Wissenschaft und Forschung 20.11.2017

Parodontitisbakterien bevölkern Mundhöhlenkarzinome

Parodontitisbakterien bevölkern Mundhöhlenkarzinome

Foto: freshidea – stock.adobe.com

Mund- und Rachenkrebs hat verschiedene bekannte Ursachen. Teils sind diese konsumbedingt verursacht wie zum Beispiel durch Tabak und Alkohol – teils genetisch. Vor Kurzem berichtete ZWP online über eine deutliche Zunahme der Erkrankung, die auf humane Papillomaviren zurückzuführen ist. Durch veränderte Sexualpraktiken sind nun auch schon deutlich jüngere Menschen als üblich, ab Anfang 40, betroffen.

Circa 15 Prozent der Mund- und Rachenkrebsfälle können allerdings nicht diesen häufigsten Risikofaktoren zugeordnet werden. Schon länger gibt es aber den Verdacht, dass bei diesen Fällen Bakterien des oralen Mikrobioms eine Rolle spielen.

Durch die Genomsequenzierung der nächsten Generation haben Wissenschaftler seit einiger Zeit die Möglichkeit, das orale Mikrobiom – und im speziellen jenes an Krebszellen – in bisher unerreichtem Umfang zu analysieren. Mit der vorliegenden Studie chinesischer Forscher ist es erstmals gelungen, nachzuweisen, dass einige Bakteriengattungen in signifikant größeren Mengen an oralem Krebsgewebe als an gesundem Gewebe auftreten. Außerdem handelt es sich um eine Gruppe von Keimen, die mit Parodontitis in Zusammenhang stehen. Die Forscher konnten die Nachweise für Erhöhtes Vorkommen an Krebsgewebe von u. a. Fusobacterium, Dialister, Peptostreptococcus, Filifactor, Peptococcus, Catonella und Parvimonas erbringen. Fusobacterium soll besonders häufig an der Karzinomoberfläche vorkommen und ein gutes Kriterium für die Diagnostik darstellen.

Ob die Bakterien infolge der Krebserkrankung in das betroffene Gewebe wandern oder ob sie der Auslöser des Karzinoms sind, ist weiterhin offen. Zusätzliche Untersuchungen werden darüber Aufschluss geben müssen.

Quelle: Scientific Reports

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