Wissenschaft und Forschung 19.10.2021

Querschnitts-Kohortenstudie: Menopause & Mundgesundheit

Querschnitts-Kohortenstudie: Menopause & Mundgesundheit

Foto: master1305 – stock.adobe.com

Dass es einen Zusammenhang zwischen Hormonen und Zahngesundheit gibt, ist unlängst bekannt. Eine Studie beschäftigte sich jetzt mit der Mundgesundheit und dem emotionalen Wohlbefinden bei prämenopausalen und postmenopausalen Frauen.

Die Menopause ist ein Zeitraum im Leben einer Frau, der durch das dauerhafte Ausbleiben der Menstruation gekennzeichnet ist und mit erheblichen Veränderungen des Sexualhormonspiegels einhergeht. Der Übergang in die Wechseljahre geht häufig mit begleitenden physiologischen und psychologischen Veränderungen einher, darunter vasomotorische Symptome, Schlaf- und Stimmungsstörungen.

Postmenopausale Veränderungen wirken sich auch auf die intraoralen Gewebe aus, wie z. B. die Ausdünnung der Mundschleimhaut, Veränderungen der Mundflora und die Abnahme der alveolären Knochenmineraldichte. Die Autoren stellten daher die Hypothese auf, dass bestimmte psychosomatische Merkmale Frauen mit einem höheren Risiko für eine schlechte Mundgesundheit vor oder während der Menopause kennzeichnen könnten. Ziel dieser Studie war es, die Beziehung zwischen der klinischen Parodontalgesundheit und körperlichen und emotionalen Symptomen, die mithilfe des Women's Health Questionnaire (WHQ) erfasst wurden, bei postmenopausalen Frauen (PMW) im Vergleich zu regelmäßig menstruierenden prämenopausalen Frauen (RMPW) zu untersuchen.

Methodik

Insgesamt 115 Frauen (PMW, n = 56, mittleres Alter ± SD: 54 ± 5; RMPW, n = 59, mittleres Alter ± SD: 41 ± 4) erhielten eine umfassende medizinische Beurteilung und eine vollständige Munduntersuchung. Alle füllten den Fragebogen zur Frauengesundheit aus, um das emotionale und körperliche Wohlbefinden zu messen. Die entsprechenden Werte für die Knochenmineraldichte (BMD) wurden den Krankenakten der Teilnehmerinnen entnommen.

Ergebnisse

Nach Bereinigung um das Alter war der Zahnverlust bei PMW signifikant höher als bei RMPW (3,88 ± 2,41 gegenüber 2,14 ± 2,43, p < 0,05). Es wurde kein signifikanter Unterschied in der Prävalenz von Parodontitis zwischen den beiden Gruppen festgestellt (PMW: 39,2 %, RMPW: 32,2 %, p > 0,05). Die Prävalenz der Parodontitis war in der PMW-Gruppe mit weniger täglichen Zahnputzsitzungen verbunden (p = 0,021). Auf der Grundlage des WHQ wiesen sowohl PMW als auch RMPW mit Parodontitis im Vergleich zu parodontal gesunden Frauen höhere Werte für „depressive Stimmung“ auf (p = 0,06 bzw. p = 0,038). Die Frauen, die über weniger tägliche Zahnputzsitzungen berichteten, wiesen höhere Werte für die depressive Stimmung auf (p = 0,043).

Schlussfolgerungen

Die Studie hat gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Anzahl fehlender Zähne, einem schlechten emotionalen Wohlbefinden und der Menopause gibt. Frauen mit einer Vorgeschichte von Parodontitis haben möglicherweise begleitende emotionale Probleme oder Frauen mit depressiver Stimmung sind anfälliger für Parodontitis.

Der WHQ ist von großem Wert für die Bewertung der psychosozialen Auswirkungen der Wechseljahre bei Frauen mit schlechter Mundgesundheit. Dennoch reichen die vorliegenden Daten aufgrund ihres Querschnittsdesigns möglicherweise nicht aus, um die Entwicklung der Mundgesundheit während der Prä- und Postmenopause zu verstehen.

Weitere multizentrische, größere Folgestudien sind erforderlich, um die Rolle der Menopause für eine schlechte Mundgesundheit zu bestätigen oder auszuschließen.

Studienergebnisse sind detailliert hier zu finden: https://bmcwomenshealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12905-021-01480-5

Autoren der Studie: Nil Yakar, Asena Türedi, Gülnur Emingil, Çağdaş Şahin, Timur Köse, Angelika Silbereisen & Nagihan Bostanci

Quelle: bmcwomenshealth.biomedcentral.com

Mehr News aus Wissenschaft und Forschung

ePaper