Sicht dann doch kein Segen für die Zahngesundheit.

Foto: vladimirzuev – stock.adobe.com

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