Wissenschaft und Forschung 15.03.2025
Studie deutet auf mögliches Krebsrisiko durch Tattoos hin
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Forscher fanden heraus, dass sich Tintenpartikel nicht nur in der Haut einlagern, sondern auch in die Lymphknoten wandern können. Besonders alarmierend: Tätowierte Menschen erkranken häufiger an Hautkrebs und Lymphomen als Menschen ohne Tattoos. Lymphknoten spielen eine zentrale Rolle für unser Immunsystem, da sie Schadstoffe filtern und Infektionen bekämpfen. Die Forscher vermuten, dass die angesammelten Farbpartikel dort eine chronische Entzündung auslösen könnten. Mit der Zeit könnte dies zu unkontrolliertem Zellwachstum führen und das Krebsrisiko erhöhen.
Für ihre Studie analysierten die Wissenschaftler Daten von mehr als 5.900 dänischen Zwillingen aus der Danish Twin Tattoo Cohort. Zwillingsstudien ermöglichen es, genetische Faktoren von umweltbedingten Einflüssen zu unterscheiden. Besonders auffällig war, dass Menschen mit großflächigen Tätowierungen häufiger an Lymphomen erkrankten. Je größer und älter das Tattoo, desto mehr Farbpigmente scheinen sich im Körper anzusammeln.
Noch gibt es keine eindeutigen Hinweise darauf, ob bestimmte Farben oder Pigmente riskanter sind als andere. Doch einige Inhaltsstoffe in Tätowierfarben gelten als problematisch. Künftige Untersuchungen sollen klären, ob bestimmte Farbstoffe das Krebsrisiko weiter steigern könnten.
Diese Erkenntnisse werfen neue Fragen zur Sicherheit von Tätowierungen auf. Was bedeutet das für die Millionen Menschen, die sich tätowieren lassen? Welche langfristigen Auswirkungen hat die Farbe auf den Körper? Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, welche Prozesse auf molekularer Ebene in den Lymphknoten ablaufen, wenn diese über Jahrzehnte Farbpartikeln ausgesetzt sind. So soll besser verstanden werden, ob und in welchem Ausmaß Tattoos das Krebsrisiko tatsächlich beeinflussen.
Die Studie der University of Southern Denmark Faculty of Health Sciences und der University of Helsinki gibt wertvolle Einblicke in ein bisher wenig erforschtes Thema. Da Tätowierungen immer beliebter werden, ist es umso wichtiger, ihre möglichen gesundheitlichen Folgen zu verstehen.
Quellen: University of Southern Denmark Faculty of Health Sciences (2025). Tattoos may be linked to an increased risk of cancer. Verfügbar unter: www.sciencedaily.com/releases/2025/03/250303141854.htm