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Wissenschaft und Forschung 20.09.2018

Wurzelkanalbehandlung: Vitale Zähne dank Hydrogel

Wurzelkanalbehandlung: Vitale Zähne dank Hydrogel

Amerikanischen Wissenschaftlern ist ein wichtiger Schritt bei der Suche nach Alternativen zur Wurzelkanalbehandlung gelungen: Sollte sich ihre Entdeckung bewähren, könnte die Vitalität von Zähnen erhalten bleiben.

Zahnmediziner weltweit behandeln ihre Patienten möglichst so, dass so viele natürliche Zähne wie möglich erhalten bleiben. Entzündet sich die Zahnpulpa irreversibel, wird sie im Zuge einer Wurzelkanalbehandlung entfernt – somit ist der Zahn tot, aber kann im Kiefer verbleiben. Bisher gehen devitale Zähne mit der Zeit dennoch zugrunde, und sie müssen irgendwann entfernt werden. Bis dato gibt es jedoch keine adäquate Alternative zur Standardtherapie.

Forscher aus den USA haben nun aber eine eventuelle Lösung gefunden, um die Vitalität von Zähnen nach einer Wurzelkanalbehandlung wiederherzustellen. Ihre Ergebnisse präsentierten sie kürzlich auf dem Meeting der American Chemical Society. In zahlreichen Tests entwickelten sie ein Peptidhydrogel, das statt des üblichen Guttapercha nach der Entfernung der Pulpa in den Zahn eingefüllt wird. Das Gel soll sowohl Angio-, Dentinogenese als auch die Proliferation im Zahn stimulieren. Außerdem regt es die Zellen an, Calciumphosphatkristalle zu bilden, was für die Dentinneubildung wichtig ist. Aktuell läuft eine Testphase an Hunden, denen das Gel in wurzelkanalbehandelte Zähne injiziert wurde. Sollten die Tests erfolgreich sein, ist eine Studie mit Menschen geplant.

Außerdem erhoffen sich die Forscher, das Gel so zu optimieren, dass es auch eine antimikrobielle Wirkung hat und somit nicht der komplette Zahn ausgehöhlt werden muss. Der Zahnarzt müsste lediglich ein kleines Loch in den infizierten Zahn bohren, um das Peptidhydrogel einzubringen, und das Gel würde sowohl die Infektion bekämpfen als auch den Zahn zum Zell- sowie Blutgefäßwachstum anregen. Bis es aber so weit ist, werden noch einige Forschungsjahre ins Land gehen.

Foto: Alexandr Mitiuc – stock.adobe.com
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