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Wissenschaft und Forschung 17.09.2020

Zahnfleischerkrankung der Kinder abhängig vom Status der Eltern

Zahnfleischerkrankung der Kinder abhängig vom Status der Eltern

Einige Untersuchungen legten bereits nahe, dass sozioökonomische Faktoren der Familie Einfluss auf die Mundgesundheit der Kinder haben. Bisher lag der Fokus jedoch bei der Karies. Nun zeigen Forscher auch Abhängigkeiten zu Zahnfleischerkrankungen.

Bisher ist die Studienlage zu parodontalen Erkrankungen bei Kindern sehr dürftig bzw. durch uneinheitliche Bewertungskriterien geprägt. Experten gehen jedoch davon aus, dass eine Vielzahl der Kinder weltweit an Gingivitis leidet. Wie Forscher der Griffith University in Brisbane, Australien, in einer umfassenden Metaanalyse herausfanden, scheint der sozioökonomische Status der Eltern signifikant mit Parodontalerkrankungen ihrer Kinder assoziiert zu sein. Sie konnten zeigen: Je höher der Status von Mutter und Vater, umso besser ist es auch um den parodontalen Status der Kinder bestellt.

Sie durchsuchten Datenbanken zwischen 2007 und 2017, rund 32 Studien aus ca. 17 verschiedenen Ländern (die meisten stammten aus Brasilien) erfüllten ihre Anforderungen. Der Großteil der Studien zog zur Beurteilung von Zahnfleischerkrankung Blutungen beim Sondieren heran. Zur Einschätzung des sozioökonomischen Status schlossen die Wissenschaftler drei Kriterien in ihre Analyse mit ein: Bildung, Beruf und Einkommen. Für alle drei Indikatoren konnten sie aussagekräftige Studien identifizieren.

Neben Bildung und Art des Berufs konnte auch Arbeitslosigkeit, u.a. in einer landesweiten südkoreanischen Studie, als Einflussfaktor bestimmt werden. Darüber hinaus scheint die Zahl der Menschen in einem Haushalt ein interessanter Indikator zu sein. Überfüllte Haushalte wirkten sich negativ auf die Mundgesundheit der Kinder aus. Die Forscher gehen davon aus, dass infolge der Überforderung der Eltern eine schlechteren Eltern-Kind-Beziehung resultiert, die auch zu schlechterem Gesundheitsverhalten führt.

Weitere Untersuchungen mit größeren Stichproben und insbesondere zu Erziehungsmethoden (Mundhygienepraktiken usw.) wären nach Einschätzung der Wissenschaftler empfehlenswert, um die Zusammenhänge besser verstehen zu können.

Die Studie ist im International Journal of Dental Hygiene erschienen.

Foto Teaserbild: deagreez – stock.adobe.com

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