Wissenschaft und Forschung 01.09.2026
Wenn Speichel zur Hürde wird: Neue Ansätze zur lokalen Behandlung von Mundhöhlenkrebs
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Speichel kann Medikamente verdünnen und fortspülen. Enzyme, wechselnde pH-Werte sowie Kau-, Sprech- und Zungenbewegungen können Trägersysteme zusätzlich destabilisieren oder ablösen. Ein internationaler Review im European Journal of Pharmaceutics and Biopharmaceutics untersucht verschiedene noch in der Entwicklung befindliche Systeme zur lokalen Verabreichung von Krebsmedikamenten. Dazu zählen mukoadhäsive Filme und Pflaster, Mundsprays, In-situ-Gele sowie injizierbare Hydrogele.
Eine Universallösung sehen die Autoren nicht. Welche Form der Wirkstoffabgabe geeignet ist, hängt unter anderem vom eingesetzten Medikament sowie von Lage, Form und Zugänglichkeit des Tumors ab. Auch Veränderungen der Mundhöhle während einer Chemo- oder Strahlentherapie können Haftung und Wirkstofffreisetzung beeinflussen.
Für die nächste Generation lokaler Therapien gegen Mundhöhlenkrebs kommt es nach Ansicht der Forschenden deshalb darauf an, die richtige Wirkstoffmenge über einen definierten Zeitraum genau am Tumor zu halten. Ziel seien Verabreichungssysteme, die sich unter realistischen Bedingungen zuverlässig prüfen und später auch praktikabel in der Klinik einsetzen lassen. Noch sind die beschriebenen Ansätze jedoch keine etablierten Therapien.
Muhammad Ruslin et al, Local drug delivery for oral squamous cell carcinoma under oral cavity, European Journal of Pharmaceutics and Biopharmaceutics (2026). DOI: 10.1016/j.ejpb.2026.115114