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Wissenschaft und Forschung 23.10.2017

Neue Untersuchung: Dümmer durch Fluorid?

Neue Untersuchung: Dümmer durch Fluorid?

Fluorid begegnet uns als Lebensmittelzusatzstoff, z.B. im Speisesalz, oder bei der Fluoridierung der Milchzähne bei Kindern. In einigen Ländern wie den USA wird es auch dem Trinkwasser zugesetzt. Es gibt allerdings auch Indizien für negative Wirkungen der Supplementierung – die die positiven überwiegen. Eine Forschungsgruppe mit Mitgliedern aus den USA, Canada und Mexiko untersuchte deshalb in einer Längsschnittstudie, wie sich pränataler Kontakt mit Fluorid auf die kognitiven Fähigkeiten im Kindesalter auswirkt.

Die Daten für ihre Analysen stammten zum Teil aus einem groß angelegten Forschungsprojekt in Mexiko-Stadt: Die sogenannte ELEMENT-Studie (Early Life Exposures in Mexico to Environmental Toxicants) wurde 1994 initiiert. Untersucht wurden die Auswirkungen von Umweltgiften während der Schwangerschaft und im Kindesalter. Über zwei Jahrzehnte sammelte man Daten und Proben – allerdings nicht zum Fluoridgehalt.

Im Rahmen der ELEMENT-Studie waren Urinproben von Schwangeren und später von ihren Kindern im Alter von vier und sechs bis zwölf Jahren haltbar gemacht und nun, in der aktuellen Studie, auf ihren Fluoridgehalt untersucht worden. Die Forscher konnten annehmen, dass die Fluoridkonzentrationen im Urin werdender Mütter als Maßstab für den Kontakt des ungeborenen Kindes mit Fluorid gelten kann: Eine Studie aus dem Jahr 1974 wies nach, dass die Plazenta keine Barriere für den Übergang des Ions von der Mutter auf den Fötus darstellt.

Im zweiten Schritt führte das Forscherteam die Ergebnisse aus der Fluoridanalyse mit Intelligenztests der Kinder zusammen. Was sie als Ergebnis erhielten, sollte Anlass zu weiteren wissenschaftlichen Analysen in diesem Bereich geben: Ein erhöhter Fluoridgehalt im Urin von Schwangeren geht mit niedrigeren kognitiven Leistungen der Kinder – zumindest in jüngeren Jahren – einher. Die Ergebnisse der Studie sind aufgrund der Datenlage aber nur in einem begrenzten Rahmen gültig. Allerdings taugen sie als Anlass für weitere Forschung.

Zum Vergleich: In den USA, wo Trinkwasser fluoridiert wird, liegen die Werte im Urin bei vergleichbaren Messungen nur geringfügig niedriger als die, die nun in Mexiko-Stadt ermittelt wurden. In Mexiko wird Trinkwasser zwar nicht fluoridiert, dafür aber Speisesalz.

Um Sicherheit darüber zu erlangen, dass eine bevölkerungsweite Fluoridsupplementierung eine Erfolgsgeschichte bleibt, fordern die Wissenschaftler, dringend umfangreichere Untersuchungen in anderen Bevölkerungen anzugehen, die die möglichen negativen Effekte, insbesondere bei Schwangeren und Kindern, untersuchen.

Quelle: Environmental Health Perspectives

Foto: rodjulian – stock.adobe.com
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