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Wissenschaft und Forschung 21.02.2011

Lachen mit offenem Mund ist am lustigsten

Lachen mit offenem Mund ist am lustigsten

Lachforscher: "Publikum und kitzlige Stelle entscheiden"


Das Lachen, das andere am meisten ansteckt, ist ein lautes, lange anhaltendes und stimmhaftes Lachen mit offenem Mund. Das berichten Psychologen der Georgia State University auf einer Wissenschaftskonferenz im mexikanischen Cancun.

In früheren Tests zeigten die US-Forscher um Michael Owren bereits, dass Lachen mit lauter Stimme - sogenanntes "stimmhaftes" Lachen - als lustiger empfunden wird als jenes, bei dem man durch die Nase prustet oder grunzt. Nun spielten sie ihren Probanden Tonbeispiele von Menschen vor, die mit geschlossenem oder geöffnetem Mund stimmhaft lachen. Beide Varianten werden positiv beurteilt, so das Ergebnis, am lustigsten ist jedoch jene mit offenem Mund. Zudem ist der ansteckende Effekt umso größer, je länger das Lachen dauert.

Kino lustiger als Fernsehen


"Um den Sinn des Lachens zu verstehen, muss man es in größeren Zusammenhängen betrachten", betont der Kulturtheoretiker Rainer Stollmann von der Universität Bremen http://www.uni-bremen.de. Dazu gehöre erstens das Publikum, denn Lachen sei immer ein Moment der Öffentlichkeit. "Deshalb ist ein Film in einem vollen Kinosaal in der Regel auch viel lustiger als alleine vor dem Fernseher", erklärt der Lachforscher.

Weiters wird bei jedem spontanen Lachen eine kitzlige Stelle berührt, ist Stollmann überzeugt. Denn die Reaktion auf das Kitzeln stelle die ursprünglichste Form des Lachens dar. "Kitzeln wurde von den Müttern erfunden, um dem Kind die Angst vor der Entwöhnung zu nehmen. Lachen erleichtert somit die Trennung." Dieses acht Mio. Jahre alte Grundprinzip, das auch bei den Menschenaffen zu beobachten ist, erkennt Stollmann auch beim Witz. "Das Lachen nach einem Witz hilft, sich von Vorurteilen, Klischees oder vereinfachten Wahrheiten zu trennen. Diese haben einen zuvor wie kitzlige Hautstellen umschlossen."

Suche nach Ansteckung


Dass Lachen andere ansteckt, erklärt sich durch die Vorliebe des Menschen der Imitation. "Ein ähnliches Prinzip gibt es auch beim Gähnen, beim Weinen oder beim Essen. Beim Lachen ist die Nachahmung noch stärker ausgeprägt, da der Mensch ein ewiger Lustsucher ist, wie Nietzsche sagte. Hören wir jemanden lachen, wittern wir eine leichte Lustquelle und lassen uns gerne anstecken. Der eigentliche Auslöser für das Lachen muss dabei gar nicht bekannt sein", so Stollmann.

Quelle: Georgia State University

Foto: © Shutterstock.com
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