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Wissenschaft und Forschung 27.03.2020

Mundhöhlenkarzinom: 85 Prozent höheres Risiko für weiteren Krebs

Mundhöhlenkarzinom: 85 Prozent höheres Risiko für weiteren Krebs

Die Überlebensrate bei Plattenepithelkarzinomen liegt derzeit bei ca. 50 Prozent. Doch selbst Patienten, die den Kampf gegen diesen Krebs gewonnen haben, sind weiterhin gefährdet, wie eine aktuelle Studie zeigt.

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat die Zahl der Erkrankten mit oralem Plattenepithelkarzinom (OSCC) weltweit stetig zugenommen. Forscher vom Department of Otorhinolaryngology – Head and Neck Surgery, University of Helsinki und dem HUS Helsinki University Hospital widmeten sich dieser Krebserkrankung und analysierten Patientendaten aus dem Krebsregister von 1953 bis 2015. Eingeschlossen wurden alle Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom ohne vorherige Krebserkrankung – was bei rund 6.600 Personen der Fall war. Damit stand den Wissenschaftlern insgesamt ein Beobachtungszeitraum von 33.395 Personenjahren zur Verfügung.

Sie fanden heraus, dass zehn Prozent der Patienten mit Mundkrebs von einem zweiten Primärkrebs betroffen waren. Die meisten Diagnosen folgten innerhalb von fünf Jahren. Geschlecht und Alter spielten hierbei keine Rolle – die Lokalisation hingegen schon. Ein zweites Primärkarzinom wurde am häufigsten bei Patienten mit einem Tumor am Mundboden identifiziert. An zweiter Stelle standen Karzinome am Zahnfleisch. Laut Analyse entwickelte sich der zweite Primärkrebs besonders oft an den Atemorganen, aber auch am Verdauungstrakt.

Trotz der signifikanten Ergebnisse weist das finnische Team darauf hin, dass nicht vollends ausgeschlossen werden kann, dass Metastasen oder Rezidive als Primärtumore fehlinterpretiert wurden.

Die Studie wurde im Journal of the Sciences and Specialties of the Head and Neck veröffentlicht.

Foto Teaserbild: Khunatorn – stock.adobe.com

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