Wissenschaft und Forschung 22.07.2026
Neuer Bürstentest erkennt Mundhöhlenkrebs innerhalb einer Stunde
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Hintergrund ist die bislang schwierige Diagnostik potenziell maligner Veränderungen der Mundschleimhaut. Da sich viele verdächtige Läsionen letztlich als gutartig erweisen, werden Patientinnen und Patienten häufig invasiven Skalpellbiopsien unterzogen. Diese können schmerzhaft sein, sind nicht beliebig wiederholbar und erschweren insbesondere die langfristige Überwachung von Risikopatienten.
Der neue Test (qMIDS-V3) analysiert die Aktivität von vier Genen aus einem Bürstenabstrich der Mundschleimhaut. Beim Vergleich von oralen Plattenepithelkarzinomen mit oraler Leukoplakie ohne Dysplasie und oralem Lichen planus erreichte das Verfahren eine Sensitivität von 95,7 Prozent und eine Spezifität von 95,1 Prozent. Nach Angaben der Autoren eignet sich der Test insbesondere als molekulares Triageverfahren, um Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf ein OSCC gezielter einer Gewebeentnahme zuzuführen. Da sich Bürstenbiopsien wiederholt durchführen lassen, könnte das Verfahren zudem die Verlaufskontrolle persistierender potenziell maligner Schleimhautveränderungen erleichtern und unnötige invasive Biopsien bei Niedrigrisikopatienten vermeiden.
1 Teh, MT., Patil, R., Tekade, SA et al. INHBA–S100A16-Dysregulation ermöglicht eine nicht-invasive molekulare Stratifizierungsplattform zur schnellen Erkennung von oralem Plattenepithelkarzinom: Ergebnisse einer großen diagnostischen Fall-Kontroll-Studie. Biomark Res (2026). DOI: https://doi.org/10.1186/s40364-026-00963-7